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M-17

(Modelsvit - Nr. 72024)

Modelsvit - M-17

Produktinfo:

Hersteller:Modelsvit
Sparte:Flugzeuge Zivil
Katalog Nummer:72024 - M-17
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Juli 2016
Preis:ca. 55,00 €
Inhalt:
  • 16 Spritzrahmen
  • 2 Decalbögen
  • Maskierset
  • Bauanleitung

Besprechung:

Geschichte:

Die Entwicklung dieses Flugzeugs begann 1970 mit der Arbeit an dem "Thema 34". Ein Flugzeug, das in der Lage ist, in die Stratosphäre vorzudringen, um US-amerikanische Aufklärungsballons abfangen zu können und gleichzeitig den veralteten Höhenaufklärer Jak-25RW abzulösen. Das Konstruktionsbüro Mjassischtschew erhielt den Auftrag, ein solches Flugzeug zu entwickeln.

Mit dem Beginn der Arbeiten erhielt die Maschine die Bezeichnung M-17. Für die M-17 wurde zum ersten Mal ein super-kritisches Flügelprofil P-173-9 entwickelt. Das Flugzeug entstand beim Hubschrauber Produzenten Kamow im Werk Kumertau. Kurios war der unbeabsichtigte Erstflug mit Absturz des Prototypen. Am 27. Dezember 1978 bei Rolltests mit hoher Geschwindigkeit fuhr ein Bürobus auf die Piste, so dass dem Testpilot C. W. Chernobrovkina nichts weiter übrig blieb, als die Maschine darüber hinweg zu steuern. Das Wetter war aber so schlecht und der Pilot für einen Flug überhaupt nicht vorbereitet. Er war nicht mal angeschnallt und so stürzte er in der Platzrunde ab. Erst 1982 war der zweite Prototyp im Smolensker Flugzeugwerk flugbereit. Am 26. Mai 1982 flog der Testpilot E.N. Tcheltsov erfolgreich die M-17 am Flugplatz in Schukowski.

Die Mjassischtschew M-17 wurde bekannt unter dem NATO-Codenamen „Mystik“ oder als RAM-M. Als jedoch die US-Administration die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens eingesehen hatte und das Aufklärungs-Ballonprogramm plötzlich eingestellt wurde, wurde die Entwicklung der M-17 verlangsamt und das Programm schließlich geändert. Vom Design her konnte man daraus nur ein Aufklärungs- oder Höhenforschungsflugzeug machen. Eine einzelne RD-36-51W Turbine, die 15.430 Pfund Schub entwickelte, trieb die ersten zwei Prototypen an. Die M-17 konnte eine Vielzahl von Kameras und anderen Sensoren tragen, die in einem großen Fach im unteren Rumpf untergebracht wurden. Bei einer Flughöhe von 65 000 ft und einer Höchstgeschwindigkeit von 743 km/h wurde eine Flugdauer von ca. sechs Stunden erreicht. Eine Weiterentwicklung der M-17 ist die M-55. Diese wurde von zwei PS-30V12 Triebwerken angetrieben und trug die militärische Bezeichnung M-17RM. Der Erstflug des Prototyps erfolgte am 16. August 1988. Nur vier M-55/M-17RM wurden gebaut. 1990 stellte sie 25 internationale Geschwindigkeit- und Höhenrekorde auf.

Modelsvit - M-17

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Bausatz:

Die M-17 „Stratosfera“ gab es schon einmal vor drei Jahren als „Resinklops“ von Anigrand Craftswork. Die Ukrainer machen nun wieder Nägel mit Köpfen und bringen ein zeitgemäßes Spritzgussmodell von diesem „Segler“. Der Bausatz ist auf 2.000 Exemplare limitiert. Der stabile Karton mit Hochglanzdeckel liegt gut in der Hand und nimmt 16 Spritzlinge, Decals und Bauanleitung auf. 167 Teile müssen für die M-17, einschließlich der Leiter, verbaut werden. Die Qualität geht völlig in Ordnung. Glatte Oberflächen, feine Gravuren und schöne Detail machen Vorfreude aufs Basteln. An einigen dickeren Bauteilen findet man kleine Einsinkstellen. Es können der zweite und dritte Prototyp gebaut werden. Der Unterschied ist lediglich auf dem Rumpfrücken, in Form unterschiedlicher Antennen, zu finden.

Modelsvit - M-17

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Der Zusammenbau beginnt, wie allgemein üblich, mit dem Cockpit. Dabei sind allein für den K-36 Schleudersitz 22 Teile vorgesehen. Wie weit man hier ins Detail geht, auch bei der Cockpitwanne, sollte man sich schon vorher klar sein, da man als weitere Option die Kabinenhaube offen darstellen kann. Je nach Variante müssen zwei Ausschnitte im Rumpf ausgeschnitten werden. Vor der Rumpfmontage müssen noch der Bugfahrwerksschacht, das Hosenstück vor dem Verdichterrad und die Schubdüse eingepasst werden. Wie das funktioniert, wird die Praxis zeigen. Nicht vergessen, wegen der Standsicherheit, 14g Ballastgewicht im Rumpfbug unterzubringen.

Der große Tragflügel besteht aus fünf Teilen und ist technologisch so gestaltet, dass auch eine gewisse Stabilität erreicht wird. Unter dem Flügel werden die beiden Hauptfahrwerksschächte komplettiert. Erst dann können die beiden Leitwerksträger befestigt werden. Die zweiteilige Höhenflosse sollten man da schon fertig haben, um die Abstände der beiden Träger zu korrigieren.

Die Fahrwerke sind gut detailliert. Was fehlt, das sind ein paar Bremsleitungen. Die Fahrwerksklappen könnten etwas dünner sein. Es gibt zwei Cockpithauben, eine geschlossene und eine zweiteilig, offene Haube. Die Qualität ist sehr gut, dünn und gut durchsichtig. Leider hat die einteilige Haube bei mir einen Riss. Hier sollte man bei Modelsvit noch ein wenig mehr auf die Verpackungssicherheit achten. Da aber eh die Optionen bei diesem Modell überschaubar sind, würde ich die offene Kabine bevorzugen. Eine Vielzahl Antennen vervollständigt das Modell. Aufwendig wird noch einmal der Zusammenbau der Einstiegsleiter.

Die Farben für beide Varianten sind mit Weiß, Grau und Rot überschaubar und lassen sich durch Abkleben einfach beherrschen. Der Farbangaben sind der Humbrol-Tabelle entnommen. Es gibt zwei Decalbögen, die sehr sauber auf einen dünnen Trägerfilm gedruckt sind. Bei der Anwendung der Decals sollte man trotzdem vorsichtig sein, ich hatte da schon bei der Be-12 von Modelsvit einige Probleme. Die Bauanleitung ist wieder vorbildlich und lässt keine Details offen.

Modelsvit - M-17

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Weitere Bilder

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M-17

 

Darstellbare Maschinen:
  • M-17 CCCP-17103 steht in Monino
  • M-17 CCCP-17401, 2. Prototyp
Stärken:
  • erster Spritzgussbausatz
  • zwei Cockpithauben
Schwächen:
  • vereinzelt Einsinkstellen 
Anwendung: Kein Einsteigermodell aber die Bauschwierigkeiten sind überschaubar.

Fazit:

Ein zeitgemäßer Bausatz der M-17, mit minimalen Abstrichen bei der Spritzqualität, nicht schwer zu bauen und einfach zu lackieren. Das fertige Modell neben eine U-2 gestellt zeigt einen guten Vergleich bei der Entwicklung dieser speziellen Flugzeuge.

Diese Besprechung stammt von Bernhard Pethe - 27. August 2016

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