De Havilland DH. Mosquito PR Mk.XVI544. Squadron, RAF-Base Benson (Großbritannien), Sommer 1944von Andy Hartung (1:72 Special Hobby)
Auf die neue De Havilland Mosquito von Special Hobby hatte ich mich schon länger gefreut. Leider gab es ein paar private Verzögerung, was dazu führte, dass der Bausatz noch eine Weile liegen geblieben ist. Nun im Frühsommer war es dann so weit und ich starte das Projekt „Aufklärer“
Zum Bau:Bevor es los ging, und als die Verzögerungen kamen, habe ich mich dazu entschlossen, sich umzuschauen, was der Aftermarket alles so Schönes bietet. Und nicht zuletzt dank Special Hobby selbst, gab es da eine ganze Menge. Doch besonders interessant waren dabei für mich die sogenannten 3D-Declas aus dem Hause Eduard. Zwar verwendete ich solche schon einmal bei der MiG-21, doch war das ganze insgesamt weiterhin Neuland.
Genau hier setzte der Bau auch an. Ich startete im Cockpit und setzte die Teile grob zusammen. In der Vorbereitung der Decals, schliff ich die Strukturen zum Teil auch schon runter. Ein Schritt der dann doch irgendwie immer weh tut. Die Bauabschnitte gingen wirklich tadellos von der Hand und waren schnell zusammengesetzt. Das Interior wurde dann mit der Airbrush in Interior Green von Ammo of Mig gesprüht. Nach dem trocken wurden die Decals angebracht. Das Ganze musste mit Weißleim angebracht werden, damit es auch einigermaßen stabil hält.
Anstelle des im Bausatz vorgesehenen Teils für das Schlauchboot, entschied ich mich dafür das Teil geöffnet darzustellen und nutzte das Set von Special Hobby. Dieses hat sich Problemlos einfügen lassen. Die Mosquito an sich ist ja optisch ein elegantes Flugzeug, das macht sie aber auch eher unaufgeregt, daher sind solche kleinen Details einfach ganz nett.
Die Unterseite des Rumpfs war mehrfach geteilt und musste einzeln zusammengesetzt werden. Hier musste dann auch nachgebessert werden. Teilweise musste auch Löscher für die Signallampen selbst gebohrt werden. Die Unterseite war jedoch eine von zwei Stellen die sich als etwas störriger herausstellten.
Weiterhin ging es an den Flügel, diese waren mehrteilig. Was ich dabei besonders attraktiv finde, sind die Kühler in den Flügelwurzeln. Hier konnte die untere Klappe sogar geöffnet dargestellt werden. Das Flügelende wurde als Klarteil dargestellt. Beim Versäubern brach mir eben hier ein Teil der Positionsleuchte ab, welche ich dann mit klar austrocknendem Leim wieder versuchte aufzubauen. Das funktionierte auch ganz gut, ich habe die überstehenden Ränder mit einem scharfen Skalpell entfernt, wodurch das Missgeschick fast nicht mehr auffällt.
Das Fahrwerk besteht aus mehreren dünnen Teilen, welche zunächst einmal zusammengesetzt werden mussten. Mittlerweile bietet Special Hobby sogar 3D gedruckten Ersatz, doch auch die Bausatzteile machen einen top Eindruck. Ich entschied mich die belasteten Resinräder zu verbauen, gerade weil mir die Struktur doch ein wenig mehr gefallen hat als die Räder aus dem Bausatz. Danach wurde das Fahrwerk in die Triebwerksgondel eingesetzt und diese drum herum gebaut. Hier ging es ebenfalls straff zur Sache und musste im Nachgang nachgebessert werden.
Dann stand das Flugzeug auch schon und ich konnte zum Lackieren übergehen. Grundiert habe ich mit ATOM weiß und schwarz. Da ich den auf dem Cover zusehenden Aufklärer bauen wollte, lackierte ich das Flugzeug dann mit PR-Blue von HATAKA. Diese Farbe ist wirklich zuverlässig und einfach zu verarbeiten. Nachdem diese getrocknet war, begann das Vermessen der Invasionsstreifen. Hier sollte es genau zu gehen, denn unsauberes Arbeiten erkennt man bei dem Muster leider sofort. Nach dem Abziehen des Tapes zeigte sich dann: es war saubere Arbeit.
Im letzten Schritt wurden noch Decals angebracht und das Flugzeug dezent gealtert. Außerdem wurde die Antenne noch angebracht.
zum Vorbild:Die de Havilland Mosquito PR Mk. XVI war eine speziell für die fotografische Aufklärung entwickelte Variante der erfolgreichen britischen Mosquito. Sie entstand auf Basis der Bomberversion B Mk. XVI und unterschied sich von dieser vor allem durch den Einbau einer Druckkabine sowie umfangreicher Fotoausrüstung. Auf eine Bewaffnung wurde vollständig verzichtet. Die Kombination aus hoher Geschwindigkeit, großer Reichweite und hervorragender Höhenleistung machte die PR Mk. XVI zu einem besonders leistungsfähigen Aufklärungsflugzeug. Eine wichtige Rolle bei der Erprobung und Einführung der neuen Variante spielte die auf dem Flugplatz RAF Benson in Oxfordshire stationierte No. 544 Squadron. Die Staffel war am 19. Oktober 1942 als Aufklärungseinheit aufgestellt worden und hatte zunächst verschiedene Flugzeugtypen eingesetzt. Ab 1943 bildete die Mosquito das wichtigste Einsatzmuster der Einheit. Im März 1944 erhielt die 544. Squadron schließlich die ersten PR Mk. XVI. Die Aufgaben der Staffel bestanden in der fotografischen Aufklärung von Zielen im von Deutschland und seinen Verbündeten kontrollierten Gebiet. Die Mosquitos flogen dabei häufig in großer Höhe und weit hinter den feindlichen Linien. Die gewonnenen Aufnahmen dienten unter anderem der Vorbereitung und Auswertung von Bombenangriffen. So wurden Ziele vor einem Angriff fotografiert, während weitere Aufklärungsflüge anschließend die entstandenen Schäden dokumentierten. Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit konnten die Mosquitos dabei vielfach selbst auf langen Strecken gegnerischen Jagdflugzeugen entkommen.
Die PR Mk. XVI verfügte über eine umfangreiche Kameraausrüstung im ehemaligen Bombenschacht. Typische Installationen umfassten mehrere vertikal eingebaute Kameras sowie eine schräg nach der Seite ausgerichtete Kamera. Eine zeitgenössische Aufnahme einer Maschine der 544. Squadron zeigt beispielsweise eine Kombination aus zwei Type-F.24-Kameras im vorderen Bereich, zwei Type-F.52-Kameras im hinteren Bereich sowie einer seitlich ausgerichteten Type-F.24-Kamera. Die Kamerafenster waren an der Unterseite des Rumpfes deutlich erkennbar. Die Druckkabine war insbesondere bei den für die PR Mk. XVI typischen Einsätzen in großer Höhe von Bedeutung. Zusammen mit den zweistufig aufgeladenen Rolls-Royce-Merlin-Triebwerken konnte die Mosquito große Höhen erreichen, in denen sie gegenüber vielen gegnerischen Jagdflugzeugen einen erheblichen Geschwindigkeits- und Höhenvorteil besaß. Da die Maschine ausschließlich zur Aufklärung eingesetzt wurde, beruhte ihre Überlebensfähigkeit in erster Linie auf Geschwindigkeit, Flughöhe und der Fähigkeit der Besatzung, gegnerischen Abfangjägern auszuweichen. Von der 544. Squadron wurden zahlreiche PR Mk. XVI eingesetzt, darunter beispielsweise die Maschine NS502 „M“, die auf zeitgenössischen Aufnahmen eindeutig der Einheit in RAF Benson zugeordnet werden kann. Die Maschine trägt die für Fotoaufklärer typische zurückhaltende äußere Kennzeichnung ohne auffällige Squadron-Codes. Die PR Mk. XVI blieb bei der 544. Squadron bis 1945 im Einsatz und wurde parallel durch modernere Mosquito-Aufklärervarianten ergänzt. Die Einheit setzte gegen Ende des Krieges unter anderem auch die PR Mk. XXXII und PR Mk. 34 ein. Damit gehörte die 544. Squadron zu den britischen Aufklärungseinheiten, die während des Zweiten Weltkriegs die Entwicklung der Mosquito vom schnellen Aufklärer zu einem hochleistungsfähigen strategischen Fotoaufklärungsflugzeug begleiteten.
Fazit:Jetzt wo die erste Mosquito vor mir steht, kann ich noch überzeugter sagen: das Ding machte richtig Spaß und das Ergebnis gefällt mir. Außerdem sei gesagt: die neuen Bausätze von Special Hobby sind ein Wohlgenuss für den Modellbauer.
Andy Hartung Publiziert am 08. September 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |