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Richelieu

von Andre Steckel (1:700 Hi-Mold)

Richelieu

Werdegang:

Die Richelieu wurde am 22. Oktober 1935 am Arsenale de Brest auf Kiel gelegt, der Stapellauf erfolgte am 17. Januar 1939 und die Fertigstellung am 15. Juni 1940. Das Schiff war äußerlich sehr ähnlich der Dunkerque-Klasse, die ebenfalls zwei Vierlingstürme als Hauptartillerie vor der Brücke hatte. Es sollten ursprünglich vier Schiffe dieser Klasse gebaut werden, drei wurden auf Kiel gelegt, jedoch nur noch die Jean Bart nach dem Krieg fertig gestellt. Noch während des Baus wurde die Mittelartillerie reduziert. Statt fünf Türmen wurden durch Weglassen der seitlichen Türme nur drei eingebaut und so eine Verstärkung der Flak um sechs 10 cm Doppellafetten ermöglicht.

Richelieu

Das Schiff wurde direkt nach der Fertigstellung nach Dakar verlegt und dort von Flugzeugen der HMS Hermes durch einen Torpedo beschädigt. Am 23. und 25.09.1940 Gefecht mit HMS Resolution. Beim ersten Gefecht Explosion in Turm 2, im zweiten Gefecht zwei 38 cm Treffer erhalten. In der Folge schloss sie sich den Alliierten an und blieb in Nordafrika. Von Januar bis Oktober 1943 Große Werftliegezeit in den USA bei der Marinewerft Brooklyn.

Richelieu

Dort erhielt sie Geschütze von ihrem Schwesterschiff Jean Bart für die durch die Explosion zerstörten eigenen. Neben neuer Flak kam auch US-Radar an Bord, das später durch Geräte britischer Herkunft ergänzt wurde. Bis Ende Februar 1944 bei der britischen Home Fleet mit Unternehmungen gegen die norwegische Küste. Danach zur britischen Eastern Fleet im Indischen Ozean. Ab Oktober 1944 zur Überholung nach Gibraltar. Danach wieder ab März 1945 in Fernost. Nach dem Krieg Besuchsreisen und Einsatz als Schulschiff. 1958 in Reserve versetzt. 1968 zum Abbruch verkauft.

Richelieu

Technische Daten:

  • Wasserverdrängung Standard 39.116 t
  • Einsatzverdrängung 48.309 t
  • Länge ü. a. 247,85 m
  • Breite 33,00 m
  • mittlerer Tiefgang 9,63 m
  • Antrieb 150.000 WPS auf 4 Wellen für 30 kn
Bewaffnung (ursprünglich):
  • 2x4 38 cm
  • 3x3 15,2 cm (max. 90° Rohrerhöhung)
  • 8x2 3,7 cm Flak, 2x4 13,2 mm
  • 3 Bordflugzeuge, zwei Katapulte
  • Später: zusätzlich 6x2 10,0 cm; 4x8,8 cm seitlich der Hauptgeschütze zu Übungszwecken
  • 8x4 13,2 mm
Nach Werftliegezeit in den USA:
  • Ausbau der Flugzeuganlage und der 3,7 cm Flak
  • 14x4 40 mm
  • 14-50x1 20 mm

Richelieu

Der Bausatz:

Die Resinteile sind äußerst sauber gegossen, wodurch sehr wenig Nacharbeit notwendig sein wird. Es sind auch keine Luftblasen zu sehen.

Richelieu

Das Modell:

Hi Mold  gehört zu den etablierten und schon seit langem auf dem Markt befindlichen Kleinserienherstellern. Die Firma hat sich überwiegend der Produktion von Einheiten der jap. Marine gewidmet. Zum Glück gehört die Richelieu zu den Ausnahmen.

Richelieu

Die Modelle von Hi Hold trotz Herstellung seit Mitte der 90ger Jahre zeichnen sich unverändert durch eine sehr gute Qualität und ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Auch bei der Richelieu ist dies der Fall. Die Resinteile sind äußerst sauber gegossen, wodurch sehr wenig Nacharbeit notwendig sein wird. Es sind auch keine Luftblasen zu sehen.

Richelieu

Der Zusammenbau der einzelnen Teile bereitet keine großen Schwierigkeiten, aber kleine Schleifarbeiten sind natürlich nicht zu vermeiden. Für die Bemalung habe ich mich für den Tarnanstrich direkt nach der Überholung in der Marinewerft New York im September 1943 entschieden. Der Tarnanstrich erfolgte mit den Farben Nr. 79 von Revell (Mittelgrau) und 144 von Humbrol (Hellgrau). Das Deck habe ich in Grau Nr. 27 Humbrol (Mittelgrau) und Nr. 79 von Revell (Dunkelgrau) gestrichen. Die Rostalterung erfolgte mit der Farbe 62 von Humbrol.

Richelieu

Die größte Herausforderung war das Verschmelzen der Grautöne von Mittel- bis ins Hellgrau in ständig unterschiedlichen Ausprägungen. Die Reling und die Leitern habe ich von Toms ergänzt. Die Besatzung stammt von Eduard. Die Masten habe ich aus Alu selbst inklusive der Takelage und Beflaggung gebaut.

Richelieu

Fazit Richelieu:

Ich bin mit dem fertigen getarnten  Modell sehr zufrieden. Das Modell konnte ich bei E-bay für 105,-- US$ bzw. knapp 90,-- Euro erwerben. Zu dieser Zeit wurde die Richelieu in Japan nicht produziert und meine Freude war groß. Die Richelieu ist und bleibt eines meiner Traummodelle und wird nur von Hi-Mold produziert. Sie ist ein Muss für jeden Liebhaber der franz. Flotte. Mein nächstes Projekt im Zustand 1943 ist der franz. Träger Jofre von IHP mit der Unterstellung, dass dieser mit der Richelieu seinen Dienst im Pazifik tut. Danke für die Bilder von Martin Kohring.

Andre Steckel

Publiziert am 29. März 2007

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