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S46 Fuchs

ein Schnellboot der deutschen Marine

von Reiner Vögel (1:700 Eigenbau)

S46 Fuchs

Zum Schutz der Küstengewässer werden schnelle, wendige und flachgehende Fahrzeuge benötigt. Aus dieser Anforderung heraus entstanden zwischen den Weltkriegen Schnellboote als schnelle Torpedoträger. Die Einführung von Flugkörper-Waffensystemen verlieh diesen Booten eine erheblich höhere Schlagkraft bei größerer Einsatzdistanz.

In der deutschen Marine fanden die FK-Schnellboote des Typs 148 Verwendung. Dieser Schiffstyp ist im Handel bisher nicht als Bausatz erhältlich, und so war es für mich eine Herausforderung, das Modell im Maßstab 1:700 selbst zu bauen.

Das Modell zeigt S 46  FUCHS (P6146) im Bauzustand 1992.

S46 Fuchs

Das Schnellboot ist mit Mannschaft bestückt und in langsamer Fahrt dargestellt.

Die Grundlage war ein Modellbauplan von Bruno Abramowski im Maßstab 1:50, der jedoch nur den ursprünglichen Bauzustand 1973 wiedergibt.

Als Werkstoff für den Rumpf verwendete ich erstmals PPH (Polypropylen hart), das gerade in der richtigen Stärke vorhanden war. Es läßt sich genauso gut wie Polysyrol (PS) verarbeiten, doch leider nur mit Sekundenkleber verkleben. PS und ABS sind für den Eigenbau von Modellen bis ca. 30 cm sehr gut geeignet. Sehr wichtig bei der Herstellung des Schnellbootrumpfes ist hier der Spantenriss, da das Boot einen Knickspant hat und der Verlauf nur im Spantenriss gut nachvollziehbar ist.

S46 Fuchs

Als Erstes wurden die Mittelachse und die Spantabstände oben und unten aufgezeichnet. Danach markierte ich mit einer Nadel die Kontur in der Wasserlinie und auf Deck. Jetzt wurde der Rumpf aus dem Vollen gearbeitet, das heißt die Bearbeitung erfolgte zuerst mit der Deckskontur und Sprung und danach Spant für Spant die Rumpfform von Achtern aus nach vorne. Zur Kontrolle der Symmetrie und der Maße nahm ich das Modell in einem Meßschieber mit langen Meßschnäbeln auf und konnte so nach Auge oder mit einem anderen Meßmittel (Meßschieber oder Meßlupe) die Lage der Außenkontur überprüfen.

S46 Fuchs

Die Herstellung der Aufbauten und Zurüstteile erfolgte mit PS und Metall nach eigenen Skizzen. Der Plan gab nur den Bauzustand 1973 wieder, und so wurden mit Hilfe von Fotos die Einzelteile gezeichnet und ergänzt. Die Zeichnungen in großem Maßstab (10:1) waren zwar zusätzlicher Aufwand, doch zeigte die Erfahrung, daß die gezeichneten Teile mit den richtigen, modellmäßigen Wandstärken dann auch herzustellen waren, denn die Proportionen ließen sich leichter abschätzen. Manches mußte für den Maßstab 1:700 verändert werden, doch am Ende kommt es doch nur auf die Wirkung an.

S46 Fuchs

Die FK-Container konnte ich leider nicht aus einem modernen Waffensatz verwenden, da diese viel zu groß sind. Hier war wieder Eigenbau angesagt.

Für den Ur-FK-Container mußte ich sogar Werkzeugstahl als Grundlage verwenden, da wegen der Länge eine hohe Festigkeit beim Fräsen erforderlich war. Die OTO-Melara konnte überarbeitet werden, das 40 mm Geschütz wurde ebenfalls ein Eigenbau.

Etwas heikel war der Mast mit seinen vielen Streben und Auslegern. Versuche den Mast zu löten schlugen fehl, da die benötigte Wärme die benachbarten Teile wieder löste - so blieb nur noch Kleben.

S46 Fuchs

Ich verwendete gezogenen 0,4 mm PS-Draht, den ich abgelängt auf 1:1 Skizzen legte und mit einem sehr feinen Pinsel (000) und Nitroverdünnung an den Berührungspunkten verklebte. Vorsicht !!! nur sehr wenig Verdünnung im Pinsel aufnehmen, sonst wird das Teil überschwemmt und das PS schrumpelt. Auf diese Weise entstanden die Seitenteile mit dem Fachwerk. Für den Zusammenbau mußte die Plattform zuerst angeklebt und danach das Fachwerk ausgefüllt werden.

Es ist ratsam, diese Technik an anderer Stelle erst zu üben - Schrumpelmasten sind nicht sehr erbaulich. Eine Lupe ist für diese Arbeiten auch sehr hilfreich.

Dargestellt wurden nur die festen Relingsteile, da sonst das kleine Modell zu überladen ist. Die kleinen Kreuzpoller stammen aus Flugdecknetzen.

S46 Fuchs

Es fanden Farben von Humbrol und Testors Verwendung:

 

  • Reinweiß  RAL 9010      Humbrol 34
  • Silbergrau  RAL 7001     Testors   1728
  • Fehgrau  RAL 7000        Testors    1741
  • Basaltgrau  RAL 7012     Humbrol 27
  • Feuerrot  RAL 3000        Humbrol 60
  • Himmelblau  RAL 5015  Humbrol 89
  • Tiefschwarz  RAL 9005         Humbrol 33

 

Die roten Markierungen auf dem Deck wurden mit rotem Farbtstift und Schablone, die roten Bänder an den FK-Containern frei Hand gezeichnet und die Kennung P6146 mit weißen Aufreibebuchstaben aufgebracht.

 

S46 Fuchs

Fazit:

Ein außergewöhnliches Modell, das bis dato wahrscheinlich noch in keiner Modellsammlung zu finden ist. Das FK-Schnellboot ist hübsch klein und paßt in eine Herpa-Autovitrine. Für den neueren Bauzustand sind Fotos allerdings unerläßlich.

Falls NNT einen Bausatz mit dem Typ 148 im Programm hätte, müßte ich mir sofort ein Diorama mit Tender und Geschwader bauen. Kommt Zeit - kommt Modell.

Reiner Vögel

Publiziert am 06. September 2006

Die Bilder stammen von Martin Kohring.

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