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Letov Š.328 (I./II. série)

(Special Hobby - Nr. SH 72145)

Special Hobby - Letov Š.328 (I./II. série)

Produktinfo:

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär bis 1939
Katalog Nummer:SH 72145 - Letov Š.328 (I./II. série)
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:November 2015
Preis:ca. 20 €
Inhalt:
  • drei graue Spritzrahmen
  • ein transparenter Spritzling
  • Decals für vier Varianten
  • Bau- und Bemalungsanleitung

Besprechung:

Special Hobby - Letov Š.328 (I./II. série)

Geschichte:

Die Tatsache, dass die Letov Š.328 ursprünglich für die finnische Luftwaffe entwickelt wurde, ist wenig bekannt. Der Prototyp, mit einem Bristol "Pegasus" II-M-2 ausgerüstet, flog erstmals am 19. Juli 1933 und wurde aus der Š.228 entwickelt. Im Jahr 1933 hatte eine finnische Delegation das Mehrzweckflugzeug im Unternehmen Letov als Aufklärer und leichten Bomber bestellt. Eine Lieferung kam jedoch nicht zustande. Aber mittlerweile hatte aufgrund der Erprobung des Flugzeuges auch die Beschaffungsabteilung der Tschechischen Fliegerkräfte Interesse an diesem Flugzeug gefunden und einen Auftrag für eine erste Charge mit 62 Maschinen ausgeben.

Alois Smolik war ein talentierter Ingenieur und der führende Kopf bei Letov in Letňany. Es war nicht sein erster Doppeldecker. Es wurden insgesamt 445 Exemplare der Š.328 in sieben unterschiedlichen Chargen produziert. Bei der 2. Serie wurden die Ruder modifiziert, der Rumpf verlängert und die Ausrüstung und Bewaffnung wurde auf den modernsten Stand gebracht. Von der 3. Serie bis zur letzten, der 7. Serie, flossen ständig Änderungen und Verbesserungen in die Konstruktion ein. Bereits 1935 gab es eine Schwimmervariante als Aufklärungsflugzeug der Š.328. Die Š.328 war in den 1930er Jahren eines der besten Aufklärungsflugzeuge, wurde aber auch als Kampfflugzeug und vereinzelt als schweres Jagdflugzeug eingesetzt.

Nach der Annexion des Sudetenlandes im Jahre 1938 durch das Dritte Reich, wurden bereits fünfzehn Š.328 wurden von der Deutschen Luftwaffe beschlagnahmt. Später übernahm die Luftwaffe noch weitere Flugzeuge. Die Slowakei und Bulgarien flogen noch eine größere Anzahl der Š.328.

Bausatz:

Als ich 1973 meine erste Letov Š.328 von KP mit den Schwimmern gebaut habe, war gar nicht klar, welche Entwicklung dieses Hobby nehmen wird. Weder bei mir, noch bei den Herstellern. Bei KP war es erst das 5. Modell im Maßstab 1:72 und mit seinen detaillierten, fein erhabenen Strukturen eine Offenbarung für die damaligen Plastikmodellbauer.

Special Hobby will es nun neu und besser machen. Insofern ist das auch keine Kunst, wenn zwischen beiden Modellen fast zwei Modellbaugenerationen aufgewachsen sind. Mein Besprechungskollege hat hier schon die Letov Š.328 der III.Serie sehr schön beschrieben. Das muss man jetzt nicht mehr besser machen. Trotzdem noch ein paar Worte aus meiner Sicht.

Die einfache Faltschachtel enthält drei graue Spritzrahmen und einen transparenten. Insgesamt gibt es 88 Bauteile, von denen aber neun nicht benötigt werden. Diese sind schon für die noch ausstehende Schwimmervariante gedacht. Alle Teile sind relativ sauber gespritzt, haben aber auf dem großen Spritzrahmen D teilweise einen leichten Grat.

Special Hobby - Letov Š.328 (I./II. série)

Special Hobby - Letov Š.328 (I./II. série)

Der Zusammenbau soll nach Bauplan mit den zwei beweglichen 7,92-mm MGs für den Heckschützen beginnen. Der Neunzylinder Sternmotor macht einen guten Eindruck und wird mit den Rohren für Abgas und Gemischzuführung komplettiert. Zwei Halbteile eines Townend-Ring umschließen das Triebwerk. Der Aufbau der doppelsitzigen Kabine ist etwas komplex. Die geschweißte Rohrkonstruktion des Rumpfes ist mit zwei Teilen in diesem Bereich nachgebildet. Strukturierte Gerätetafeln, Kabinenboden und andere Kleinteile müssen, passend und fertig bemalt, zu einer Baugruppe zusammengefügt werden. Der Pilotensitz ist etwas grob geraten und Anschnallgurte dafür werden vermisst. Erst jetzt kann man die beiden Rumpfhälften zusammenkleben. Die Strukturlinien am Rumpf sind fein versenkt und die Segmente mit Stoffbespannung sind realitätsnah umgesetzt. Auf den Innenseiten ist eine Rumpfstruktur nachgebildet. Die Seitenflosse ist Bestandteil des Rumpfes. Dafür gibt es ein separates Seitenruder. Der Propeller hat keine Achse. Er wird auf einen kleinen konischen „Knubbel“ aufgeklebt und ist nicht drehbar. Der findige Modellfreund wird sich hier eine bessere Lösung einfallen lassen. 

Die oberen- und unteren Tragflügel sind in einem Stück gespritzt und haben gleich die richtige V-Form. Die Endleiste sollte man noch einmal mit einer scharfen Klinge abziehen. Die Flügeloberflächen sind schön detailliert. Querruder und Wartungsdeckel bestätigen den positiven Eindruck. Am linken Unterflügel müssen zwei Scheinwerfer eingesetzt werden. Die tadellose, mehrfarbige Bauanleitung zeigt im Bild 10 die Verspannung des Doppeldeckers. Wer das machen möchte, der hat mit Sicherheit schon einen Plan für Material und zur Vorgehensweise.

Während man auf der Kartonrückseite die vier Seitenansichten der Bausatzvarianten findet, sind in der Bauanleitung noch einmal alle Letovs als farbiger Vierseitenriss abgebildet.

Special Hobby - Letov Š.328 (I./II. série)

Weitere Bilder

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Letov Š.328 (I./II. série)

 

Darstellbare Maschinen:
  • Letov Š.328 c/n. 62, 1. Serie, L16, 91. Schweres Jäger Squadron, Brno, 1935
  • Letov Š.328 c/n. 87, 2. Serie, B4, 2. Luft Regiment, 1938
  • Letov Š.328 1. oder 2. Serie? F7, 15. Aufklärungssquadron 1936-38
  • Letov Š.328 1. Serie, G5, 1. Luft Regiment Prag/Klecany, 1937
Stärken:
  • saubere Oberflächendetails
  • komplexes Cockpit
Schwächen:
  • an einigen Bauteilen leichte Gratbildung
  • keine Sitzgurte
Anwendung:
  • Ein Bausatz für denjenigen, der sich weiterentwickeln möchte

Fazit:

Eine durchaus gelungene Wiederbelebung des Themas Letov Š.328. Unsere tschechischen und slowakischen Modellfreunde werden diesen neuen Kit dankbar annehmen. Die Letov Š.328 ist ein schnörkelloses Doppeldeckermodell, welches ein Minimum an Erfahrung beim Bau voraussetzt. Gespannt sein kann man auf die Schwimmervariante und auf eine Ausgabe mit Kennzeichen der Deutschen Luftwaffe.    

Diese Besprechung stammt von Bernhard Pethe - 18. Januar 2016

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