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SU-76M

sowj. Selbstfahrlafette

von Erich Rauthe (1:35 Modelist)

SU-76M

Geschichte

Die ersten Panzerschlachten an der Ostfront im Jahre 1941 zeigten, dass die leichten Panzer der Sowjetunion kaum in der Lage waren, gegen die deutschen Kampfwagen zu bestehen, vor allem die deutschen Sturmgeschütze beeindruckten die sowj. Heerführer. Um dem etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen, wurden im Februar 1942 erste Versuche auf der Wanne des leichten Panzer T-60 unternommen, verliefen aber unbefriedigend. Da auch der Panzer T-70 nicht mehr ganz dem Stand der Technik entsprach und in ausreichender Anzahl zur Verfügung stand, wurden im Januar 1943 der Umbau zu Selbstfahrlafette SU-76 und die Serienfertigung angeordnet.

SU-76M

Das Fahrgestell des T-70 wurde um ein Laufradpaar verlängert, um einen größeren Kampfraum zu schaffen. Die beiden Motore, die im T-70 noch einzeln je eine Kette antrieben, wurden ab der Serie 76 M (Modell) rechts hintereinander mit einem Getriebe montiert, die Kanone nach links versetzt. Als Hauptwaffe kam die bewährte Kanone ZIS-3SH mit einer Feuerrate von 12 Schuss/min zum Einsatz, der Seitenrichtwert betrug 16° links und rechts. Mit zunehmender Dauer der Kampfhandlungen waren die deutschen Panzer aufgrund der besseren Panzerung kaum noch auszuschalten, die Panzerung der SU-76 dagegen war sehr dürftig, außerdem war der Kampfraum oben offen und der Fahrer saß direkt neben den Motoren. Bei den Panzermännern hieß das Fahrzeug nur noch „Sukami“, das Miststück! So wurden die SU-76 Ende 1943 an die Feldartillerie weitergereicht und nicht wenige wurden zu Flak-Geschützen umgebaut, endeten als Munitionsträger oder Zugmaschinen. Bei der 5. SS Pz.Div. „Wiking“ wurden erbeutete SU-76 nach Umrüstung auf deutsche Norm bei den Rückzugsgefechten eingesetzt.

Trotz allem wurden SU-76 bis Kriegsende gebaut und hatten nach dem T-34 die höchsten Produktionszahlen sowj. Kampfwagen. Nach 1945 wurden die SU-76 an die sowj. Satellitenstaaten verteilt, wo sie teilweise bis in die 70er Jahre im Bestand blieben.

Das Modell zeigt eine SU-76 M der 8. mot. Art. Brigade der 3. Weissrussischen Front beim Angriff auf Witebsk am 23. Juni 1944.

SU-76M

Technische Daten

  • Hersteller: GAZ, 1943/45, 12.660 Stück
  • Gewicht/Maße: 11 ton, 4,90 m x 2,73 m x 2,20 m
  • Motor/Antrieb: 2x 6-Zyl. Benzinmotor GAZ-202, 2x 70 PS, Vollkette, Triebrad vorne, je 6 Laufräder, je 3 Stützräder, Drehstabfederung
  • Geschwindigkeit: Straße 45 kmh bei einem Aktionsradius von ca. 400 km
  • Bewaffnung: 76,2 mm Kanone ZIS-3SH mit 60 Schuss
  • Panzerung max: Front 30 mm, Kampfraum 10 mm
  • Besatzung: 4 Mann

SU-76M

Modell

Das 1:35 Standmodell 303509 von dem wenig bekannten russischen Hersteller Modelist stammt von 2007 und wurde 2008 auf der Modellbaumesse in Dortmund gekauft. So kann ich die Modellbesprechung vom 22.02.d.J. von Thomas Hofmann ergänzen, der das SU-76 in 1:35 von Miniart vorstellte.

Eigentlich war es der günstige Preis und die Tatsache, dass ich dieses Modell in 1:35 zuvor noch nicht gesehen hatte, dass ich mich zum Kauf entschloss. Die Bauanleitung umfasste immerhin vier DIN-A4 Seiten, einschließlich einer geschichtlichen Abhandlung in Russisch.

Gebaut habe ich das Modell ohne größere Probleme aus dem Karton. Erstaunlich, dass die Einzelgliederkette ebenfalls gut zu händeln war, man hat da mit osteuropäischen Herstellern schon ganz andere Erfahrungen gemacht.

SU-76M

Für die Farbgestaltung waren Humbrol-Acryl-Spray und Revell-Aqua-Color verantwortlich.

Erich Rauthe

Publiziert am 12. Dezember 2009

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