Euro TrucksJens Lohsevon Making of (1:24 Italeri)
PrologIm Waren- und Güterverkehr sind weltweit Lastkraftwagen (Trucks) im Einsatz. In ihrer Vielfalt und imposanten Größe haben diese Fahrzeuge ihren festen Platz auch im Plastikmodellbau gefunden. DefinitionEin Lastkraftwagen (Lkw), kurz Lastwagen ist ein zu Nutzfahrzeugen gehörendes Kraftfahrzeug mit dem primär Lasten und Güter befördert werden. Ein Truck kann auch mit einem Anhänger betrieben werden; dieses Gespann nennt man dann Lastzug, in Kombination mit einer Zugmaschine und einem aufgelegten Anlieger nennt man das Gespann Sattelzug.Die Kategorie der Lkw beginnt ab 3,5 Tonnen als Kleinlaster, geht über Leichte Lkw bis 7,5 Tonnen, zu mittelschweren Fahrzeugen bis 18 Tonnen und den Schweren Lkw bis 40 bzw 44 Tonnen Gewicht. Die Sparte in nur einem Stichwort beschrieben: „Lastdiesel“ Was ist das Besondere an der Sparte Euro Trucks? In ihrer Philosophie, Technik und Konstruktion unterscheiden sich europäische Trucks schon ein wenig von den US-Trucks, aber Beide sind imposante Modelle im Königsmaßstab 1:24. Stellvertretend für die klassischen Frontlenker Lkw der 70´er bis 80´er Jahre wird der Bau eines MAN F8 (Baujahre 1967 – 1986) gezeigt. Der Galeriebeitrag zu diesem Modell ist bereits in Modellversium erschienen. VorbereitungAuf Wunsch der MV-Redaktion beschreibe ich heute den Bau eines Euro-Trucks im Detail in diesem Making of. Die Wahl fiel auf den MAN F8 19.321 4X2 von Italeri # 3946 in 1:24. Mein erster Schritt ist immer die Reinigung und das Aufräumen des Arbeitsplatzes, ich mag es auch nicht wenn zwei Projekte gleichzeitig auf der Arbeitsfläche sind.
Vor jedem neuen Projekt wird der Bastelplatz gereinigt und aufgeräumt. Zum Thema Vorbereitungen für den Zusammenbau gibt es Tips im Online-Kurs für Anfänger Teil 4 „Werkplatz“.
Bausatz auf Vollständigkeit prüfen.
Wie man Bauteile auf Vollständigkeit mit der Bauanleitung prüft haben wir im Online-Kurs Beitrag 3 „Vorbereitung“ vorgestellt. Da ich selten die im Kit vorhandenen Decals verwende suche ich im www nach Vorbildern. In diesem Fall hatte ich noch Prospekte des Herstellers MAN in meiner Sammlung.
für Vorbildfotos sichtete ich meine umfangreiche Prospektsammlung Rahmen und Motor: Der Bau beginnt mit der Versäuberung der Bauteile für den Rahmen, die Längsträger bestehen aus zwei Teilen.
Die Hauptteile des Fahrzeugrahmens sind versäubert und können verklebt werden Nach dem Zusammenbau wird die Naht zwischen dem Vorder-und Hinterteil verspachtelt und geschliffen.
Die Rahmenteile sollten sorgfältig ausgerichtet werden, sonst gibt es Probleme bei der Montage späterer anzubringender Teile Weiter geht es mit der Vorderachse, möchte man die Lenkung beweglich haben ist hier sparsam mit Klebstoff zu arbeiten, die Pins der Spurstangen werden mit einer heißen Messerspitze platt geschmolzen.
Die Teile für die Vorderachse, bei sorgfältiger Montage bleibt die Achse beweglich Bei der Montage der Hinterachse zeigte sich, daß die Führungspins der Bauteile 30a und 34a nicht richtig positioniert sind und es einen Versatz gibt, ich entfernte die Pins vor der Montage. Es ist auch möglich, die Achse nach der Lackierung an den Rahmen zu kleben, in diesem Fall lassen sich die Luftfederbälge besser bemalen.
Bauteile für die Hinterachse Ich bevorzuge aber eine bessere Klebeverbindung, dafür ist die spätere Bemalung der Bälge dann aber komplizierter.
Anbauteile für den Rahmen Vor der Lackierung kamen noch Luftfilter, Lenkgetriebe, Reserveradhalterung an den Rahmen. Das Befestigungsloch für das Teil 7a ist im Rahmen nicht im rechten Winkel ausgerichtet und sollte für eine korrekte Montage etwas erweitert werden. Weiterhin habe ich die hintere Fahrerhauslagerung am Rahmen befestigt.
versäuberte Teile für den Motor Auch die hinteren Kotflügel bekamen ihre Halterungen schon vor der Lackierung. Zeitgleich zum Rahmen wurde auch der Motor vormontiert und für die Lackierung vorbereitet.
Rahmenteile und Motor sind bereit für die Grundierung Vor der Lackierung sollten die Achsenden abgeklebt werden damit die Felgen später problemlos auf die Achsen paßen.
Für die Lackierung mit dem Airbrush werden die Bauteile auf verschiedene Art gehalten, so verwende ich gern alte Pinselstiele, Draht, leere Filzstifte, Kreppband oder auch Pinzetten mit Wäscheklammern
Die inneren Felgen für die Hinterachse paßen nicht gut auf die Achse, sie wurden auf 4mm aufgebohrt.
Motor und Kühler sind bereit für die Lackierung in Revell 374, Kleinteile wurden mit dem Pinsel bemalt
Die Grundierung in Revell 75 ist aufgetragen
Für den Rahmen und seine Anbauteile mischte ich einen Farbton aus Orange und Gelb Damit die Reifen gebraucht aussehen wurden sie mit einer Mischung aus Künstlerkreide und Spiritus behandelt. Zuerst zerreibe ich etwas Künstlerkreide von Schnicke, hier bieten sich Farbtöne wie Umbra-gebrannt oder ein Grauton an. Das Pulver wird dann in einem kleinen Gefäß mit Spiritus verdünnt und mit einem harten Bürstenpinsel auf die Reifen aufgetragen.
Die Mischung sollte gut flüssig sein und muß immer wieder umgerührt werden da sich die Kreide sehr schnell wieder am Boden absetzt. Sollte zuviel Kreide aufgetragen worden sein lassen sich die Reifen mit Spiritus wieder reinigen. Es ist zu empfehlen, die Arbeit erst an alten Reifen zu üben. Die Technik sollte nicht an montierten Reifen angewendet werden weil der Spiritus die Farbe auf den Felgen beschädigen kann!
Nachdem der Motor lackiert war ging es weiter mit den Anbauteilen, besonders darauf zu achten ist hier das Bauteil 65b, ich hatte wohl keinen guten Tag und versuchte das Teil nicht wie vorgesehen an das untere Loch im Lader zu kleben sondern an den Anschuß vom Luftfilter. Das Rohr paßte natürlich nicht und ich änderte die Geometrie des Teils mit der Hitze eines Teelichts.
Jetzt paßte das Rohr, aber der Motor nicht mehr in den Rahmen! Im weiteren Verlauf der Montage bemerkte ich meinen Fehler und das verformte Teil wurde wieder mehr schlecht als recht zurückverformt. Auf Vorbildfotos bemerkte ich, daß der Vorradsbehälter für die Servolenkung am Motor fehlt, er wurde aus einem Gießastrest hergestellt.
Der Motor und Kühler sind komplettiert und bereit für den Einbau Jetzt ging es an die Komplettierung des Chassis. Der Motor wurde eingesetzt und die noch fehlenden Rohre angebracht. Da ich die hochgezogene Auspuffanlage nicht verbauen wollte bekam der Schalldämpfer ein neues Endrohr aus Evergreen-Rohr.
Tank und Kotflügel sollten nach dem Ankleben an den Rahmen für einige Stunden abgestützt werden
Alle weiteren noch fehlende Anbauteile kamen an den Rahmen, Tank und hintere Kotflügel sollten nach dem Ankleben für einige Stunden abgestützt werden weil sie sonst durch die Hebelwirkung des hohen Gewichts nicht in ihrer Position bleiben.
Fertiger Rahmen mit den verwendeten Farben Zum Abschluss bildete ich die Traileranschlüsse mit farbigem Kabel nach. Es wurde um einen Pinsel gewickelt um die Form zu bekommen. Die Kupplungen wurden mit Lötzinnpunkten und Plastikrohr hergestellt.
Der Rahmen ist fertig, die Frontschürze mit Stoßstange kommt erst zuletzt an ihren Platz, sonst behindert sie das Befestigen des Fahrerhauses auf den Rahmen. Fahrerhaus Bei diesem Bausatz ist es möglich die Außenhaut des Fahrerhauses schon komplett zu verkleben und die Inneneinrichtung mit der Bodenplatte später von unten in die Kabine zu schieben. Das erleichtert die Lackierung und es gibt ein sauberes Farbbild ohne spätere Klebenähte.
Versäuberte Teile für die Außenhaut des Fahrerhauses Zuerst wurden die beiden Seitenteile und die Rückwand am testweise eingesetzten Boden ausgerichtet und mit Tape fixiert. Geklebt wurde mit Revell Contacta Professional von innen. Der Klebstoff zieht durch die Kapillarwirkung in den Spalt zwischen den Bauteilen und verklebt sie sauber.
Erster Schritt bei der Montage des Fahrerhauses, der Boden wird nicht verklebt, er dient nur als Schablone Nach ausreichender Trockenzeit wurde auf gleiche Weise auch das Dach und die Vorderseite verklebt. Die Übergänge oberhalb der Frontscheibe wurden verspachtelt und geschliffen.
Im zweiten Schritt kommt das Dach und die Vorderseite an seinen Platz Vor der Lackierung wurden alle Bauteile der Außenhaut mit 600er Schleifleinen angeschliffen und nach der Reinigung in Spülwasser mit Revell 49 grundiert.
Grundierung Revell in Hellblau, matt
Später erfolgte die Endlackierung in Revell 50. Die Scheibendichtungen bemalte ich mit einem Edding 140 S.
Bauteile Inneneinrichtung Weiter ging es mit der Inneneinrichtung, nach dem Versäubern der Bauteile wurden die Sitze und das Armaturenbrett zusammengebaut. Leiter fehlt an Armaturenbrett der Hebel für die Feststellbremse, er wurde aus einer Stecknadel hergestellt und das Decal entsprechend an der rechten Seite gekürzt.
Für die Inneneinrichtung verwendete ich folgende Farben: Sitze und Liegen: Revell 88, 381, Armaturenbrett, Dachkonsole:Revell 302, Hintere und Seitenverkleidung: Revell 381, Dachhimmel: Revell 301, Bodenplatte Innen: Revell 374, Fußmatten: Revell 09.
Inneneinrichtung bemalt Um etwas Leben ins Fahrerhaus zu bringen kam noch eine Reisetasche und Warnweste von Preiser und selbstgedruckte Zeitschriften und Landkarte hinein. Für den Flaschenhalter in der Fahrertür fertigte ich eine Flasche aus dem Rest eines klaren Spritzrahmens.
Die Dachkonsole erhielt noch den markanten Metallbügel für die Führung des Sonnenrollos aus dünnem Draht.
Um Leben in das Fahrerhaus zu bekommen kamen einige Gegenstände (Tasche, Zeitungen, Warnweste) dazu. Jetzt war es an der Zeit das Fahrerhaus mit der Inneneinrichtung auszustatten. Der erste Schritt war das Einkleben der vier Seitenscheiben, sie wurden mit Klarlack Revell 01 eingeklebt und einige Stunden mit Gewichten beschwert. Die Klarteile wurden mit Klarlack eingeklebt und zum Trocknen mit Farbdosen beschwert.
Die Einzelteile der Inneneinrichtung sollten in folgender Reihenfolge eingesetzt werden damit sich Nichts gegenseitig behindert: Türverkleidungen, Seitenverkleidungen, Rückwand mit oberem Bett, Dachhimmel, Frontscheibe, Dachkonsole.
Farben für die Innenausstatung Jetzt kann, die mit den Kotflügeln komplettierte Bodenplatte, in das Fahrerhaus eingeschoben werden. Dabei müßen die Ecken der Rückwand ein wenig herausgezogen werden damit es Reibungslos geht. Jetzt fehlen nur noch die weiteren Anbauteile wie Dachspoiler und Sonnenblende, sie wurde mit Tamiya X-19 getönt.Nun kam der spannende Moment, das Fahrerhaus kommt auf das fertige Chassis. Das Einsetzen der Haltestifte ist etwas fummelig, hier zahlt sich aus wenn das Kühlergrill erst danach eingesetzt wird.
Das Fahrerhaus ist auf dem Rahmen montiert, das Einsetzen der Haltestifte war sehr „fummelig“. Im Bausatz sind der Kühlergrillrahmen und die Trittstufen vom Eistieg verchromt, beim Vorbild sind die Teile aus Aluminium gefertigt. Für eine bessere Optik bemalte ich die Teile mit Humbrol 27002. Nach dem Aufbringen der Decals folgten noch die Kleinteile: Türgriffe, Spiegel, Scheibenwischer, das Michelin-Männchen und eine selbstgemachte Antenne aus einer Glasfaser. Letzter Schritt war das Ankleben der Stoßstange.
Bilder des fertigen Modells
EpilogDer Bau des MAN Lkw´s hat viel Spaß bereitet, es gab keine größeren Probleme. Auf eine weitergehende Alterung des Modells habe ich verzichtet, hier kann sich der geneigte Modellbauer nach Herzenslust selbst austoben. Der Vorteil dieses Bausatzes ist die Möglichkeit, die Außenhaut des Fahrerhauses schon komplettbauen und lackieren zu können und die Inneneinrichtung später von unten einsetzen zu können. Ich hoffe das dieses Making of meine Vorgehensweise beim Bau eines LKW-Modells ausreichend erklärt hat und einige Tipps eine wertvolle Hilfe beim Bau dieses, aber auch anderer Modelle der Sparten Trucks ist. HinweisIn einem zukünftigen Making of „US-Trucks“ werden wir einen typischen King of the Road Truck mit viel Chrom vorstellen und die Unterschiede zu europäischen Trucks erklären. Happy Modeling
Photo-Collagen
Bausatz und Material:Bausatz
Enamel-Farben Humbrol
Material
Lackierung
PS: Für die europäischen LKws gibt es ein reichhaltiges Angebot an Bausätzen in unterschiedlichen Skill Levels bzw. Schwierigkeitsstufen und Maßstäben. Wir empfehlen Anfängern im Plastikmodellbau sich zu Anfang eher einfachere Bausätze auszusuchen, die viel Spaß beim Zusammenbau garantieren, für einen Wow-Effekt sorgen und Lust auf weitere Bauprojekte und Modelle machen. Für erste Erfahrungen sollte man dabei u.U. auch auf Modelle ohne größere Decalfolien zurückgreifen. Für Anfänger geeignet können z.B. folgende Kits sein:
Making of Publiziert am 18. Oktober 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |