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Dewoitine D.520

von Thomas Mohr (1:48 Tamiya)

Dewoitine D.520

Das Original:

Die Dewoitine D.520 wurde von Emile Dewoitine in Eigeninitiative entwickelt, nachdem zwei Vorentwürfe vom französischen Luftfahrtministerium abgelehnt worden waren. Dabei benötigte die Armee de l'Air dringend moderne Jagdflugzeuge, da der einzige zu diesem Zeitpunkt vorhandene einigermaßen moderne Jäger, die Morane-Saulnier M.S. 406, den deutschen Bf 109 in keiner Beziehung gewachsen war.

Selbst als der Bedarf erkannt war und die Bestellungen für dieses Flugzeug von Monat zu Monat erhöht wurden, verzögerten Nachlässigkeit und Pannen bei der Zulieferung von Teilen die Produktion, so daß beim deutschen Angriff auf Frankreich gerade einmal 36 einsatzbereite Maschinen zur Verfügung standen.

Die D.520 wurde auch nach der französischen Kapitulation weiterproduziert und diente zunächst bei der Vichy-Luftwaffe sowie als Jagdtrainer bei der deutschen Luftwaffe. Später bekamen auch Italien, Rumänien und Bulgarien etliche Exemplare, und auch die Deutschen benutzten das Flugzeug an der Ostfront vereinzelt für Kampfeinsätze.

In der Zwischenzeit waren die meisten D.520 der Vichy-Regierung mitsamt ihren Piloten bei der freien französischen Luftwaffe gelandet, die ihren Bestand durch Rückeroberungen ehemals deutscher Flugzeuge sogar noch erweitern konnte.

Nach Kriegsende wurden die verbliebenen Maschinen als Trainer benutzt und teilweise zu Doppelsitzern umgebaut und blieben so bis 1958 im Einsatz.

Dewoitine D.520

Das Modell:

Das Modell weiß schon in der Schachtel zu überzeugen. Eine hervorragende Detaillierung und perfekt getroffene Formen fordern direkt zum Bau heraus.

Ein kleines Problem stellt sich beim Bau der Instrumententafel. Sie ist sehr schön ausgeformt, die Anzeigeskalen selbst sind aber glatt. Dafür liegt ein Abziehbild bei, das jedoch den größten Teil der Instumententafel abdeckt. Wenn man dieses verwenden will, dürfte man trotz Weichmacher ziemliche Probleme haben, es auf der erhabenen Oberfläche der einzelnen Instrumente einigermaßen zum Aufliegen zu bringen. Verwendet man es aber nicht, müßte man die einzelnen Anzeigeskalen selbst von Hand malen. Ich habe stattdessen die Skalen mit einer Art Punch-and-Die - Set einzeln ausgestanzt und in die Uhren eingeklebt. Danach kann das Cockpit aus der Schachtel zusammengebaut werden. Lediglich der Sitz erhielt ein paar Gurte aus einem Reheat-Set.

Dewoitine D.520

Der weitere Zusammenbau geht ebenfalls ohne Probleme vonstatten, wobei die Tatsache, daß möglichst viele Klebekanten auf Blechstöße gelegt sind, sowie die hervorragende Paßgenauigkeit einem die Arbeit ungemein erleichtern. Wenn man die Flügel an den Rumpf anbaut, sollte man am Besten auch gleich die untere Motorverkleidung ankleben, da diese bei einer nur minimalen Schiefstellung der Flügel überhaupt nicht mehr paßt. Andersherum gesagt, wenn die Motorverkleidung richtig sitzt, ist auch sichergestellt, daß die Flügel gerade sind.

Die stoffbespannten Flächen habe ich etwas überschliffen, da mir die Rippenstruktur zu scharfkantig erschien. Die Tatsache, daß die Landeklappen extra beiliegen und in verschiedenen Stellungen angeklebt werden können, verdient besonderes Lob. So etwas belebt das Modell, und die Selbstanfertigung wäre aufgrund der komplizierten Form am Flügelanschluß doch sehr schwierig. Solche Teile wie Ruder und Flaps sollten immer separat beiliegen, da sie bei am Boden abgestellten Flugzeugen ganz allgemein oft in ausgelenkter Position zu sehen sind.

Dewoitine D.520

Die in der Bauanleitung angegebenen Farbtöne sind nicht korrekt, ich habe die richtigen Farben größtenteils im Angebot der Firma XTRA-Colors gefunden. Das sind im Einzelnen X393 Bleu de Nuit für das Cockpit, X394 Chamois für die Fahrwerkschächte, X388 Gris Bleu Fonce und X392 Vert Fonce für die Oberseiten. Für das Braun auf der Oberseite schien mir Humbrol 10, und für die Unterseite Tamiya AS-5 RLM76 am besten geeignet zu sein.

Die beiliegenden Abziehbilder sind etwa spröde, aber sie decken recht gut. Glücklicherweise müssen sie nicht um allzuviele Rundungen, vom Leitwerk einmal abgesehen. Aber auch hier hilft Weichmacher, das Abziehbild korrekt zu befestigen. Allein der rote Farbton franst gelegentlich etwas aus, so daß man mit dem Pinsel nachkorrigieren muß.

Dewoitine D.520

Fazit:

Ein erstaunlich schnell zu bauendes und bildschönes Modell, das viel Spaß gemacht hat und kaum Platz für Verbesserungen ließ

Thomas Mohr

Publiziert am 18. Februar 2003

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