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K-Class Submarine

von Jim Baumann (1:350 Pit Road)

K-Class Submarine

Das Original

Aus dem Englischen von Christian Bruer

Die K-Klasse U-Boote der Royal Navy wurden 1913 entwickelt. Sie waren dampfgetriebenen Boote mit ausreichender Geschwindigkeit und Reichweite, um mit der Schlachtflotte operieren zu können. Die Boote waren für ihre Anfälligkeit und ihre vielen Unfälle bekannt. Von den 18 gebauten Booten gingen allein sechs durch Unfälle verloren. Lediglich eines der K-Boote griff jemals ein gegnerisches Schiff an, U-95, welches Mittschiffs von einem Torpedo eine K-Bootes getroffen wurde, der Torpedo detonierte jedoch nicht....!! K ….für Katastrophe! Ihre gedachte Aufgabe bei der Schlachtflotte war, die fliehende feindliche Flotte anzugreifen und zu versenken. 1913 lag eine Konstruktion für die neue Klasse vor, die in der Lage war, gemeinsam mit der Flotte zu operieren. Der Dampfantrieb stellte seinerzeit die einzige Möglichkeit dar, die erforderliche Leistung zur Erreichung der geforderten Geschwindigkeit von 24 Kn zu erbringen. Die schweren ölgefeuerten Dampfturbinen beanspruchten viel Platz, was wiederum die gewaltigen Abmessungen der Boote erklärt. Die Boote maßen in der Länge 103m bei einer Wasserverdrängung von 1.980 ts (2.566 ts getaucht). Die Boote waren recht lang und vor allem unhandlich, und man besaß noch nicht die Erfahrung im Umgang mit solch großen Booten. So kam es vor, dass beim Tauchen der Bug auf dem Meeresboden aufschlug und das Heck noch aus dem Wasser schaute. Die Tauchzeit betrug rund 5 min, wobei K-8 mit einer Tauchzeit von 3 min 25 sec. den Rekord für die K-Klasse hält.Das tauchen mit den Booten war eine sehr komplizierte Angelegenheit, als erstes mussten die Kessel gelöscht werden, anschließend alle Außenbordventile der Rauchabzüge und der Kesselbelüftung geschlossen werden. Die Schornsteine sowie die Lüfter konnten zusammengeklappt an Oberdeck verstaut werden. Dann wurde der Kessel- und Turbinenraum vom Personal geräumt und die Schotten verschlossen. Das war nötig, weil der Aufenthalt in den Räumen im getauchten Zustand, aufgrund der Hitze und des Staubes, nicht zu ertragen war.

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Die Admiralität ließ sich von der Größe der Boote dazu verleiten, die Besatzung permanent auf ihnen belassen. Im Hafen standen den U-Boot Männern kein Depot-Schiff oder gar Unterkünfte an Land zur Verfügung. Die Luft an Bord der Boote, bedingt durch den geringen Raum für die Besatzung und den Gestank von Öl, Rauch und sonstigen Düften, kann man nur erahnen.  Das Vorbild für mein Modell, HMS K13 wiederfuhr kurz nach der Indienststellung ein Unfall. Bei schwerer See wurde ein Schornstein beschädigt und das eindringende Wasser überflutete den Kesselraum. Im Frühjahr 1917 war das Boot wieder hergestellt. Kurz darauf, am letzten Tag ihrer Erprobungsfahrt, versank K13 während eines Routine Tauchmanövers in der Nähe von Gareloch Schottland. Der sofort eingeleiteten Rettungsaktion ist es zu verdanken, dass nach 56 entsetzlichen Stunden 48 Mannschaftsmitglieder gerettet werden konnten. 32 ihrer Crewkameraden verloren bei dem Unfall ihr Leben. Sechs Wochen später wurde das Unglücksboot geborgen. Nach der abermaligen Reparatur wurde das Boot wieder in Dienst gestellt, diesmal allerdings als HMS K22. Eine ungewöhnliche Geste der Admiralität, um dem Aberglaube der Seeleute entgegen zu wirken! Das gerade von K13 in K22 umbenannte Boot war anschließend Teil der 13 U-Boot Flottille, welche in der „Schlacht von May Island“ am 31. Januar 1918 beteiligt war. Während einer Nachtübung im Firth of Forth, gemeinsam mit fünf Schlachtkreuzern, drei Schlachtschiffen, vielen Kreuzern und Zerstörern sowie neun anderen K-Klasse Booten, geschah es dann. K14s Ruder klemmte und sie kollidierte mit ihrem Schwesterboot K22. Dabei wurden beide Boote stark beschädigt, und als wäre das noch nicht genug, rammte HMS Inflexible in die Steuerbordseite von K22. Obwohl schwer beschädigt, überstand K22 den wiederholten Unfall. In der selben Nacht gingen allerdings K4 und K17 durch Unfälle verloren und vier weitere Boote wurden beschädigt. Nach dem Krieg versah das Boot weiter seinen Dienst. 1924 besuchte K22 die 1. U-Boot Flottille in Algier. K22 wurde 1926 außer Dienst gestellt und verschrottet.

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Das Modell

Ich habe K22 so dargestellt, wie es kurz nach dem Krieg an seiner Festmacherboje im Tidenstrom liegt, so wie es vielfach in den britischen Häfen seinerzeit zu beobachten war. Den Pitroad Combat Sub Bausatz im Maßstab 1:350 habe ich als Muster über Modelwarships bekommen und er verbrachte die letzten drei Jahre unbeachtet in meinem Stapel noch zu bauender Bausätze. Eine erzwungene Unterbrechung in einem anderen, länger andauernden Modellbauprojekt, weckte in mir den Wunsch, einmal wieder etwas zu bauen, was schnell und bequem von der Hand geht...Trotz des sehrt schön wiedergegebenen Unterwasserschiffes entschied ich mich für eine Wasserliniendarstellung, und das, obwohl ein U-Boot über Wasser eher uninteressant aussieht. Von einem Online Photo-Händler erstand ich einige sehr schöne aber auch sehr teure Fotos in einer hohen Auflösung von K22, wie es an seiner Boje liegt, alle Masten ausgefahren und die Reling aufgeriggt. Die Bilder ließen auch das ungefähre Farbschema und den Farbverlauf, sowie die Kennung gut erkennen. Der erste Schritt war nun, den Unterwasserrumpf abzutrennen, welches ich wie immer an meiner Schleifmaschine erledigt habe.  Nachdem ich das untere Rumpfteil abgetrennt hatte, musste ich feststellen, dass der verbleibende Rumpf seine Stabilität eingebüßt hatte. Über die Längsachse war der Rumpf nun völlig verzogen. Ich versuchte den Rumpf im heißen Wasser und mittels Festzwingen auf einem geraden Stück Holz wieder gerade zu bekommen – vergeblich. Also entschloss ich mich, den Rumpf auf einer 3mm starken Edelstahlplatte zu befestigen. In die Platte sowie in den Rumpf bohrte ich mehrere Löcher und verschraubte das Rumpfteil anschließend mit No. 8 Pozi selbstschneidenden Schrauben. 

Mit dieser Methode ließ sich der Rumpf letztendlich wieder gerade richten, und nachdem ich das vorsichtig überprüft habe, konnten die Schrauben wieder gelöst werden. Zum späteren Befestigen sollte dann eine Schraube ausreichen, welche ich auch nutzte, um das Modell mittels einer Halteklammer während des Baus zu handhaben.

Der Rumpf gibt die Proportionen des Bootes gut wieder und weist eine feine und saubere Oberfläche auf. Der Winkel des Bugs war nach dem Vergleich mit Plänen und Fotos nicht stimmig umgesetzt, der Winkel des ansteigenden Bugs viel zu flach. Da der Rumpf ja recht flexibel war, was ich nach dem Abschleifen des Unterwasserschiffes ja feststellen durfte, war es ein Einfaches, das zu korrigieren. Ein dünnes Stück Styrene Material unter dem Rumpf und beim späteren Befestigen auf der Grundplatte stellte sich der korrekte Winkel ein.

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Der Kommandoturm war wie der Rumpf recht gut umgesetzt, ihm fehlte aber der Wind- und Spritzwasserdeflektor an der Vorderkante. Das elliptische Bauteil aus Messingblech herzustellen ist recht aufwendig, da eine Schablone benötigt wird. Eine effektive und einfache Methode ist, das Teil aus Lötzinn herzustellen. Der Lötzinn wird mit einer feinen Juwelierzange flach gedrückt und Stück für Stück an der Turmkante angesetzt und befestigt.

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Auf Fotos ist die vordere Bordluke, oberhalb der Offiziersquartiere, häufig geöffnet und mit einer Segeltuchabdeckung abgedeckt zu sehen. Um das darzustellen, habe ich die Luke aufgebohrt und eine fotogeätzte Luke installiert. Die Stützen der Segeltuchabdeckung entstanden aus Messing-Rundmaterial, das Segeltuch selber entstand aus Weißleim, den ich an der Abstützung aufgetragen habe. 

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Die 3” Luftabwehr Kanone sowie das 4” Geschütz erhielten neue Rohre bestehend aus 1:700 Messing Rohren von NNT (6“) bzw. BMK (8“). Die angegossenen Pedale des 3“ Geschützes ersetzte ich durch Papier, welches ich in Sekundenkleber getränkt und damit ausgesteift habe. Die Luken auf dem Achterschiff wurden ebenfalls geöffnet und ein Rauchabzug für die Kombüse zugefügt sowie viele weitere Details, wie Poller und Klüsen zugefügt. Ich überlegte eine Weile, wie ich am besten die Reling darstelle. Jede bekannte fotogeätzte Reling wäre viel zu wuchtig gewesen. Deshalb habe ich mich entschlossen, Relingstützen aus geätzter Reling auszuschneiden und in vorgebohrten Löchern am Rumpf zu befestigen. Die Relingzüge wurden dann aus gezogenem Gussast hergestellt und an den Stützen befestigt.

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Der Rest des Baus war recht unkompliziert. Ich habe die Schornsteine durch neue aus Aluminium ersetzt und Halterungen aus Abfällen von Fotoätzteilen hergestellt. Das einzige was sonst noch ergänzt wurde, sind die Tiefenruder und der Funkmast. Die Grundlage für das Display bildete eine Lage Künstlerpapier welches entsprechend behandelt eine leichte Wellenbildung zeigt. Das Papier wurde mit Enamel-Farben nass in nass bemalt und mittels unterschiedlicher Farbtönungen abgetönt. Bedingt durch die Tiefe und erhabenen Bereich auf der Oberfläche sowie den gezielten Einsatz der verschiedenen Farbtöne lässt sich so eine realistische glatte Wasseroberfläche herstellen. Die Boje entstand aus einem Stück Rundholz und die Fender aus Styrene Micro-Strip. Den Schutzanstrich der Boje habe ich zur Wasserlinie hin im leichten Winkel aufgetragen. So entsteht für den Betrachter der Eindruck, dass die Boje mit dem Boot von der Tidenströmung leicht weggedrückt wird. Die Wasseroberfläche erhielt noch einen Anstrich mit Humbrol Glanzlack, um eine gewisse Tiefenwirkung zu erzielen. Die kleine Nummer des Bootes ist von einem WEM Decals Bogen, wohingegen die größeren Buchstaben/Zahlen aus der Restekiste stammen. Die Flaggen stammen aus dem sich langsam lichtenden Bestand von Dunagain Decals, die Besatzung von L'Arsenal. 

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Jim Baumann

Publiziert am 02. Februar 2010

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