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Opel Maultier

Kranwagen

von Erich Rauthe (1:35 Italeri)

Opel Maultier

Geschichte

Die ersten Vorläufer der Halbkettenfahrzeuge wurden um 1900 vom französischen Ingenieur Kégresse für den russischen Zaren gebaut. In den 20er und 30er Jahren fuhren Citroen-Kégresse-Halbkettenfahrzeuge u. a. im französischen, brittischen und amerikanischen Heer. Das erste deutsche Raupenfahrzeug für den Truppengebrauch entwickelte 1917 Ingenieur Bremer auf der Basis eines Daimler LKW, bei dem die Hinterräder durch ein Raupenlaufwerk ersetzt wurden. Dieser sogenannte "Marienwagen" wurde aber nur vier Mal gebaut.

Die Versorgung der Fronttruppen ab 1941, besonders an der Ostfont während der Schlammperioden, war mit den herkömmlichen LKWs schwierig, manchmal unmöglich. Aufgrund der guten Erfahrungen mit Halbketten-Zugmaschinen wurden Einheits-LKW mit einem Nachbau des Carden-Lloyd-Kettenlaufwerks ausgerüstet. Obwohl der Einsatz der "Maultiere" nur in der Schlechtwetterperiode geplant war, wurden sie durch den ständigen Transportraummangel ganzjährig eingesetzt und dadurch rasch verschlissen.

Opel Maultier

Kranaufbau

Mit zunehmender Dauer der Kampfhandlungen im Osten wurden die Instandsetzungseinheiten vor immer größere Probleme gestellt. Immer öfter musste improvisiert werden, da für die notwendigen Reparaturarbeiten kaum Werkstätten mit Krananlagen zur Verfügung standen. Die Werkstattkompanie der 210. Sturmgeschützabteilung verwendete zum Austausch von Panzermotoren und Getrieben einen in Eigenregie gebauten Kranwagen auf Maultier-Fahrgestell. Der Kranausleger bestand aus Doppel-T-Träger, die mit Flacheisen vernietet waren. Der Ausleger und die Seilwinde mit Handbetrieb waren fest mit dem Fahrzeugrahmen verbunden, das Drahtseil wurde über Umlenkrollen geführt. Zum Gewichtsausgleich war hinter dem Fahrerhaus ein Betonklotz befestigt. Da der Kranwagen ausschließlich im Bereich der Werkstattkompanie eingesetzt wurde, fehlte neben einer Kennzeichnung auch das übliche Handwerkzeug.

Opel Maultier

Das Modell

Beim Stöbern auf einem Trödelmarkt in Düsseldorf erstand ich ein Buch vom "Panzerpabst" Walter J. Spielberger. Beim Durchblättern fielen mir zwei Kopien in die Hände, die ein Opel-Maultier als Kranwagen zeigten. Die insgesamt vier Aufnahmen (Foto KHM?) zeigten das Fahrzeug der 210. Sturmgeschützabteilung im Einsatz. Da ich immer schon eine Vorliebe für Sonderfahrzeuge, Prototypen und Exoten habe, stand für mich fest: Den bau’ ich nach! Als Grundmodell diente das Modell 6221 von Italeri, das ich fix nach der Bauanleitung, aber ohne Ladefläche, fertigte. Die Seilwinde stammt aus dem Schiffs-Modellbau, die Stahlträger für den Ausleger kommen von Faller. Die Bodenplatten stammen aus dem Hecki-Programm. Der Betonklotz hinter dem Fahrerhaus war mal ein Vierkantholz. Die Vinylketten waren nur nach langem Zureden zu einer brauchbaren Form zu überreden. Leider passierte mir beim Einsetzen der Windschutzscheibe ein böser Fehler: Kleber auf der Scheibe! Ich hoffe nur, dass der Gesamteindruck darunter nicht allzu sehr leidet. Für die Farbgebung war wieder Acrylspray von Humbrol und Aquacolor von Revell verantwortlich.

Opel Maultier

Das Modell zeigt den Kranwagen auf Opel-Maultier der 210. Sturmgeschützabteilung bei den Kämpfen um die Industriestadt Stalino (Ukraine) im Donezbecken Anfang September 1943.

Erich Rauthe

Publiziert am 16. Juli 2010

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