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C-54D Skymaster

(Revell - Nr. 04877)

Revell - C-54D Skymaster

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:04877 - C-54D Skymaster
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Juli 2015
Preis:ca. 50 Euro
Inhalt:
  • 14 hellgraue Spritzlinge 
  • 1 transparenter Spritzling
  • Decals
  • Bauanleitung
  • Stülpkarton

Besprechung:

Revell - C-54D Skymaster

Zum Original:

Der Flugzeughersteller Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien, produzierte bereits seit 1933 die seinerzeit modernsten Transport- und Passagierflugzeuge für den US-amerikanischen Markt. Auf Anfrage einiger Fluggesellschaften begann 1938 mit der Entwicklung der ersten DC-4, deren Prototyp jedoch als zu groß abgelehnt wurde. Diese Maschine konnte an Japan verkauft werden, Die folgende verkleinerte Version änderte man nach dem Kriegseintritt der USA in den Langstrecken-Militärtransporter C-54 um. Von der von der US Army Air Force ab 1942 bestellten viermotorigen C-54 Skymaster und ihrer ab 1946 verfügbaren zivilen Version DC-4 für 30 bis 42 Passagiere lieferte das Unternehmen insgesamt 1.241 Maschinen aus.

Die ersten Flüge über den Pazifik begannen 1942. Die bis 1945 dauernde Versorgung der gegen Japan kämpfenden Truppe und vor allem schnelle Verwundeten-Transporte waren dank dieser Flugzeuge erstmals möglich geworden. Die anfänglich im Rumpfvorderteil liegenden Treibstofftanks wurden schon bald in die Tragflächen verlegt, so dass der gesamte Rumpf als Transportraum frei wurde. Spezielle VIP-Umbauten dienten den Allierten als Maschinen für die Staatsführung und hochrangige Militärs. Rund 200 C-54 wurden der US Navy in verschiedenen Ausführungen als R5D übergeben.

Neben den laufend verbesserten Serienversionen entstanden auch Umbauten für die unterschiedlichen Aufgaben: Krankentransport, Test- und Forschungsaufgaben, Luftrettung, Kohlentransport, Flugausbildung, Aufklärung, Wettererkundung und elektronische Aufklärung. Besondere Bekanntheit erlangten die für die Berliner Luftbrücke eingesetzten C-54 als Rosinenbomber, mit denen die drei westlichen Sektoren der Stadt von 1948 bis 1949 vollständig versorgt wurden. 

Revell - C-54D Skymaster

Zum Modell (1):

Die Ankündigung über diesen Bausatz im Spätsommer/Herbst 2014 kam für viele überraschend. Bisher musste der Modellbauer auf eher krude Bausätze von Rareplanes oder Mach2 ausweichen. Umso erstaunlicher ist es, dass Revell eine Formneuheit dieses Umfangs ohne größere Verzögerungen herausbringt. Beim Öffnen des großen Kartons verursacht die schiere Anzahl an Teilen Erstaunen. Wir finden ein Produkt vor, das zweifelsohne an der Spitze des Qualitätsstandards bei Neuentwicklungen aus dem Hause Revell steht. Das Cockpit ist voll ausgestattet und bietet neben aufwändig gestalteten Sitzen für die beiden Piloten auch die Arbeitsplätze des Navigators und des Bordfunkers mitsamt ihrer Avionik-Anlagen. Die Struktur berücksichtigt die Schotts und Spanten. Nach einem Gepäck- bzw. Crew-Ruheraum folgt die Frachtkabine, die vollständig mit Segeltuch-Truppensitzen ausgestattet ist.

Wie man es von anderen Flugzeugen von Revell (z.B. C-160 Transall und A400M) bereits gewohnt ist, wird die gesamte Kabine mit ihren Seitenschalen (auch hier eine schöne Wiedergabe der Strukturen) zu einem eigenen Röhren-Korpus montiert, der dann in die Rumpfschalen eingesetzt wird. Es ist verfrüht, hier über die Passgenauigkeit zu urteilen. Etwaige Probleme werden sich hier sicher bei künftigen Bauberichten herausstellen. Die Frachtraumtür und die Crew-Zugangstür können wahlweise geöffnet dargestellt werden, damit überhaupt ein Blick in das reich detaillierte Innenleben bleibt. Die ansonsten eher kleinen Fensterflächen des Flugzeuges machen eine weitere Detaillierung mit Ätzteilen verzichtbar. Einziger Kritikpunkt diesbezüglich: Die zu dicken Beine der Segeltuch-Sitzbänke sollten bei geöffnetem Frachttor zumindest im direkt einsehbaren Bereich ausgetauscht werden. 

2x vorhanden
2x vorhanden

Zum Modell (2):

Die Montage wird mit den Vorbereitungen zum Einbau der Motoren fortgesetzt. Brandschotts und die Wände der Fahrwerksschächte werden in die Motorgondeln der einteiligen Flügelunterseite eingesetzt. Besonderes Augenmerk sollte man hier auf die Bauanleitung legen. Auch wenn sich hier bemüht wird, genaue Skizzen zu liefern, wäre eine farbliche Gestaltung möglicherweise besser gewesen. Die Wettbewerber machen es vor.

Steuerflächen dominieren die nächsten Schritte. Alle können beweglich montiert werden und auch die Landeklappen können entweder aus- oder eingefahren werden. Darüberhinaus muss sich der Modellbauer entscheiden, welchen Typ von Ölkühler er montieren möchte. Sind Tragflächen und Rumpf erfolgreich miteinander verheiratet, geht es zu den Motoren. Sie sind sehr schön gestaltet und bestehen aus je sieben Teilen. Sie gehören mit zu den besten, die ich in diesem Maßstab je gesehen habe. Ob hier ein besser detaillierter Ersatz aus Resin erforderlich sein wird, kann man sicher auch in Frage stellen. Das Heraustrennen der Teile aus dem Spritzling erfordert jedenfalls Fingerspitzengefühl. Weitere Beweise für den Optionenreichtum des Kits: Kühlluftklappen wahlweise in geöffneter oder geschlossener Position. Zwei verschiedene Formen der Auspuffanlagen. Stumpfe, klassische Nase oder spätere spitze Nase mit Wetterradar...

Auch beim Fahrwerk benötigt es einen entscheidungsfreudigen Modellbauer oder jemanden, der sich seiner Sache mittels Vorbildrecherche sicher ist: Nicht weniger als drei verschiedene Bereifungen (unbelastet) mit verschiedenen Felgen stehen zur Auswahl. Die Fahrwerksbeine an sich sind gut detailliert. Bremsleitungen fehlen nicht, auch wenn sie am Hauptfahrwerk leider im Nirvana enden. Dass das Fahrwerk auch einzgezogen gebaut werden kann erscheint fast nur noch als Makulatur. Die Farwerksklappen verfügen über eine schöne Innenstruktur. 

Den letzten Schliff bekommt das Modell in der Endmontage: Propeller aufstecken, Türen und Antennen montieren. Auch hier wieder Variantenreichtum: Landescheinwerfer (aus Klarmaterial) wahlweise ein- oder ausgefahren, zwei verschiedene Formen von Heckkonen. 

2x vorhanden
2x vorhanden

Zum Modell (3)

Der Variantenreichtum dieses Bausatzes ist beachtlich. Und die oben aufgezählten optionalen Bauschritte sind nicht einmal die einzigen, die der Bausatz bietet. Revell denkt schon einen oder gar zwei Schritte weiter, denn dem geneigten Bastler fallen weitere Konkstruktions-Vorleistungen auf. Auf der Rückseite der Kabinenbodenplatte findet man beispielsweise Vertiefungen, die auf eine Aufnahme von Passagiersitzen hindeuten. Die Lösung einer A- und B-Seite für den Kabinenboden kann als konstruktiv geschickt bezeichnet werden. Das Frachtraumtor ist ebenfalls als Ausschnitt im Kabinenrumpf so angelegt, dass hier auch leicht ein alternatives Teil für eine Passagiertür eingesetzt werden kann. Ferner verfügen Rumpfschalen und Kabineninnenwände über versenkte Schnittmarkierungen für Beobachtungsfenster, wie man sie sonst von der weniger bekannten Version SC-54 (später HC-54) "Rescuemaster" kennt. Ob und vor allem welche Variante wann von Revell nachgeschoben wird ist natürlich reine Spekulation.

Caracal Models aus den USA hat indes bereits einen Decalbogen für weitere US-Maschinen angekündigt (u.A. auch die Begleitflugzeuge der Kunstflugteams "Thunderbirds" und "Blue Angels"). Eduard hat auch schon entsprechende PE-Teile im Programm. 

2x vorhanden
2x vorhanden

Revell - C-54D Skymaster

Revell - C-54D Skymaster

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Revell - C-54D Skymaster

Revell - C-54D Skymaster

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C-54D Skymaster

 

Darstellbare Maschinen:
  • Douglas C-54D Skymaster O-17218, USAF, 1949 in Weiß, Naturmetall, grau mit dunkelblauer Cheatline und orangen Kontrastflächen. 
  • Douglas C-54 Skymaster 317227, USAF Berlin Airlift, Wiesbaden AB, Winter 1948-1949, Aluminium über alles, roter Blitz, Aufschrift "Troop Carrier"
Stärken:
  • Detaillierung
  • Oberflächengüte mit versenkten Blechstößen und Nieten
  • kompletter Innenraum
  • komplexe Motoren
  • berücksichtigte Detailunterschiede und deren Umsetzung als Bausatzoptionen
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
Schwächen:
  • Komplexität und Umfang können bei weniger geübten Adressaten zu Frust führen
  • Sitzgestelle der Piloten und der Truppensitze könnten filigraner sein
  • verwaschene Blechstöße am Rumpf im Bereich der Klebekanten
Anwendung:
  • erfahrene und geduldige Modellbauer

Fazit:

Um eines ganz klar zu stellen - trotz größe und Attraktivität handelt es sich hier nicht um ein Modell, das für Anfänger geeignet ist. Der Umfang ist gewaltig und der Zusammenbau erfordert einiges Geschick und der Kit könnte stellenweise fast schon als "overengineered" bezeichnet werden. Dieser Bausatz bietet auf der anderen Seite unheimlich viel Potenzial sich auszutoben, sei es in der Detaillierung und Alterung oder auch in der Gestaltung interessanter Vorbilder. Hier gibt es vor allem bei zivilen Frachtflugunternehmen wie Buffalo Airways oder verschiedenen südamerikanischen Betreibern eine vielzahl von exotischen Originalen.

Diese Besprechung stammt von Felix Troschier - 25. August 2015

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