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L-23TT „Jetnik“

Super Blanik auf Steroide

von Thomas Brückelt (1:72 Eigenbau)

L-23TT „Jetnik“

Den zweiten Rumpf, der samt zweier Tiefziehhauben dem CMR-Bausatz des L-23 Super Blanik (https://www.modellversium.de/galerie/18-flugzeuge-zivil/20085-let-l-23-super-blanik.html) beilag, konnte ich ja nicht einfach so liegen lassen. Da ich ja auch noch die OK-0235 aus dem neuen KP-Bausatz baute (https://www.modellversium.de/galerie/18-flugzeuge-zivil/20098-let-l-23-super-blanik-.html) sollte eine etwas andere Kreation dabei heraus kommen.

L-23TT „Jetnik“

Da die TG-10 Merlin bis 2012 bei der United States Air Force Academy ausgemustert wurden, war mein Gedankenspiel, dass einer der ehemaligen Piloten, der später gut bezahlt im Cockpit einer F-16 oder Ähnlichem sein Geld verdient, als privates Spaßgerät einen der TG-10B (militärische Bezeichnung für den L-23 Super Blanik) übernommen hätte, und sich einen Jet daraus gebaut hätte. Dem erdachten Gerät verpasste ich die Bezeichnung L-23TT „Jetnik“ (TT steht für „Twin Turbine“).

L-23TT „Jetnik“

Da mir der Anstrich der USAF Academy recht gut gefällt, und ich aus dem CMR-Bausatz auch die hervorragend gedruckten Decals daraus übrig hatte, wollte ich diesen auf mein „What if“-Modell adaptieren.

Zunächst mussten ein neuer Satz Tragflächen und ein neues Höhenleitwerk her. Ich zeichnete die Teile am CAD-System. Dazu auch einen Kraftstofftank, der den hinteren Sitz ersetzte und an den ich auch gleich die Rückenlehne mit anformte.

Screenshot vom CAD-Ergebnis
Screenshot vom CAD-Ergebnis

Einfach Triebwerksgondeln an die Tragflächen hängen wollte ich nicht. Die Triebwerke sollten – ähnlich einer D.H. Comet – in die Tragflächen integriert werden. So gestaltete ich die Lufteinläufe etwas flacher und oval. Dazu setzte ich Splitter in die Lufteinlässe, was der Optik zu Gute kommt. Die Triebwerksgehäuse sind an der dicksten Stelle 5 mm hoch. In 72x größer wären das 36 cm. Somit würde das PBS TJ150-Triebwerk, was gerade einmal 272 mm im Durchmesser hat, hineinpassen. Zweimal 1500 N Schub sollte für einen einsitzigen, auf 12,60 m (175 mm im Modell) gestutzten Super Blanik reichen und für jede Menge Spaß sorgen. Die nach unten gezogenen Randbogen fertigte ich aus gebogenem Polystyrol an, da es recht zeitaufwendig wäre, die komplexe Form am CAD zu konstruieren und da mein nicht ganz aktueller Filamentdrucker diese in der Größe sowieso nicht sauber umgesetzt hätte. Zwischen Rumpf und den Triebwerken stellte ich Landeklappen dar, die Querruder reichen von den Triebwerken den zu den Wingtips. Durch die verkürzte Spannweite hätte das Gerät sicher eine gute Rollrate gehabt. Die Querruder müssten dann mit Seilzügen angelenkt werden, die man mit Umlenkrollen um die Triebwerke positioniert.

L-23TT „Jetnik“

Die gedruckten Teile mussten geglättet und nachgraviert werden. Nachdem alles glatt geschliffen war, sprühte ich zwei zusätzliche Schichten Sprühfüller auf, damit ich eine durchgehende Oberfläche habe, auf der sich die Gravuren gut einarbeiten lassen.

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L-23TT „Jetnik“

 

Eine aus Resin abgeformte Pilotenfigur – natürlich mit Jethelm – passte ich an. Der restliche Cockpitausbau entstand scratch, da hier keine Teile mehr aus dem CMR-Bausatz mehr übrig waren.

Das Modell habe ich mit Email-Farben und dem Pinsel lackiert. Da die gelbe Oberseite des Rumpfes nur durch die dünnen, grauen Zierlinien von der weißen Unterseite abgegrenzt werden, musste ich mir eine Referenz schaffen. Ich scannte den Decalbogen ein, zog die Trennlinie mit einem Grafikprogramm nach und drucke mir diese auf transparente Decalfolie für beide Seiten. Nachdem der „Jetnik“ weiß angestrichen war, brachte ich diese Linien an und konnte oberhalb dieser Begrenzung die gelbe Farbe aufpinseln. Danach kamen die Original-Decals darüber und verdeckten den Übergang zwischen Gelb und Weiß. Weiterhin zeichnete und druckte ich für den „Jetnik“ die neuen Zivilkennungen, sowie die Beschriftungen „TT“ und „L-23TT Jetnik“.

L-23TT „Jetnik“

Die Verzierungen an den Randbogen lackierte ich auf. Bei den Merlins gab es die Verzierung nur an den Tragflächen, ich übertrug das Streifenmuster auch aufs Höhenleitwerk, was dem Ganzen ein ausgeglichenes Gesamtbild verleiht.

Zum Schluss ergänzte ich noch die TEK-Düse am Seitenleitwerk und das eingefahrene Hauptrad. Eingefahren schaut das beim Blanik immer noch so weit heraus, dass beim Vergessen des Fahrwerks keine richtige Bauchlandung entsteht, die den Rumpf beschädigt.

Versiegelt wurde mit seidenmattem Klarlack aus der Spraydose von Tamiya.

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L-23TT „Jetnik“

 

Präsentiert wird der „Turbinen-Blechnik“ fliegend auf einem Ständer, der aus einer blau/transluzenten Acrylglasplatte besteht und einem CFK-Stab mit 2 mm Durchmesser. Damit dieser mit etwas Hemmung eingeschoben werden kann, klebte ich ein Stück Silikonschlauch in das Rumpfstück ein, das sich unter der gedruckten Tragfläche befindet.

L-23TT „Jetnik“

L-23TT „Jetnik“

Thomas Brückelt,
acroairwolf.beepworld.de

Publiziert am 24. Juli 2026

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