Du bist hier: Home > Kit-Ecke > Revell > Gorch Fock

Gorch Fock

(Revell - Nr. 05417)

Revell - Gorch Fock

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Schiffe Militär Modern
Katalog Nummer:05417 - Gorch Fock
Maßstab:1:150
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Oktober 2016
Preis:UVP 59,99 €
Inhalt:
  • 2 weiße Spritzlinge
  • 4 braune Spritzlinge
  • 2 schwarze Spritzlinge
  • 2 Segelsätze
  • 2 Takelgarn beige
  • 2 Takelgarn schwarz
  • 1 Markierungsbogen
  • 1 Papierbogen mit Flaggen
  • 1 Ausführliche Bauanleitung

Besprechung:

Das Original

Die Geschichte der „GORCH FOCK" reicht zurück bis in die 1930er Jahre. Der Vorgänger war das Segelschulschiff „NIOBE", das am 26. Juli 1932 durch eine „Weiße Bö" (eine extrem starke Fallbö, die mit Nebel, Starkregen oder sogar Schnee auftreten kann) nahe Fehmarn kenterte und unterging. Dabei kamen 69 Mann ums Leben. Die „NIOBE" wurde ursprünglich 1913 als 4 Mast Gaffelschoner für L.F. Knakkergaard/Nykobing auf der Werft Skibsvaerit & Flydedock Bohl & Co in Dänemark gebaut und als „MORTEN JENSEN" getauft. Sie hatte einen Stahlrumpf, Tanks für Wasserballast und einen 2-Zylinder-Bolinder-Motor. Ab 1916 fuhr das Schiff als „TYGHOLM" Holzfracht unter norwegischer Flagge und wurde vom deutschen U-Boot „UB 41" als Prise aufgebracht. Nach dem 1. Weltkrieg ging das Schiff 1922 in die Marinewerft Wilhelmshaven und wurde dort zu einer Jacksbark umgestaltet. Der erste Kapitän der „NIOBE" war Felix Graf Luckner, der Seeteufel höchst persönlich, der im 1. Weltkrieg den einzigen Segel-Hilfskreuzer der ehemaligen kaiserlichen Marine „SMS SEEADLER" sehr erfolgreich führte. Die damalige Reichsmarine konnte und wollte nicht auf ein Segelschulschiff zur Ausbildung von Offizieren verzichten und gab dann ein Schiff in Auftrag, bei dem besonders auf die Stabilität Wert gelegt wurde. Ein Unglück wie mit der „NIOBE" sollte sich nicht mehr wiederholen.

Bereits am 02. Dezember 1932 wurde der Bauauftrag an Blohm & Voss in Hamburg erteilt, obwohl man lieber die Werft Johann C. Tecklenborg in Bremerhaven damit beauftragt hätte. Leider war die Werft kurz zuvor einer Fusion mehrerer anderer Werften zum Opfer gefallen und die Werft selbst konnte nicht genügend qualifizierte Arbeiter aufbringen, um das Schiff zu bauen. Blohm & Voss schaffte es in der Rekordzeit von 100 Tagen das neue Segelschulschiff zu bauen und fertig zu stellen. Am 03. Mai 1933 lief es vom Stapel und wurde am 01. Juli 1933 übergeben und in Dienst gestellt. Der Name „GORCH FOCK“ wurde dem norddeutschen Dichter Johann Kinau zu Ehren gewählt, der in der Skagerrakschlacht auf dem kleinen Kreuzer „SMS WIESBADEN“ diente und mit ihm unterging.

Die meiste Zeit gingen die Ausbildungsreisen durch die Nord- und Ostsee, nur wenige Fahrten gingen auch ins Ausland. Höhepunkt war die Reise von April bis Juni 1939, als die „GORCH FOCK“ einen Atlantiktörn über Funchal, Port of Spain bis nach Trinidad machte. Im 2. Weltkrieg war sie bis April 1944 Büroschiff der 1. Marine-Lehrabteilung in Kiel, dann wurde sie nach Rügen geschleppt und wieder als Schulschiff in Dienst gestellt. Ende April verholte das Schiff von ihrem Winterliegeplatz in Stralsund und ankerte auf der Reede, wo es am 01. Mai 1945 von einem Pionierkommando des Heeres versenkt wurde.

1947 wurde das Wrack von der sowjetischen Besatzungsmacht wieder gehoben und nach Begutachtung des Zustandes in drei Jahren wieder instandgesetzt und als „TOWARISCHTSCH“ als Schulschiff für die sowjetische Handelsmarine in Dienst gestellt. Mit Ende der UdSSR wurde das Schiff 1991 an die Ukraine abgegeben. Sie wurde nun als Touristenschiff für zahlende Trainees eingesetzt. Die eingenommenen Devisen wurden unter anderem für den Unterhalt der „TOWARISCHTSCH“ verwendet, trotzdem verfiel das Schiff zunehmend, da die Unterhaltskosten fehlten. 1995 sollten notwendige Reparaturen in Newcastle durchgeführt werden, jedoch war kein Geld da. Durch die Initiative der Tall-Ship Friends e.V. und der Stadt Wilhelmshaven konnte das Schiff gerettet werden und lief am 01. Juni 1999 in Wilhelmshaven ein. Am 09. September 2003 wurde das Schiff dann durch die Tall-Ship Friends e.V. gekauft und mit einem Dockschiff nach Stralsund gebracht, wo das Schiff wieder in Stand gesetzt wurde und heute als Museumschiff zu besichtigen ist. Die Initiative geht dahin, genügend Geld zusammen zu bekommen, das Schiff auch wieder seetüchtig zu machen und als „GORCH FOCK“ in See gehen zu lassen.

Der Kartoninhalt

Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock
Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock

Gorch Fock

 

„HORST WESSEL"

Das erste Schwesterschiff wurde am 30. Juni 1936 als "HORST WESSEL" vom Stapel gelassen und stellte eine verbesserte Weiterentwicklung der „GORCH FOCK" dar. Der Grund dafür war der Mangel an Seeoffizieren, um die Aufrüstung der Reichsmarine zur britischen Royal Navy in den Griff zu bekommen. Auch die „HORST WESSEL" blieb die meiste Zeit in heimatlichen Gewässern, machte aber mehrere Auslandsreisen nach Las Palmas und Edinburgh. Im 2. Weltkrieg lag sie stationär in Kiel und diente kurzfristig dem Admiral der 2. Flotte als Hilfsstabschiff, wurde später der Marine-Hitlerjugend zugeteilt und in Stralsund eingesetzt. In dieser Zeit hatte sie auch mehrere Flugabwehrwaffen an Bord und konnte drei feindliche Flugzeuge abschießen. 1946 wurde die „HORST WESSEL" an die USA Als Reparationsleistung abgegeben. Bis heute dient sie unter dem Namen „EAGLE" der US Coast Guard als Schulschiff und hat in ihrer langen Zeit auf Auslandsreisen mehrfach deutsche Häfen besucht. Ihr Bug ziert ein stilisierter Adler mit geöffnetem Schnabel, statt dem ehemaligen Reichsadler.

„ALBERT LEO SCHLAGETER"

Das zweite Schwesterschiff der „GORCH FOCK" lief am 30. Oktober 1937 bei Blohm & Voss vom Stapel, als weitere Ergänzung der Ausbildungsflotte. Das Schiff erhielt den Namen „ALBERT LEO SCHLAGETER" und wurde am 14. Februar 1938 in Dienst gestellt. Am 19. März lief das Schiff zu einem Südamerika-Törn aus, musste jedoch nach vier Tagen abbrechen, da sie eine Kollision mit dem britischen Dampfer „TROJANSTAR" im Ärmelkanal hatte. Nach den Reparaturen führte sie ihren Törn über den Atlantik erfolgreich durch und kehrte am 28. Juni 1938 wieder zurück. Am 01. April 1939 nahm sie an der Taufe des Schlachtschiffs „TIRPITZ" in Wilhelmshaven teil, vier Tage später lief sie zu einer weiteren Ausbildungsreise bis nach Brasilien aus. Im 2. Weltkrieg war die „ALBERT LEO SCHLAGETER" stationäres Büroschiff der Marineunteroffizierslehrabteilung. Im Januar 1944 wurde sie zusammen mit ihrem Schwesterschiff „HORST WESSEL" wieder zu Ausbildungszwecken in Dienst gestellt. Am 14. November erhielt sie einen Minentreffer in einer russischen Minensperre vor Saßnitz. Dabei kamen 15 Menschen ums Leben. Über Kiel und Rendsburg gelangte das Schiff dann nach Flensburg, dort wurde es von den Alliierten beschlagnahmt und den USA zugesprochen. Diese hatten jedoch keine Verwendung für ein weiteres Segelschulschiff und gaben das Schiff weiter an Brasilien, wo es am 27. Oktober 1948 dann unter dem Namen „GUANBARA" als Schulschiff in Dienst gestellt wurde, mit Heimathafen Rio de Janeiro. 1960 wurde die „GUANBARA" außer Dienst gestellt, da die Komplexität dieses Schiffes wohl zu viel für die Brasilianer war. Im Sommer 1961 kaufte die portugiesische Marine das Schiff für die Ausbildung des nautischen Nachwuchses. Ihr neuer Name war „SAGRES", wie ihre zwei Namensvorgängerinnen. Die erste „SAGRES" war ein hölzernes Vollschiff aus England, aus dem Jahr 1858, das von 1882 bis 1898 zum Einsatz kam und bei Porto auf dem Douro stationiert war. Die zweite „SAGRES" war die „RICKMER RICKMERS", die heutzutage als Museumsschiff in Hamburg liegt. Der Heimathafen für die ehemalige „ALBERT LEO SCHLAGETER" ist Lissabon. In der Regel werden jährlich zwei Ausbildungsfahrten von dort aus durchgeführt. Das Markanteste an der „SAGRES" sind ihre großen Malteserkreuze auf den Segeln. Das Schiff ist ein weitgereister und gern gesehener Botschafter unter weißen Segeln und nahm sehr oft schon zusammen mit ihren Schwestern an Regatten teil. Außerdem hat sie zweimal eine Weltumsegelung durchgeführt.

„MIRCEA"

Die „MIRCEA" ist das einzige Schwesterschiff der „GORCH FOCK", das nicht für die Ausbildung des deutschen Marinenachwuchses gebaut wurde. Der rumänische Staat gab das Schiff 1938 in Auftrag und es wurde 1939 an den Eigner übergeben. Als Galionsfigur führt das Schiff eine prächtige Abbildung des Namensgebers Herzog Mircea. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schiff von der Sowjetunion beschlagnahmt und erhielt den Namen „RION". Im Jahr 1966 wurde das Schiff an Rumänien zurückgegeben und gründlich überholt. Nach einer weiteren Renovierung in den Jahren 1994 bis 2004 galt sie als das modernste Schiff ihrer Klasse. Zahlreiche Ausbildungsfahrten führten die Bark in die ganze Welt. Auch bei der 200 Jahrfeier der Unabhängigkeit der USA war sie dabei.

„HERBERT NORKUS"

1939 wurde dann ein viertes Segelschulschiff in Auftrag gegeben, das den Namen eines Hitlerjungen, der bei einer Auseinandersetzung mit Kommunisten ums Leben kam und vom NS-Regime Idealisiert wurde, trug: „HERBERT NORKUS" Das Schiff wäre identisch mit seinen Schwestern „HORST WESSEL" und „ALBERT LEO SCHLAGETER" gewesen, doch der Krieg kam dazwischen. Am 07. November wurde der Neubau mit einem Notstapellauf zu Wasser gebracht. Die Helgen wurden für den U-Bootbau dringender benötigt. Ohne die traditionelle Schiffstaufe erhielt der Rumpf seinen Namen. Das Rigg wurde in Sicherheit gebracht und später für den Bau der „GORCH FOCK" der Bundesmarine verwendet. Im März 1945 bekam der Rumpf einen Bombentreffer ab. Nach dem Krieg wurde der Rumpf begutachtet und die Schäden als zu stark eingestuft. 1947 wurde die nicht vollendete Bark beladen mit Munition an der tiefsten Stelle im Skagerrak versenkt.

Die Details

Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock
Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock
Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock
Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock

Gorch Fock

 

„GORCH FOCK"

Wie schon am Anfang de Berichtes erwähnt, benötigte die noch junge Bundesmarine ebenfalls ein Segelschulschiff. Die Erfahrungen mit den Schwesterschiffen waren so gut, dass man die Pläne der „ALBERT LEO SCHLAGETER" nahm und moderne und technische Verbesserungen mit einplante. Die Kosten für den Bau beliefen sich auf 8,5 Millionen Deutsche Mark. Das Schiff wurde zu einer Zeit in Auftrag gegeben, als in der Öffentlichkeit ein starkes Aufsehen herrschte, da am 21. September 1957 das Segelschulschiff „PAMIR" mit 81 Männern im Hurrikan „Carrie" verloren ging. Trotzdem hielt die Bundesmarine an ihrem Vorhaben fest.

Die „GORCH FOCK" hat in ihrer über 50 jährigen Dienstzeit viele Millionen Kilometer auf den Weltmeeren hinter sich gebracht, fast alle Länder mit einem Hafen angelaufen, viele Regatten mit gemacht und auch gewonnen und viele tausend Unteroffiziers- und Offiziersanwärter kommen und gehen sehen. Die Stammcrew besteht aus 83 Mann und kann bis zu 138 Lehrgangsteilnehmer und seit wenigen Jahren auch Teilnehmerinnen betreuen. Der Unterhalt des mittlerweile legendären Botschafters unter weißen Segeln wurde in den letzten Jahren immer kostspieliger und als am 07. November 2010 eine 25jährige Offiziersanwärterin während eines Hafenaufenthaltes in Brasilien vom Mast stürzte und zu Tode kam, schien es von politischer Seite aus um die „GORCH FOCK" geschehen zu sein. Es war indes der 7. tödliche Unfall auf der „GORCH FOCK". Anfang Juli 2011 billigte eine Mehrheit des Bundestages im Verteidigungsausschuss den Untersuchungsbericht der Marine über verschiedene Vorfälle. Die Bundesmarine wird auch in Zukunft mit der „GORCH FOCK" Offiziere ausbilden und mit einem Botschafter unter weißen Segeln in den Häfen der Welt für die Bundes Republik Deutschland werben. Im November 2015 kam die „GORCH FOCK" nach Wilhelmshaven, um danach zur Wohlverdienten Werftliegezeit nach Bremerhaven in die Werft zu gehen. Beim Anlegemanöver rauschte das stolze Schiff mit zu viel Fahrt auf den Bontekai und holte sich erhebliche Schäden am Unterwasserschiff des Bugs. Eine sehr peinliche Angelegenheit für Schiff und Besatzung. Bei der nachfolgenden Werftliegezeit wurde dann auch festgestellt, dass die Masten dringend ausgetauscht werden müssen, so dass die „GORCH FOCK" noch bis in den Spätsommer 2017 als Ausbildungsschiff ausfallen wird. Derzeit versucht die Bundesmarine einen Ersatz zu finden, da die Ausbildung auf kleinen Segeljachten nicht die richtige Ausbildung ist, die sich die Bundesmarine vorstellt.

Anders als bei ihren Schwestern erhielt die neue „GORCH FOCK" einen Albatros als Galionsfigur und keinen Adler. Es ist mittlerweile der sechste Albatros, da die ersten beiden aus Holz zu schwer waren, wurde der dritte aus Polyester gefertigt, der vierte Albatros wurde bei der Überholung 2000 - 2001 erneuert und ging am 11. Dezember 2002 im Ärmelkanal verloren. Der fünfte Albatros wog 350 Kilogramm und ging am 05. Dezember 2005 100 Seemeilen vor der französischen Küste in der stürmischen Biskaya verloren. Der nunmehr sechste Albatros besteht aus Kohlefaser und ist mit einem Edelstahlgerippe verstärkt. 

„ÄHNLICHE SCHIFFE"

Der Bauplan und das Konzept der „GORCH FOCK"-Klasse sind so gelungen, dass in anderen Marinen Schiffe nach einem sehr ähnlichen Plan gebaut wurden und im Ausbildungsdienst stehen. 1966 schrieb die kolumbianische Marine ein Segelschulschiff aus, das in Spanien gebaut wurde. Es war das erste von vier Schiffen, die sich an die „GORCH FOCK" Klasse anlehnten und erhielt den Namen „GLORIA". Sie ist allerdings mit 76m Länge und nur 1.300 BRT kleiner. Am 16. Mai 1969 wurde sie in Kolumbien in Dienst gestellt. Es folgte die „GUAYAS" für die ecuadorianische Marine mit 78,4m Länge und 1.250 BRT und wurde am 23. Juli 1977 in Dienst gestellt. Für Venezuela wurde dann noch die „SIMON BOLIVAR" mit 82,4m Länge und 1.260 BRT am 21. November 1979 vom Stapel gelassen und am 12. August 1980 in Dienst gestellt. Die 1982 in Spanien gebaute „CUAUTHEMOC" ist nur unwesentlich größer als die „GORCH FOCK" und für die mexikanische Marine im Ausbildungsdienst. Sie ist 90,5m lang und hat 1.800 BRT. 

Die Bauanleitung

Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock
Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock
Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock
Gorch Fock

Gorch Fock

 

Der Bausatz von Revell ist eine Wiederauflage von 1986, der im Ursprung von Heller stammt. Was mir als erstes aufgefallen ist, ist dass der Rumpf leicht verzogen ist. Sehr unschön, denn es handelt sich um keine Kleinteile, sondern um zwei große Teile, die man nur schwer zu einem Teil verarbeiten kann. Auch fehlt am Unterwasserteil, genauso wie bei anderen Heller Segelschiffsbausätzen der „PASSAT", „PAMIR" oder „PREUSSEN", die Detaillierung. Die Spritzlinge haben alle sehr viele Auswerfermarken und wie auch bei Heller-Bausätzen üblich, überschüssige Kunststoffnasen. Fischhäute sind glücklicherweise nur wenige zu finden. Die Detaillierung der Planken auf den Decks ist etwas groß, aber recht fein. Die Rahen sind einteilig gegossen, während die Masten jeweils in zwei Hälften gegossen wurden. Das könnte beim späteren Zusammenbau zu größeren Schleifarbeiten führen, da die Nähte sehr lang werden. Die Wanten sind aus schwarzem Weichkunststoff, was Schwierigkeiten beim Bemalen geben kann, da die Farben nicht so gut halten. Auch sind die Wanten grob und für einen ordentlichen Modellbauer nicht zu gebrauchen. Ich empfehle hierbei „DO IT YOUR SELF!"

Die Segel sind, wie bei den meisten Segelschiffen, aus dünnem weißen Plastik, der sehr gut durch Papier oder eventuell sogar schon mit dünnem Stoff ausgetauscht werden sollte, um ein besseres Bild zu bekommen. Takelgarn gibt es in Schwarz und Beige und jeweils zwei Rollen dabei. Ob das für eine genaue Takelage reicht, wage ich zu bezweifeln. Aber es kommt auch darauf an, wie genau man arbeiten möchte. An den Spritzlingen sind 120 kleine und 30 große Blöcke, für einen normalen Bau des Seglers werden diese wohl in der Takelage reichen, aber ich denke, man könnte noch ein paar mehr brauchen. Ein Decalbogen mit Namenszug und Stadtwappen von Kiel liegt ebenso dabei wie ein Bogen mit Fahnen und Wimpeln. Die Bauanleitung kommt im neuen Design farblich daher. Gut übersichtlich und Schritt für Schritt kann man das Schiff bauen. Spätestens beim Takeln selbst fällt die Bauanleitung jedoch rudimentär aus und lässt sehr zu wünschen übrig. Hier wäre es dann besser, wenn man sich zusätzliche Unterlagen besorgt. 

Stärken:
  • Etwas älterer aber sehr schöner Bausatz in großem Maßstab unseres Segelschulschiffes
  • Großes Modell mit 58,4 cm Länge und 36 cm Höhe
  • Übersichtliche Bauanleitung
  • Mit etwas Aufwand lässt sich aber ein sehr schönes Schiff herstellen
Schwächen:
  • Der Rumpf ist verzogen
  • Masten zweiteilig, erhöhter Arbeitsaufwand durch lange Klebstoffnähte
  • Viele Auswerfermarken und überschüssige Kunststoffnasen, ein paar Fischhäute
  • Eventuell zu wenig Takelgarn und zu wenig Blöcke

Fazit:

Der Bausatz ist nichts für Anfänger. Schon die Einteilung in Level 5 sagt dies voraus. Es sind immerhin 524 Teile dabei! Wer es jedoch wagt und lange genug Geduld mit dem Takelgarn und den Blöcken hat und auch alle andere widrigen Probleme angehen will, kann sich ein sehr schönes und auch großes Modell bauen und dann den nächsten Platz in der Vitrine vorbereiten.

„Nicht weil es schwer ist wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer!"

Weitere Infos:

Referenzen:

Zum Thema kann ich folgende Literatur empfehlen:

Die Gorch Fock und ihre Schwesterschiffe von Ulf Kaak, GeraMond Verlag

Eine mögliche Bezugsquelle beim Bausatzhersteller gibt es hier

Diese Besprechung stammt von Sven Dettmar - 20. Dezember 2016

Du bist hier: Home > Kit-Ecke > Revell > Gorch Fock

© 2001-2019 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links | Blog