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Bell UH-1D Huey

von Jürgen Klinglhuber (1:72 Verschiedene Hersteller)

Bell UH-1D Huey

Vorgeschichte

Eines Tages überreichte mir meine Mutter, bei einem meiner (leider) spärlichen Besuche, eine kleine Schachtel. Ich staunte nicht schlecht – der Dachboden hatte nach Jahren der Lagerung zwischen anderen Schachteln und Kisten etwas frei gegeben, was meiner „ersten Modellbauphase“ entstammte. Ein kleiner Helikopter in 1:72, gebaut in meiner Jugendzeit. Nun, einerseits war die Freude über diesen Fund groß, aber andererseits hatte ich damals eine andere Herangehensweise ans Modelbauen und dementsprechend sah das Teil dann auch aus. Viele typische Fehler, denen ich als junger Hobbybastler natürlich keine Aufmerksamkeit schenkte: Klebenähte nicht verspachtelt/verschliffen, Kleberspuren an Nähten und an den Fenstern, falscher Kleber bei den Fenstern verwendet (sprich sie waren alle angelaufen und kaum durchsichtig), „silvering“ der Decals und, und, und… Als Hubschrauber-Fan und nach einer langen Modellbauabstinenz mittlerweile in der „zweiten Modellbauphase“ angelangt, nahm ich mich des Fundes an.

Bell UH-1D Huey

Einige Zeit stand er in der Vitrine zwischen den anderen Modellen wie das „hässliche Entlein“. Irgendwann dachte ich mir, es muss doch einen Weg geben den Heli wieder so aufzupäppeln, dass er einen etwas würdevollern Eindruck macht. Schließlich kam mir die Idee, dass sich bei einem Crash des Helikopters wohl am meisten der „Fehler“ verstecken lassen und da ich ohnedies schon länger mit dem Bau eines Dioramas mit Wasser liebäugelte, war es nahe liegend, beide Vorhaben zu kombinieren. So entstanden die Idee und schließlich das fertige Diorama „Downed Chopper“. In dieser Form steht es nun auch schon wieder einige Zeit in der Vitrine, aber erst kürzlich habe ich es fotographisch festgehalten. Es zeigt in einer fiktiven Szene einen abgeschossenen US-Hubschrauber aus dem Vietnamkrieg, der von einer kleinen Gruppe Soldaten im Dschungel aufgefunden und inspiziert wird.

Bell UH-1D Huey

Das Orginal:

Die Entwicklung des "UH-1 D" geht zurück auf das Jahr 1961, als das Beschaffungsamt der US-Army eine Ausschreibung herausgab, die zur Grundlage hatte, einen Mehrzweckhubschrauber für leichte Transportaufgaben zu entwickeln. Die Firma BELL hatte zu dieser Zeit gerade das Fluggerät "Bell Modell 205" in einer zivilen Ausführung fertig gestellt, das zur Versorgung von Ölplattformen auf See dienen sollte. Das Modell 205 war eine „stretch“ Überarbeitung des schon bewährten Modells 204, welches beim Militär bereits in diversen Varianten (UH-1A, -1B und 1C) seit 1955 den Dienst versah. Die militärische Variante vom Model 205 gewann die Ausschreibung, und so gab es auch für dieses Modell in weiterer Folge diverse Abwandlungen: z.B.: UH-1D, -1H, -1V.

Bell UH-1D Huey

Die Modelreihen 204 & 205 sind auch unter der Bezeichnung „Huey“ oder auch „Iroquois“ bekannt. Berühmt wurde die Hubschrauberfamilie der Hueys durch die Einsätze im Vietnamkrieg zwischen 1965 und 1975, wo sie für so gut wie jeden Zweck benutzt wurden, inklusive Bodenunterstützung, obwohl diese dafür eigentlich nicht konstruiert waren. Entsprechend hoch waren auch die Verluste: Von den über 7.000 in Vietnam eingesetzten Hueys kehrten nach Ende des Krieges nur 2.000 Stück zurück.

Bell UH-1D Huey

1-2 Piloten steuern den mit einer Avco-Lycoming T53-13 Turboshaft Turbine betriebenen Bell UH-1D mit knappen 1100 PS. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 220 km/h, die Reichweite beträgt 500 km und die Dienstgipfelhöhe liegt bei 4150 m. Die Kabine nimmt bis zu 12 Personen bzw. 6 Sanitätsbahren auf. Leergewicht 2.315kg. Startmasse 4.315kg. Die Gesamtlänge beträgt 16,43m, die Höhe 4,41m und der Hauptrotor hat einen Durchmesser von 14,63m.

Bell UH-1D Huey

Das Modell:

Hierzu gibt es leider nicht viel zu sagen. Der Bau ist schon so lange her, dass ich keine Einzelheiten mehr darüber in Erinnerung habe. Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal sicher den Hersteller des Kits – ich denke es war ein Italieri Bausatz. Um die gröbsten Fehler am Model zu „verstecken“ habe ich, wie oben erwähnt, beschlossen, einen Abschuss darzustellen. Schnell waren einige Einschusslöcher erzeugt und nach einer harten Landung diverse Bauteile verbogen und abgebrochen. Auch die Fenster des Cockpits blieben dabei nicht unbeschadet und ein kleines Innenraumfeuerchen leistete auch noch seinen Beitrag. Ein paar Alterungsspuren wurden noch aufgetragen und die entsprechenden Kabinenscheiben nachträglich mit grünem Blendschutz abgetönt. Vielmehr konnte ich nicht mehr rausholen.

Bell UH-1D Huey

Das Diorama:

Dieses Diorama war mein erstes. Ich hatte gleich beim ersten Besuch einer Modellbau-Ausstellung Gefallen gefunden an den kleinen Miniaturlandschaften und seitdem immer wieder darüber nachgedacht, wie ich es anstelle selbst ein solches zu verwirklichen. Die Grundlagen und nötigen Informationen über den Bau holte ich mir aus diversen Fachzeitschriften und aus Artikeln im Internet. Die Idee von der Szene mit dem Huey am Flussufer kam mir beim Durchstöbern von Fotographien auf irgendeiner Internetseite über Vietnam.

Der Baum ist selbst gemacht – ein Stück aus einem alten Apfelbaum, Draht, Islandmoos, Teeblätter, Watte, diverse grüne und braune Farben. All das andere „Grünzeug“ sind irgendwelche Dekor-Teile aus dem Bastel-Laden. Mit Spachtelmasse und Steinen war schnell ein Flusslauf modelliert. Versehen mit Urwald, Modell und ein paar Soldaten war die Vorstellung in meinem Kopf relativ schnell realisiert. Mit leicht gelbbraun eingefärbtem Kunstharz wurde dann zum Schluss das Flussbett ausgegossen und danach versucht (allerdings mehr schlecht als recht) einige Wellen einzuarbeiten. Aber für einen ersten Versuch war es okay. Das gehärtete Harz wurde anschließend poliert und mit Acryl-Farbe wurden noch einige Schaumkronen und Verwirbelungen dargestellt.

Nun, mein ursprüngliches Vorhaben - den alten Heli wieder würdevoller aussehen zu lassen - ist mir mit der Darstellung seines abgewrackten Endes natürlich nicht gelungen, aber ich glaube er macht sich in diesem Diorama ganz gut...

Bell UH-1D Huey

Jürgen Klinglhuber

Publiziert am 07. August 2006

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