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Panavia Tornado IDS

JaboG 38 "Friesland" 44+08

von Alexander Jost (1:32 Revell)

Panavia Tornado IDS

Das Original:

Für dieses Projekt habe ich mir eine sehr elegante Lufwaffen-Jubi Lackierung ausgesucht. Der Tornado IDS 44+08 des Jagdbombergeschwaders 38 "Friesland" im grün-weißen Kleid mit "Gold-Applikationen" - ich fand diese "fliegende Bierflasche" vom ersten Moment an toll, als ich sie am 04.07.2003 anlässlich des Familientages im Geschwader mutige Manöver über dem Fliegerhorst Schortens und der Stadt Jever habe fliegen sehen. Bereits zwei Sommer später wurde das Geschwader aufgelöst; die 44+08 mit ihrem goldenen "Friesischen Löwen" flog ihren letzten Turn und besiegelte die kurze, 22-jährige Geschichte des JaboG 38 "F". Mittlerweile steht das gute Stück mit leicht abgeänderter Lackierung in einer Kaserne im schönen Aurich/ Ostfriesland als "Gate"- oder besser "Doorguard" vor einem Stabsgebäude.

Edit am 22.09.2017: die 44+08 steht seit Juni 2013 im Fliegerhorst "Upjever" in Schortens. (Quelle: nwzonline.de)

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Das Modell:

1:32 Revell Tornado IDS, Decals: HaHen No. 32015, Bauzeit: Mai bis Oktober 2010, Hauptfarben: Revell Aqua Colour glänzend Weiß 05 und RAL 6005 Moosgrün (aufgehellt). Besonders gefiel mir die klare, scharf konturierte Formgebung der Lackierung. Sie erforderte einen regelrechten "Maskenball" - ich fertigte acht Lackierschablonen an, indem ich mich an der Form der goldenen Decalstreifen orientierte. Wegen der Größe des Modells lackierte ich manche Einzelteile und das vordere/ hintere Rumpfsegment bereits vor dem Zusammenfügen. Heftiges Abkleben war hier angesagt. Ich benutzte transparente Klebeschablonen aus dem Zubehörmarkt. Die Flaggen-Banderole ist als zweiteiliges Decal aufgeklebt, und auch die am Seitenleitwerk davonhuschenden Fliegerchen kommen von HaHen-Decals. An dieser Stelle vielen Dank an Harald Hensel für seine engagierte Unterstützung des Projektes!

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Die Triebwerksdüsen wurden mit Alclad-, der äußere Triebwerkskranz (silberfarben) mit Revell Aqua-Colours besprüht. Nach dem abschließenden Überzug mit Glanzlack (Future) betonte ich die Konturen des Fliegers mit einem dezenten Washing aus Ölfarben, um dem Ganzen etwas "Tiefe" zu verleihen. Hierbei achtete ich auf die Tatsache, dass diese Jubimaschine immer blitzsauber und hochglänzend auf Flugtagen zu sehen war. Bei den Flügeltaschen war mir das allerdings zu langweilig, hier wurde die Graphitschmierung im Schwenkbereich angedeutet - so ganz ohne zu schmoddern fliegen die Dinger eben nicht. Die Konfiguration des Fliegers besteht aus beiden Zusatztanks und dem ECM-Störbehälter (links) und BOZ 101 Düppel-/ Täuschbehälter (rechts), passend in glänzendem Weiß lackiert. Diese Konfiguration war an Flugtagen allerdings nicht zu sehen, die Maschine wurde dann meist "clean" geflogen.

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Die Flügeltaschen fertigte ich scratch aus Maler-Krepp an, welches ich mit einem Skalpell passend einritzte. Da die Originale etwa so "wabbelig" sind wie ein Luftsack, klebte ich das Malerkrepp auf das Bausatzteil und schnitt es entlang der im Plastik vorgeprägten Linien ein, um eine realistische Form zu erhalten. Die seitlichen Rumpfflächen des Bausatzes, die Oberseiten der Lufteinlässe und der untere Bugbereich des Bausatzes sind völlig "popoglatt" und haben keine (!) Gravuren (Gussfehler?), weshalb ich Blechstöße und Wartungsöffnungen/ Klappen an den seitlichen Rumpfflächen und auf den Lufteinlässen hinzufügte. An der Steuerbordseite fehlt die Öffnung des Notaggregates (auxiliary power unit/ APU), welche ich aus dem Rumpf ausschnitt und innen mit Sheet hinterlegte. Jede der Außenlasten wurden von mir mit zwei kleinen Drahtstiften ausgestattet, weil die serienmäßige Plastikaufhängung (eine dünne Achse) für die Befestigung unter dem Flügel zu instabil gewesen wäre. Ein kleiner Plastikstab spreizte zudem den etwas schmalen Spalt auf der Unterseite/ Klebeseite des Seitenleitwerks.

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Am zeitaufwändigsten gestaltete sich die Detaillierung des Cockpits, in welchem ich Eduard- Ätzteile und dünne Kabel, Alufolie sowie "geriffeltes" Verpackungspapier (für die Verkleidungen der Rückwände) verbaute. Im Canopy fertigte ich außerdem scratch Klimaleitungen, Schließmechanismus und sechs Rückspiegel an. Interessantes Detail: Revell hat seinem Toni - leider - die ältere Ausführung der Martin-Baker Schleudersitze beigefügt, die ich hier verwendete. Wer die aktuelle Konfiguration haben möchte, ist auf die Zubehörindustrie angewiesen (passend sind die Resinteile von z.B. Black Box).

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Weitere Verschönerungsmaßnahmen waren: Austauschen des Pitotrohres mit einer gedrehten Spitze von Hobbydecal (gibt's auch von Phoenix), Andeuten des Fanghakens (hat Revell leider vergessen), Bugfahrwerk/ Federbein kürzen. Der Toni kommt ootb etwas hochbeinig daher, weil das vordere Standbein nicht lastgemäß eingefedert ist. Ich verwendete ein abgelängtes Stückchen einer RC-Funkantenne aus Chrom. Glänzt schön, ist stabil, lässt sich prima anpassen. Außerdem dünnte ich die Federbeinscheren etwas aus und "lochte" sie originalgemäß. Die Bordkanonenöffnung bohrte ich vorne ein wenig auf. Leider sind die Wandungen der Lufteinlässe komplett falsch wiedergegeben, und auch die Innenseiten der Fahrwerkschächte verzichten auf jegliche Details. Das sind allerdings Mankos, an denen ich mich (diesmal) nicht weiter störte. Leider haben die Triebwerksdüsen markante Sinkstellen. Hier ist Nacharbeiten angesagt - oder ein Austausch mit Zubehörteilen. Mittlerweile gibt es fein detaillierte Tornado-Triebwerke/ nozzles aus Resin von Aires, absolut top!

Fazit:

Der Bausatz bietet 'ne Menge Modell für's Geld, ist recht passgenau, also: insgesamt super. Es gibt aber ein paar Schwächen, die ich hier ansprechen wollte. Ich habe sie nicht alle ausgemerzt, dann würde ich jetzt noch herumwerkeln, sondern beschränkte mich im Wesentlichen auf die unmittelbar sichtbaren Details. Ich hoffe, dass ich damit diejenigen Bastler informieren konnte, die sich diesen großen, stolzen Jet gerade jetzt - im Rahmen der aktuellen Wiederauflage von Revell - gekauft haben und darauf warten, mit dem Zusammenbau loszulegen. Viel Erfolg dafür!

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Weitere Bilder

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Panavia Tornado IDSPanavia Tornado IDSPanavia Tornado IDSAPU-Darstellung (oben rechts), Spreitzen des Seitenleitwerkes (unten rechts)Oben Mitte: Stabilisierung des Heckbereiches mit Gußästen und Sheet

Panavia Tornado IDS

 

Alexander Jost

Publiziert am 05. November 2010

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