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Jakowlew Jak-17 Feather

von Bernhard Pethe (1:72 Special Hobby)

Jakowlew Jak-17 Feather

Geschichte:

A.S.Jakowlew arbeitete ab Mai 1945 mit Hochdruck, parallel zu Mikojan, an dem Projekt eines Strahljagdflugzeuges. Jakowlew ging dabei einen recht einfachen, aber durchaus genialen Weg. Er veränderte die Zelle der Jak-3 so, dass an Stelle des 12-Zylinder-Kolbentriebwerkes das deutsche Turbinentriebwerk Jumo 004 B zum Einbau kam. Die Schubachse wich etwa 4° nach unten von der Längsachse ab. Die Schubdüse lag unterhalb des Rumpfes, in Höhe der Tragflügelhinterkante. Ein Problem gab es da natürlich mit dem Spornrad, welches ständig im heißen Abgasstrahl lag. Man tauschte einfach das Gummirad gegen ein Eisenrad aus. Diese Maschine, die Jak-15, flog am 24. April 1946 zum ersten ma1. 280 Flugzeuge wurden in den Folgejahren im Werk 31 in Tbilisi gebaut und an die Streitkräfte übergeben.

Jakowlew Jak-17 Feather

Die Jak-15 hatte in der Hauptsache eine Aufgabe, den Piloten ein schnelles Vertrauen in die neue Antriebsart zu geben. Sie war damals der leichteste Turbinenjäger, hatte aber noch so ihre Probleme. Die Mischbauweise war für so ein Flugzeug ungeeignet, das Seitenleitwerk war zu klein, da es nicht mehr vom Propellerstrahl direkt angeblasen wurde und die bekannte Sache mit dem Spornrad, führten 1947 zur weiterentwickelten Jak-17. Diese bekam nun ein Bugradfahrwerk, dabei musste das Hauptfahrwerk am Flügel nach hinten versetzt werden, wo vorher die Kraftstoffbehälter lagen. Dies führte wiederum zu einer veränderten Kraftstoffmengensituation, sodass an die Flügelspitzen 200 Liter Zusatzbehälter montiert werden mussten. Das Seitenleitwerk wurde vergrößert und das Triebwerk hieß jetzt RD-10A mit 9,8kN Startschub. Die Startmasse erhöhte sich um etwa 500kg, die Höchstgeschwindigkeit (V/max.) lag bei 750km/h. Die Bewaffnung bestand wie bei der Jak-15, aus zwei 23mm NS-23 Maschinenkanonen.

Jakowlew Jak-17 Feather

Die von 1948, in 430 Exemplaren gebaute Jak-17 war auch nur eine Übergangslösung, zumal zu dieser Zeit die MiG-15 mit besseren taktisch-technischen Daten aufwarten konnte. Wegen einer erwogenen Lizenzproduktion wurden je ein Flugzeug in die Tschechoslowakei und nach Polen geliefert.

Jakowlew Jak-17 Feather

Modell:

Special-hoppy nennt sich der tschechische Hersteller mit seinem Mixed-Media-Kit. Welche Ausstattungsmerkmale zeichnen den Bausatz nun aus? Eine stabile, optisch gute Verpackung, in Plastikfolie eingepackte Bauteile, eine gute Bauanleitung mit Farbangaben für Humbrol und Federal Standard, ausgezeichnete Decals von Propacteam für eine russische und eine tschechische Jak-17 , Resinbauteile für das Cockpit und eine Vaku- Cockpithaube.

Jakowlew Jak-17 Feather

Die 30 grauen Plastikteile sind mit einer versenkten Gravur versehen und überzeugen durch eine gute Spritzqualität. Nur die Oberflächen sind etwas rau, lassen sich aber mit etwas feiner Stahlwolle gut glätten. Das Resincockpit muss man etwas aufwendig in die Rumpfhälften einpassen. Das Bauteil 32 an der Schubdüse habe ich nicht eingebaut, sondern durch ein passendes Röhrchen ersetzt. Tragflächen und Höhenleitwerk müssen stumpf angeklebt werden. Dies geht mit der richtigen Klebetechnik problemlos. Ein Hinweis auf die richtige V-Form der Flügel fehlt in der Bauanleitung. Die Flügelspitzen müssen gegenüber dem Rumpfanschluss 6mm höher liegen. An der linken Tragflügelnasenkante wurde aus einem Stück transparenten Plastikmaterial ein Landescheinwerfer eingebaut.

Jakowlew Jak-17 Feather

Geändert wurden auch die Hauptfahrwerkschwingen und der Spurzwang. Die ausgeschnittenen Quer ,- und Höhenruder sind im Bausatz nicht vorhanden. Vaku-Kabinenhauben sind ja nun nicht Jedermanns Sache. Qualitativ gute Hauben sind aber oftmals besser, als manche gespritzte Plastehaube, gerade im Maßstab 1/72. Probleme bereitet vielen das saubere Ausschneiden und Anpassen, sowie das Kleben. Probeklebungen mit abgeschnittenen Resten sind immer ratsam. Das Modell wurde in zwei Arbeitsgängen mit XTRACOLOR-Farben X261 und X602 gespritzt. Nach dem Aufbringen der Decals wird mit Klarmattlack überlackiert.

Letzte Arbeiten sind das Ankleben der Antennendrähte und das "Anschrauben" der Positionslichter. Der "Russe mit deutschen Herz", ein schönes Modell aus den Anfängen der Jet-Ära, ist nun fertig. Bei dieser Kategorie Modellbausätze wird man immer ein paar zusätzliche Arbeiten in Kauf nehmen müssen, aber gerade darin liegt für viele Modellbaufreunde der Reiz dieser Bausätze.

Bernhard Pethe

Publiziert am 31. März 2003

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