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Nieuport Ni-23

Schweizer Luftwaffe

von Peter Hochstrasser (1:72 Eduard)

Nieuport Ni-23

Geschichtliches

1917 konnten fünf Exemplare der Nieuport 23 C-1 aus Frankreich für die Schweizer Luftwaffe beschafft werden, diese wurden dann bis 1921 eingesetzt. Bewaffnet wurden die Flugzeuge mit dem Maxim 7,5mm MG. Die Kennung war von 601 bis 605, wobei die Nummern nie angebracht wurden (I), nur eine kleine Bezeichnung mit der Seriennummer und "Type 23" waren am Rumpfheck vorhanden! Der Motor war ein 9-Zylinder Le Rhone J 110 mit 110 PS, der eine Geschwindigkeit von 170 km/h erlaubte.

Aus Gründen der Flugsicherheit wurde ab 1918 ein heller Anstrich gefordert, und so erhielten alle Flugzeuge diesen- oder einen ähnlichen Anstrich, ein Tarnanstrich war erstaulicherweise  bis mitte der 30er Jahre kein Thema!

Nieuport Ni-23

Das Modell

Die Nieuport 23 der Schweizer Luftwaffe habe ich gegenüber der belgischen Ni-23 etwas abgändert oder verbessert: Der Propeller ist nun grau und die Räder sind in Silber gespritzt. Das Interieur wurde durch Steuerkabel ergänzt, die Cockpitstreben sind nun in Braun und mit Plastikkarte habe ich den Tank angedeutet. Die Streben sind ausreichend dünn. Wenn sie tatsächlich vom Original auf 1:72 skaliert würden, könnte man sie bei vielen Modellen vermutlich nicht einmal mit dem Modellflügel belasten, deshalb werden sie vom Hersteller oft etwas zu dick hergestellt. Sie sind neben der Verspannung ein wichtiges Kriterium bei Doppeldeckern!

Nieuport Ni-23

Hier ein kleines Beispiel, was man mit vorrätigen oder ausgeschlachteten Motoren machen könnte: Ich habe für diesen Oberursel ein Gestell aus Balsaholz, Plastik und Draht hergestellt, und somit ein weiteres Utensil für den Zelthangar bekommen. Oben rechts sieht man den winzigen Hinweis am Heck, um was für ein Flugzeug es sich handelt. Die schweizer Nieuport erhielt einen anderen Windschutz als die belgische (als Ätzteil beiliegend) und am kleinen Unterflügel sowie auch unter dem Hauptflügel Schweizerkreuze. Alle Decals wurden mit Decalbogen von "Experts-Choice" im Vertrieb von Aircolor-Act-Technik, Wiesbaden, selber erstellt.

Nieuport Ni-23

Nieuport Ni-23

Hier sind weitere Details zu sehen: Der Rückspiegel als Ätzteil mit eingelegter Chromfolie, die ich mit einem Punch-Set ausgestanzt habe, rechts oben nochmals der Windschutz, dann die Munitionskanäle, das Teil rechts habe ich neu gemacht und links verlängert, und die schwarze Leitung (vermutlich Schmierung?), die ich nur bei der schweizerischen Version gesehen habe. Das MG wurde neu erstellt, wobei ich den Mantel mit ovaler Lochung aus Ätzteilsets von Tom's aus den USA verwendet habe. Das MG erhielt zudem noch ein Befestigungsband aus Metall über den Rohrmantel. Viel Fummelei für das nur 8 cm lange Modell...!

Nieuport Ni-23

Die Verspannung wurde diesmal ohne Löcher im Ober- oder Unterflügel angebracht. Zuerst erstellte ich aus dicker Folie die genaue Kopie des Oberflügels und markierte dort die Positionen der Strebenlöcher, danach machte ich die Verspannung mit Faden aus Kunststoff und verwendete den Folienflügel immer wieder, um die Position der Streben zu kontrollieren, die bereits auf den Unterflügel geleimt wurden, weil sie eventuell durch die Spannung geneigt werden könnten.

Der Vorteil dieser Technik ist: Es müssen nachträglich keine Löcher im Flügel verschliffen werden, was meist zu kleineren Desastern führen kann. Für dieses Verfahren werden die Streben mit einer kleinen Kerbe versehen, um dem Faden Platz zu lassen. Das Ergebnis war perfekt, und der Oberflügel konnte so wie auf dem Bild gezeigt mit Sekundenkleber montiert werden, ohne dass ich die Streben noch extra ausrichten musste! Kleinere Steuerzüge oder Spanndrähte zwischen dem Fahrwerk werden natürlich immer mit gezogenem Gießast erstellt.

Ein weiterer Vorteil hat der Faden aus Polyamid: Auch wenn mal einer ein wenig Spannung verliert, weil der vordere Faden ein bisschen zu stark angezogen wurde, lässt er sich danach mit dem Lötkolben problemlos wieder spannen, und er bleibt in dieser Spannung! Ich experimentierte früher mit Haar als Antennenkabel, das sich auch nachträglich so spannen ließ, jedoch Tage oder Wochen später wieder in seinen Urzustand verfiel und folglich bei mir nicht mehr eingesetzt wird. Für Antennen verwende ich heute 0,04mm dünne Fischerschnur!

Die Nieuport 23 von vorne mit den zwei aufgeborten Öffnungen in der Motorhaube.
Die Nieuport 23 von vorne mit den zwei aufgeborten Öffnungen in der Motorhaube.

Nieuport Ni-23

Das Modell wurde hauptsächlich mit Humbrol-Silber Nr.11 gespritzt und danach mit Ölfarbe leicht verschmutzt und mit sehr stark verdünntem Schwarz zusätzlich per Airbrush modelliert.

Hier ist auch gut das Seitenruder zu sehen, welches ich auch aus dünner Plastikplatte neu gefertigt habe.
Hier ist auch gut das Seitenruder zu sehen, welches ich auch aus dünner Plastikplatte neu gefertigt habe.

Nieuport Ni-23

Fazit:

Auch das zweite Modell aus dem Dual-Combo Set von Eduard kann sich sehen lassen, obwohl es außer den schweizerischen Hoheitszeichen keine andere "Dekoration" trägt. Außer dem Ausrichten des Fahrwerks und der Verspannung war es sehr leicht zu bauen!

Quelle:

  • G.Hoch - Farbgebung und Kennzeichen der Schweizer Militäraviatik
  • J.Urech - Die Flugzeuge der schweizerischen Fliegertruppe seit 1914
  • Squadron(Signal Nr. 167 - Nieuport Fighters in Action

Peter Hochstrasser

Publiziert am 22. Oktober 2011

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