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Canadair CL-415

(Revell - Nr. 04998)

Revell - Canadair CL-415

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Zivil
Katalog Nummer:04998 - Canadair CL-415
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:November 2014
Preis:ca. 26 Euro
Inhalt:
  • 89 Teile in gelbem und weißem Polystyrol
  • 13 Klarsichtteile
  • Decalbogen
  • Bauanleitung

Besprechung:

Revell - Canadair CL-415

Das Original

Bei der Bombardier 415, früher bekannt als Canadair CL-415, handelt es sich um ein zweimotoriges Turboprop-Amphibienflugzeug, das hauptsächlich als Löschflugzeug (Wasserbomber) eingesetzt wird. Sie wird gerne als „Super Scooper“ betitelt. Ihr voraus ging die CL-215T, ihrerseits eine Turboprop-Version der älteren Canadair CL-215, die von Sternmotoren angetrieben wurde. Deren Erstflug fand im Oktober 1967 statt. Seither ist es noch immer das einzige Flugzeug, das eigens für die Brandbekämpfung entworfen worden ist. 

Die Bombardier 415 stellt die jüngste Version dar. Sie hob erstmalig im Dezember 1993 ab und ist mit einem Glascockpit, Turboprop-Motoren und aerodynamischen Winglets ausgestattet. Die Maschine ist sehr leistungsfähig und wendig und damit geeignet, über schwierigem Gebiet zu fliegen, wie z.B. zur Waldbrandbekämpfung über tiefen Tälern.  

Das Flugzeug besitzt vier interne Wassertanks, die 6400 Liter Wasser aufnehmen können, und einen Zusatztank für Chemikalien, mit denen ein Schaum erzeugt wird, der die Löschwirkung auf das Feuer verstärkt. Wasser kann über Einrichtungen am Boden oder aus nahen Wasserquellen wie Flüssen, Seen oder aus dem Meer über Füllrohre aufgenommen werden. Das Wasser kann je nach Bedarf aus den einzelnen Tanks getrennt oder aus allen gleichzeitig abgeworfen werden.

Es existiert auch eine Mehrzweckversion, die mit Radar und Sensoren ausgerüstet wurde, um als Seepatrouille, gegen Umweltverschmutzung und für Such- und Rettungsmissionen entlang der Küsten und auf See eingesetzt zu werden. Die Bombardier 415 ist in neun Ländern im Einsatz, vor allem in Kanada, dessen Flotte sich über viele Provinzen verteilt.

Quelle: Revell 

Revell - Canadair CL-415

Das Modell

In den sog. "Herbstneuheiten" überraschte Revell mit einem Re-boxing des Heller-Kits der jüngst auch unter dem Italeri-Label erschienen ist. Der französische Ursprung der Plastikteile geht noch weiter zurück, denn dieser war ursprünglich bereits 1980 als CL-215 mit Sternmotoren erschienen. 1999 wurde die Bausatzform überarbeitet. Es wurden die neuen Turboprop-Triebwerke und neue Propeller hinzugefügt. Dazu kam ein neuer Spritzling mit "Winglets", Stabilisierungsflossen für das Höhenruder und weiteren Kleinteilen für die CL-415.

Wie bei Bausätzen dieses Ursprungs üblich bekommt man eine feine, erhabene Nietenstruktur geliefert, die es bei Schleifarbeiten zu schonen gilt. Die Blechstöße sind zum Teil erhaben (Wartungsdeckel etc.) und versenkt (Türen, Steuerflächen). Das Cockpit ist zufriedenstellend detailliert. Sitze mit Armlehnen und feine Steuersäulen sind vorhanden. Das Instrumentenpanel weist einige erhabene analoge Anzeigen auf. Ob diese für eine CL-415 stimmig sind ist allerdings streitbar, denn diese spätere Baureihe wurde mit Glascockpits ausgestattet. Letztlich bleibt vom Innenraum aber auch nicht mehr allzu viel sichtbar. Für den vorderen Kabinenraum gibt es zwei Segeltuch-Sitzbänke. Demjenigen, der das Buggewicht vergessen hat, wird durch eine Einstiegsleiter für die Hecktür geholfen. 

Revell - Canadair CL-415

"Unter jedem Dach ein Ach" - Das trifft auch bei diesem Kit zu. Der Kit kann sein Alter nicht leugnen. Heute würde man das eine oder andere Detail besser lösen, aber das ist nicht der Hauptkritikpunkt. An den neueren Bauteilen des Kits, insbesondere Triebwerksgondeln und Propeller, macht sich eine gewisse Detailarmut breit. So sind die Props in einem Stück gespritzt und leider fest in der Segelstellung montiert.

Die Profilierung der einzelnen Blätter ist nicht besonders ausgeprägt. Lufthutzen und -einlässe der Triebwerksgehäuse lassen einen gewissen Tiefgang vermissen. Die Nietreihen sind an den Oberseiten der Gondeln sehr unsauber und wirken ausgefranst, wahrscheinlich liegen die Gründe hier im Formenbau. 

Die Beine des Hauptfahrwerks sind sehr fragil und verfügen quasi über eine eingearbeitete Sollbruchstelle. Hier ist aufgrund der hohen Bruchgefahr (z.B. bei Transporten) erhöhte Vorsicht geboten. Abhilfe können hier Metallfahrwerke von Scale Aircraft Conversions schaffen.

Revell - Canadair CL-415

Experten für das Muster bemängeln am Bausatz Fehler in den Abmessungen. So soll z.B. der Abstand zwischen den Triebwerken und die Form und Position der Klappen des Löschmitteltanks nicht stimmen. Bestätigen werden kann dies hier nicht, weil Zeichnungen nicht herangezogen werden. 

Inbesondere auf dem neuen Zusatzspritzling findet sich ein wenig Fischhaut. Über die gelbe Grundfarbe des Bausatzes kann man natürlich geteilter Meinung sein, hier wurde offenbar an den jungen Bastler mit wenig Budget für Farben gedacht. Die Klarsichtteile liefern keinen Grund zur Beanstandung - im Gegenteil. Sie sind angemessen dünn und in der Frontverglasung ist auch ein Overheadpanel eingearbeitet. 

Revell - Canadair CL-415

Revell - Canadair CL-415

Nachdem wir uns an dem abgearbeitet haben, was Heller verzapft hat, kommen wir nun wieder zum Revell-Anteil des Bausatzes: Die Decals. Auf glänzendem Trägerfilm (ohne Herkunftsangabe) versatzfrei gedruckt, machen sie einen guten Eindruck. Die leuchtorangen Flächen sind als Decals vorhanden und deren Leuchtkraft trifft den Farbton gut. Der Einsatz von Weichmacher ist angesichts der großen Flächen und langen Streifen unabdingbar. Leider werden nur Markierungen für eine einzige Maschine aus Ontario geliefert. 

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Canadair CL-415

 

Darstellbare Maschinen:
  • Canadair CL-415 "Tanker 278" C-GOGZ Ontatrio Ministry of Natural Resources - Drydren Regional Airport 2008
Stärken:
  • feine Oberflächenstruktur
  • gut detailliertes Cockpit
  • gute Klarsichtteile
  • Decals in guter Qualität
Schwächen:
  • altersbedingte Detailschwächen
  • instabiles Fahrwerk
  • Propeller nur in Segelstellung
  • ausgefranste Nietreihen auf der Triebwerksgondel
  • Decals nur für eine Variante
Anwendung:
  • mittel

Fazit:

Dank der Wiederauflage dieses Kits steht einer weiteren Verbreitung und Zugänglichkeit dieses Exoten nichts im Wege. Ob Disney's Planes 2 "Fire & Rescue" eine Quelle der Inspiration war, lassen wir an dieser Stelle einmal dahingestellt.  Es handelt sich um einen Grundbausatz mit einem eher klassischen Touch, was der Modellbauer beim Zusammenbau berücksichtigen sollte. Wem die Decals oder deren Auswahl nicht zusagen sollte, möge sich nach Produkten von Syhart, Series Españolas oder bei Leading Edge umschauen. 

Diese Besprechung stammt von Felix Troschier - 15. Januar 2015

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