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Focke-Achgelis Fa 330 "Bachstelze"

von Thomas Mohr (1:72 Pavla)

Focke-Achgelis Fa 330 "Bachstelze"

Die von Deutschland im zweiten Weltkrieg so erfolgreich eingesetzten U-Boote hatten einen entscheidenden Nachteil: sie konnten nur Ziele angreifen, die sie auch zu Gesicht bekamen. Im Nordatlantik konnte dieses Problem noch teilweise durch Fernaufklärer, Rudeltaktik sowie durch die hervorragend arbeitende Funkaufklärung kompensiert werden, aber für den Südatlantik und den Indischen Ozean waren grundlegend andere Lösungen erforderlich.

Heinrich Focke nahm sich 1942 des Problems an und konstruierte innerhalb kürzester Zeit einen kleinen motorlosen Tragschrauber, der in zwei wasserdichte Röhren verpackt an Bord der U-Boote mitgenommen werden konnte. Dank seiner einfachen Konstruktion und seiner kompakten Abmessungen konnte die Focke Achgelis Fa 330 Bachstelze innerhalb von sieben Minuten zusammengebaut und gestartet werden.

Focke-Achgelis Fa 330 "Bachstelze"

Die Maschine wurde an einem Seil hinter dem U-Boot hergezogen, hob bereits ab ca. 30 km/h ab und erreichte bis zu 220 m Höhe, wenn das Seil auf die komplette Länge von 300 m ausgefahren wurde. Dadurch bot sich dem Piloten dann doch ein ganz brauchbarer Ausblick. Das Zerlegen und Verstauen des Tragschraubers dauerte sogar nur zwei Minuten. Für den Notfall stand ein Fallschirm zur Verfügung, an dem die komplette Maschine sicher nach unten gebracht werden konnte, und der Rotor ließ sich abwerfen, um Verletzungen des Piloten bei Wasserberührung zu vermeiden.

Etliche U-Boote vom Typ IX-D2 wurden mit den Transportröhren ausgerüstet, in der Regel senkrecht im hinteren Teil des Turmes eingebaut. So kam die Bachstelze tatsächlich zum Einsatz, und zwar hauptsächlich im Indischen Ozean. Die relativ aufwendige Handhabung des Fluggerätes und die stark eingeschränkte Alarmtauchfähigkeit der U-Boote während seines Einsatzes verhinderten jedoch, dass der Tragschrauber Standardausrüstung der ‘Monsun’ -Boote wurde, obwohl in Delmenhorst etwa 100 Exemplare der Bachstelze gebaut wurden.

Focke-Achgelis Fa 330 "Bachstelze"

Der Bausatz von Pavla Models besteht aus einem Gußgrat mit immerhin 9 Teilen, einer Ätzplatine und einem kleinen Decalsheet. Mehr Teile sind auch nicht nötig, um eine exakte und vollständige Replik des Originals zu erzeugen, denn schließlich war die Bachstelze nun einmal klein und einfach aufgebaut. Die Teile, besonders die Fotoätzteile, sind von hervorragender Qualität, einfach zu verarbeiten und geben das Original sehr genau wieder.

Natürlich bedarf es schon eines Minimums an Geduld und ruhiger Hände, um die teilweise wirklich winzigen Teile an der richtigen Stelle anzubringen, und man muss während der Bauphase sehr vorsichtig mit dem Produkt umgehen. Aber ein so filigranes Gerät wie die Bachstelze verlangt eben nach entsprechenden Baumaterialien. Dafür gab es an dem ganzen Bausatz wirklich nichts zu verbessern. Ich habe lediglich das Ätzteil, das die Verspannung der Rotorblätter darstellen soll, durch ein Fädchen ersetzt.

Focke-Achgelis Fa 330 "Bachstelze"

Text....Die Bauanleitung ist ein bißchen verwirrend, da sie den kompletten Zusammenbau in einer einzigen Explosionszeichnung zeigt. Da ist es von Vorteil, wenn man über Bilder vom Original verfügt. Farbgebung und Abziehbilder stellen einen ebenfalls nicht vor Probleme.

Da das Modell doch sehr klein und zerbrechlich ist, insbesondere wenn man den Rotor noch mit Hilfe einer Stecknadel drehbar macht, möchte man es nach der Fertigstellung nicht mehr unbedingt anfassen müssen. Deswegen habe ich es auf einer kleinen Grundplatte befestigt, die ein Stück eines Schiffsdecks darstellen soll. Ich hätte es ja gerne auf einem Ausschnitt eines U-Bootes präsentiert, aber da die Bachstelzen vom Turm aus operierten, hätte ich einen kompletten Turm eines IX-D2 Bootes scratch nachbauen müssen, und das war mir dann doch zuviel Aufwand.

Focke-Achgelis Fa 330 "Bachstelze"

Der kleine Tragschrauber ist in seiner Winzigkeit wirklich beeindruckend, und ich hoffe, dass der danebengelegte Pfennig einen Eindruck davon vermitteln kann. Um aber auch eine Vorstellung von der geringen Größe des Originals zu geben, habe ich noch einen Piloten dazugestellt, denn eine in der Nähe des Objektes befindliche Person eignet sich immer noch am besten als Maßstab.

Thomas Mohr

Publiziert am 11. April 2003

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