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Chinook HC.1

Operation Grandby 1991

von Thomas Neuss (1:35 Trumpeter)

Chinook HC.1

Sich eine Chinook in 1:35 in die Vitrine zu stellen bedarf schon des nötigen Platzes: Sich eine zweite in die Vitrine zu stellen löst schon mal Kopfschütteln aus...

Trotzdem hat mich dieser Hubschrauber und das entsprechende Modell so fasziniert, dass ich nach der britischen "Operation Telic" Chinook HC.2 noch eine "Operation Grandby" HC.1 im Wüstentarnanstrich bauen wollte. Denn der sandbraune Anstrich fasziniert mich und gibt Raum, sich in Sachen Alterung mal etwas auszutoben, wenn man vermeiden möchte, dass es langweilig einfarbig aussieht.

Nun gibt es keine passenden Decals, keinen Umbausatz zur HC.1 oder 2, und der Bausatz hat - bei einer tollen Ausgangsbasis - auch seine Tücken.

Also kamen folgende Zurüstsets zum Einsatz:

-Cobra Company CH-47D Update Set CC35024

-Eduard Big Ed 3250 CH-47D Chinook

-Decals von Fritzsche-Modellbau, "custom-made"

Um es vorweg zu nehmen: weder der Cobra Company-, noch der Eduard-Satz sind notwendig und schon gar nicht beide auf einmal. Aber beide beinhalten tolle Teile, die das Leben etwas einfacher machen und in Kombination die Detaillierung spürbar steigern.

Doch nun der Reihe nach...

Chinook HC.1

Für das Cockpit wurden sowohl Resinteile von Cobra Company, als auch Ätzteile von Eduard - hier vor allem die toll bedruckten Amaturen- und Sicherungstafeln - verwendet. Ebenfalls verwendet wurden die Stoffsitze aus dem Eduard-Set, die durch ihre rote Farbe etwas Leben hinter die Scheiben des Transportraumes bringen.

Ansonsten wurde hauptsächlich das Cockpit detailliert, da es nacher gut einsehbar ist.

Der Frachtraum hat zwar auch eine große Luke, aber die Erfahrung meiner ersten Chinook mit hoch ddetailliertem Transportraum hat mir gezeigt, dass am Ende doch keiner die Verrenkungen auf sich nimmt, um mal einen Blick hinein zu werfen. Somit wurde dieses Kapitel deutlich schneller abgearbeitet und es wurde lediglich lackiert und gealtert, nicht übermäßig nachdetailliert.

Chinook HC.1

Chinook HC.1

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Die britischen Chinooks haben einige Unterscheidungsmerkmale zu ihren amerikanischen Gegenstücken, die sich hauptsächlich durch eine andere Sensoranlage und die Montage (nach Bedarf) von großen Sandfiltern an den Triebwerken äußern.

Die Sandfilter finden übrigens mit der amerikanischen CH-47F auch dort Einzug, kaum dass 17 Jahre vergangen sind.

Übrigens ist die Ausgangsbasis für alle britischen CH-47 die CH-47D, auf keinen Fall der Bausatz der CH-47A, der das falsche Heck und falsche Triebwerke beinhaltet. Wer also ein ähnliches Projekt plant, sollte darauf achten.

Ebenso befinden sich in der Trumpeter-Anleitung erhebliche Fehler im Bereich der Heckklappe.

Trumpeter empfiehlt, das obere Teil der Klappe zu montieren und das untere wie gewünscht zu positionieren.

Da jedoch das obere Rampenteil in das untere einfährt, ist es bei geöffneter Heckklappe nie sichtbar, lediglich das Ende kann man in der unteren Heckklappe sehen. Dieser Fehler wiederholt sich übrigens auch in dem 1:72 Modell, hier unbedingt aufpassen!

Die notwendigen Teile für die HC.1 habe ich mir selbst hergestellt, für die Sandfilter hatte ich noch die Silikonformen aus meinem letzten Chinook-Projekt und fertigte mir Abgüsse, für die Sensoranlage habe ich mir diesmal Formen angefertigt und Resinteile hergestellt.

Bei der dritten britischen Chinook wird es also einfacher...

Chinook HC.1

Chinook HC.1

Die Lackierung erfolgte in zahlreichen dünnen Schichten und ausschließlich mit Acrylfarben. Die Grundlage bildete eine Schicht Grün mit schwarzem Preshading, wofür Gunze-Farben Verwendung fanden. Das Desert Pink ist von Xtracrylix (Hannants) und ließ sich nach der Zugabe von etwas Alkohol wunderbar verarbeiten. Nach der Grundschicht wurde noch mit abgedunkeltem bzw. aufgehelltem Desert Pink entlang der Blechstöße gearbeitet, was die einheitliche Grundfarbe deutlich unregelmäßiger machte.

Die "Invasionsstreifen" und die schwarzen V auf den Seiten wurden abgeklebt und mit Gunze-Farben lackiert, für das Fliegersichtzeichen auf dem Rumpfrücken kam Model Master Acry Fluorescent Red zum Einsatz, was trotz seines Namens ein wunderbar leuchtendes Orange darstellt. Um der Farbe mehr Kraft zu verleihen, wurde zuvor eine gelbe Grundierung aufgebracht.

Da der gesamte Tarnanstrich des Originals über dem eigentlichen Anstrich lackiert war, war der optische Zustand der Hubschrauber zusehends bemittleidenswert, was für den Modellbauer jegliche Freiheiten im Grade der Abnutzung bedeutet. Nur fabrikfrisch sollte es nicht sein, es sei denn, im Hintergrund ist noch das Frachtschiff zu sehen, von dem gerade abgeladen wurde.

Um die Verwitterung zu simulieren, kam neben einem Washing mit brauner Ölfarbe und der abschließenden Behandlung mit Pastellkreiden und Pigmenten auch eine Filter-Methode mit Ölfarben zum Einsatz, bei der kleine Punkte Ölfarbe mit einem benzingetränkten Borstenpinsel bzw. Tuch nach unten verwischt werden, bis nur noch ein Schimmer bleibt, der schöne Farbnuancen ergibt.

Die Decals waren übrigens eine reine Freude, zumal dieser Punkt bei Beginn des Projektes scheinbar das größte Problem war. Es wurden immerhin weiße Nummern und Zahlen benötigt, was mein Drucker nunmal nicht hergibt. Die Lösung fand ich bei Fritzsche Modellbau, wo man sich Decals nach Bedarf anfertigen lassen kann. Ich habe mir also erstmals Decals anfertigen lassen, die Vorlage hat mir freundlicherweise Sven Sommerfeld erstellt und der Service bei Fritzsche Modellbau war prompt und qualitativ hochwertig. Die Decals ließen sich wunderbar verarbeiten.

Chinook HC.1

Die Detaillierung der Chinook im Außenbereich ist nicht weiter dramatisch, es sollte nur genau recherchiert werden, welche Konfiguration der Antennen denn richtig ist. Allein bei den Golfkriegsmaschinen von 1991 habe ich drei Varianten der Antennenanlage auf der linken Rumpfseite gefunden.

Die "ZA675" hatte eine einreihige Antennenanlage, die Bausatzteile wurden hierfür modifiziert und durchbohrt, die Antenne selber entstand aus gezogenem Gussast. Die Schwertantennen unter dem Rumpf entstanden aus Plastiksheet.

Die Dipolantennen an den Pitotrohren bestehen aus dünnem Stahldraht, die Aufnahmen aus Plastik und Magic Sculp.

Die Abgasrohre der Triebwerke wurden nach einer Schleiforgie mit Alclad lackiert.

Chinook HC.1

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Wie könnte man einen solchen Hubschrauber anders präsentieren als auf einer Sandfläche?

Auf einer Buchenplatte wurde mittels Weißleim feiner Sand fixiert, dann mit einem dunkelbraunen Ölfarbenwashing versehen und mittels Pigmenten und Pastellkreiden schattiert. Eine abschließende matte Klarlackschicht versiegelt das Ganze.

Wie bei mir üblich wurden ein Patch und ein Typenschild ergänzt, insgesamt ist es schon ein imposantes Display, wie ich finde.

Dir Rotorblätter sind übrigens nur aufgesteckt, um einen Transport des Modells zu ermöglichen.

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Weitere Bilder

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Thomas Neuss

Publiziert am 23. September 2009

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