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Grumman F3F-1

Flying Barell

von Bernhard Schrock (1:48 Accurate Miniatures)

Grumman F3F-1

Der letzte seitens der U.S.Navy in Dienst gestellte Doppeldecker ähnelte eher einem Faß mit Flügeln, als einem Flugzeug und wurde durch die Piloten in der Umgangssprache Barell three („Faß drei“) genannt. Es war die dritte Konstruktion der langen und erfolgreichen Reihe von Jagdflugzeugen aus der Schmiede von Grumman und konnte dank ihrer Wendigkeit sogar die P-51 Mustang ausmanövrieren.

Grumman F3F-1

Viele Jahre war der große Maßstab nur durch den Vaku (F3F-3) von Aeroclub vertreten. Kurz vor dem Jahreswechsel bekam er endlich einen würdigen Vertreter, der dem neuzeitlichen Trend der Superbausätze mehr als gerecht werden kann.

Die Teile präsentieren sich in hellgrauem und relativ weichem Kunststoff und begeistern durch eine hervorragende Detaillierung. Erhabene und sehr feine Nieten, versenkte Blechstöße, überlappende Rumpfbeplankung, Scharniere von Wartungsklappen, Verstärkungsstreifen über den Rippen der Stoff bespannten Tragflächen und, und, und...

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Alles paßt fast wie von alleine! An einigen Stellen ist allerdings besondere Aufmerksamkeit geboten, wie z.B. beim Einsetzen des Cockpits. Der hintere Spant muß nach dem Einsetzen der Baugruppe seitlich zu sehen sein.

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Sollten Sie ferner genauso wie ich Probleme beim Einsetzen der Seitenwände des Rumpftanks/Fahrwerksklappen haben, können diese durch ein Kürzen der rechteckigen Teile behoben werden.

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Für das Ankleben der oberen Tragfläche empfehle ich einen vom Bauplan abweichenden Weg, und der geht so: zuerst werden die N-Streben mit Plastikkleber an die obere Tragfläche angeklebt. Anschließend kommt die Tragfläche auf dem Tisch zum Liegen und der „Rest“ des Modells obendrauf.

Im ersten Moment sieht es danach aus, daß die Rumpfstreben zu wenig auseinander liegen, doch der erste Eindruck täuscht! Beim Herunterdrücken des Rumpfes gleiten die Streben wie von Geisterhand bewegt in die Mulden hinein. Soweit, so gut, alles noch im grünen Bereich, aber wie schafft man es, einen Druck von ca. 1,2 kg (wie ich den gemessen habe, steht weiter im Text) auf ein ziemlich zierlich wirkendes Modell bis zum Austrocknen des Klebers aufrechtzuerhalten???

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Die Lösung ist einfach: eine Ecke einer ca. A4 großen Holzplatte wird über einem Stück Schaumstoff zwischen die Fahrwerksbeine gelegt und auf der anderen Seite abgestützt, so daß die Platte waagerecht liegen bleibt.

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Auf die Platte muß nun ein Gewicht gelegt werden und so weit in Richtung des Modells verschoben werden, bis die Streben da sind, wo man sie haben will. In meinem Fall waren es zwei Rollen Lötdraht mit je 500 g und die Holzplatte steuerte den Rest bei...

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Nach Durchsicht aller mir zu Verfügung stehenden Publikationen fiel meine Wahl auf die BU-Nr. 0262 von der U.S.S Wasp mit der Kennung 7-F-7, die bei der VF-7 „Den Wespen“ eingesetzt war.

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Die tropfenförmigen Flachprofile des Originals liegen in Form einer zweiten Ätzplatte aus Edelstahl vor und werden ganz zum Schluß in die dafür vorgesehenen Kerben eingesetzt.

Es ist allerdings nicht zu empfehlen, diesen Arbeitsgang nach zwei oder drei Flaschen Flens oder Alster zu versuchen! Es ist eine echte Fummelarbeit, die ruhige Hände und vor allem ein schattenfreies Licht erfordert!!

An einer Stelle findet sich in diesem Zusammenhang ein Fehler, der aber wahrscheinlich bewußt zwecks Vereinfachung von AM in Kauf genommen wurde. Im Bereich der inneren Streben kommen beim Original die Spannflachprofile nicht am Rand, sondern mitten aus den trichterförmigen Streben-Verkleidungen heraus. Wer diesen „Fehler“ korrigieren möchte, muß die Kerben an der Unterseite der oberen Tragfläche verschließen und je zwei Bohrungen in den „Trichtern“ mit einem Durchmesser von ca. 0,5 mm erstellen. Von jedem zu knickenden Ätzteil können die zwei langen Profile verwendet, die zwei kurzen hingegen müssen neu angefertigt werden. Hierzu empfehle ich eine Gitarrenseite aus Federstahl mit 0,22 mm Durchmesser, die beim Einsetzen nicht verbiegt und alleine durch ihre Spannung hält.

An dieser Stelle sollte jeder bitte unbedingt eine eiserne Regel beherzigen, die Ätzteile, bzw. die Stücke der Gitarrenseite nur an einer Stelle zu verkleben, um ein Durchhängen bei Temperaturschwankungen zu vermeiden. Sinnvollerweise wird das Ende gewählt, an dem eventuelle Klebstoff-Ausrutscher weniger auffallen.

Grumman F3F-1

Der Abziehbilderbogen ist hervorragend und enthält neben den Standardelementen (-MF-, -F- in Weiß und Schwarz, große und kleine Ziffern von 0 bis 9 in Weiß und Schwarz) die Wappen aller Staffeln und der U.S. Marines und andere Exoten.

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Den Beginn machte bei der Lackierung Schwarz für das Leitwerk, sowie Weiß (H130 + ca. 30% Testors-Metaliser-Verdünner für bessere Haftung), mit dem ich die Mitte der Motorhaube, sowie den hinteren Rumpfabschnitt für die dünnen Trennstreifen zwischen Aluminium und Blau spritzte. Diese ca. 0,5 mm breiten Trennstreifen wurden aus der  elastischen Tehalit (Kabelkanäle aus dem Elektrobereich) Schutzfolie angefertigt.

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Für die anschließende Lackierung mit Aluminium (50% Alu-Metaliser und 50% Sealer, beide Testors), sowie Blau (ca. 70% H14 und ca. 30% H130) ist es wichtig, daß die jeweils nicht zu spritzende Fläche abgedeckt wird.

Bernhard Schrock, Februar 2000
Bernhard Schrock, Februar 2000

Den Schlußakkord bildete die bei mir zum Standard gehörende Behandlung der Lackierung, die aus dem vorsichtigen Wegschleifen aller eingeschlossenen Staubpartikel besteht und als Beilage den Oberflächen einen unregelmäßigen und belebenden Glanz verleiht. Bei Humbrolfarben kam hierbei das 2000-er Schleifpapier von Tamiya, bzw. bei den „metallisierten“ Flächen das 6000-er Poliertuch von Micromesh zum Einsatz.

Bernhard Schrock

Publiziert am 11. November 2009

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