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HMS Otus

von Jim Baumann (1:350 Resin Shipyard)

HMS Otus

Zum Original

Aus dem Englischen von Christian Bruer

Während mein Freund Frank meine Küche renovierte, stellte sich heraus, dass er in den 1960er Jahren auf unterschiedlichen U-Booten der Royal Navy gedient hatte. Sein absoluter Favorit unter den Booten war die HMS Otus. Auf ihr hatte er zwei Unternehmungen mitgemacht.

HMS Otus ( S18) war ein Boot der Oberon Klasse und wurde 1962 in Greenock, Schottland gebaut. Auf ihrer ersten Reise führte HMS Otus mehrere Tests im Atlantik durch. Später besuchte das Boot die USA und Halifax in Kanada. In den frühen 1990er Jahren außer Dienst gestellt, wartete das Boot mehrere Jahre in Harry Pounds, Portsmouth auf den Abwracker. Ein deutscher Geschäftsmann wurde auf das Boot aufmerksam und kaufte es kurzerhand. Mittels zweier Schlepper wurde das Boot durch den Ärmelkanal nach Saßnitz auf der Insel Rügen geschleppt. Das Boot ist als Museum der Nachwelt erhalten und steht dem interessierten Besucher zur Besichtigung zur Verfügung.

U-Boot Museum Stadhafen Sassnitz

HMS Otus

Zum Modell

Die Küche war fertig und Frank hatte alles bis ins kleinste Detail sehr schön umgesetzt...! Mir drängte sich immer mehr die Idee auf, Frank als kleines Dankeschön für seine tolle Arbeit ein Modell seines Lieblingsbootes zu bauen. Eine kurze Anfrage im Forum von Modelwarships betr. verfügbarer Bausätze im Maßstab 1:350 brachte als Ergebnis zwei Bausätze, Fleetline Models aus Australien und Resin Shipyards aus Kanada. Meine Bestellung bei Fleetline brachte leider keinen Erfolg, da der Bausatz gerade nicht verfügbar war. So habe ich den Resin Shipyard geordert, wohl wissend, dass bei diesem Bausatz der Sonar Dom geändert werden muss, um das Boot im Bauzustand der 1960er Jahre darzustellen. Bei meiner Bestellung habe ich Mr. Scannel von Resin Shipyard diesen Umstand mitgeteilt.... er war so nett und hat mir zusätzlich zu dem Bausatz einen Testshot einer früheren Version mit dem schmalen Sonar Dom mitgeschickt, was mir sehr viel Arbeit erspart hat. Zusammen mit der sehr hilfreichen Foto CD von Resin Shipyard und einigen Büchern und Bildern aus dem Internet fühlte ich mich gut gewappnet und konnte das Boot so schnell bauen. 

Neben der doch aufwendigen Lackierung und Alterung habe ich am Modell folgende Modifikationen vorgenommen:

  • Verkleinern der vorderen Tiefenruder
  • Anschärfen der Bugkontur
  • keine Verwendung der geätzten Handläufe
  • Entfernen der Leitungsrohre an Steuerbord
  • Entfernen der Klampen
  • neue Periskope aus Rohrmaterial
  • Anbringen eines Ankers aus einem 1:700 Fotoätz Set

HMS Otus

Das Modell ist auf einem Display platziert. Das Wasser entstand aus Künstlerpapier. Das Papier habe ich etwas kleiner als erforderlich ausgeschnitten und den gewellten Effekt beim Einsetzen des Bootes bewusst in Kauf genommen, um so den Wellengang entlang des Rumpfes darzustellen. Die Methode ist ausführlich im Forum von Modelwarships beschrieben.

Die Besatzung stammt von L'Arsenal, wobei die Rettungswesten aus Weißleim entstanden. Die Gurte wurden nach der Bemalung mittels Bleistift angezeichnet. 

Alles in allem ein sehr schöner Bausatz eines Oberon Klasse U-Bootes in einer guten Gussqualität. Frank war überrascht und sehr erfreut, als ich ihm das Modell seines alten Bootes in einer kleinen Glasvitrine überreichte, auslaufend aus Portsmouth, die Besatzung an Oberdeck angetreten mit einem stillen Lebewohl an die zurückgebliebenen an Land.

HMS Otus

Jim Baumann

Publiziert am 12. Juli 2009

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