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De Havilland DH.88 Comet Australia

(S.B.S Model - Nr. SBS7006)

S.B.S Model - De Havilland DH.88 Comet Australia

Produktinfo:

Hersteller:S.B.S Model
Sparte:Flugzeuge Zivil
Katalog Nummer:SBS7006 - De Havilland DH.88 Comet Australia
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Resin, Vacu, ...)
Erschienen:2015
Preis:ca. 40,- €
Inhalt:
  • 52 Resinteile inkl. Klarteile
  • 6 Weißmetallteile 
  • 2 Ätzteilplatinen
  • 2 Markierungsbögen
  • 1 Stück Fotofilm
  • 1 Bauanleitung
  • 1 Lackierungsanleitung 

Besprechung:

Das Original

Ganze fünf Exemplare der D.H. 88 Comet Racer wurden zwischen 1934 und 1935 gebaut, zwei Maschinen blieben als Museumstück, etwa in der Shuttleworth Collection, erhalten. In den 80er Jahren erwies es sich als zu aufwändig, die ursprüngliche G-ACSP, den Portugal Rückkehrer, flugfähig zu restaurieren. Eine weitgehend originalgetreue Replica im auffälligen Rot der G-ACSS „Grosvenor House" wurde 1993 zum sechsten Exemplar, das aktuell auch in der Luft zu bewundern ist.

Die „Comet Racer" wurde speziell für das „Victorian Centenary Air Race" von Mildenhall, UK nach Melbourne, Australien, auch „Macpherson Race" genannt, entwickelt. Unter den 63 teilnehmenden Besatzungen flogen drei die D.H. 88 und die G-ACSS „Grosvenor House" beendete das Rennen als Sieger. Es war die erste einer Reihe von Kometen aus dem Hause DeHavilland und mit ihren eleganten Linien wie der Konstruktion in Holz als Urvater der D.H. 98 „Mosquito" zu erkennen.

Zwei der Rennteilnehmer, die G-ACSP und die G-ACSR, erlebten anschließend eine interessante, jedoch recht kurze Zeit als Schnellpostflugzeuge in portugiesischen und französischen Farben. Zu der ebenso roten aber bis dahin namenlosen G-ACSR hatte die französische Regierung noch eine zweite D.H. 88 gekauft. Die Maschinen wurden als F-ANPY und F-ANPZ für den Einsatz auf den Postflugstrecken auch von Jean Mermoz geflogen. Im Evaluierungswettbewerb stand dazu die sehr ähnlich aussehende Caudron C.640 „Typhon". Diese ist in den Dimensionen etwas größer, nur unwesentlich langsamer als die „Comet" gewesen, konnte jedoch etwa doppelt soviel Briefpost - etwa 200 kg - über die eineinhalbfache Distanz befördern.

Während der Testzeit erflog die D.H. 88 mit ihren französischen Besatzungen - weiterhin zwei Köpfe als Pilot und Mechaniker / Funker / Navigator - beachtenswerte Zeiten, beginnend mit dem Überführungsflug noch in den Händen des DeHavilland Testpiloten Hugh Buckingham von Croydon nach Le Bourget in 59 Minuten. Es kam nicht zum Routineeinsatz der „Comet". Schon die Evaluierung fand einen baldigen Stopp, auch weil ihr stärkster Unterstützer Jean Mermoz 1936 während des Südatlantikflugs mit der Couzinet „Arc-en-Ciel" verschwand. Beide französischen Versionen fielen 1940 im Hangar in Istres den Flammen zum Opfer, die portugiesische „Comet" fand ihren Weg zurück nach Großbritannien ins Museum, die fünfte Comet ging schon 1935 im Flug verloren, während die Besatzung aussteigen konnte. Diesen neuen Bausatz der D.H. 88 und eine weitgehend scratch gebaute C. 640 werde ich als interessante Episode der zivilen Postfliegerei in Szene setzen.

S.B.S Model - De Havilland DH.88 Comet Australia

Von diesem eleganten Renner gibt es aus grauer Vorzeit des letzten Jahrtausends wohl zwei Spritzgussvarianten - Frog und Airfix haben sie herausgebracht. Diese sind von den äußeren Dimensionen, Oberflächen und Detailtreue recht gut, aber deutlich einfacher als der Resinbausatz von S.B,S. Der kompakte, sehr stabile Karton enthält fünf Zipp-Beutel für alle Bauteile. Die versenkten und erhabenen Details des sehr leanen Originals sind maßstabsgerecht fein dominant. Die Steuerflächen sind fest angegossen, lassen sich aber, bis auf die Landeklappen, gut trennen und in angelenktem Zustand darstellen. Die Resinteile sind alle fehler- und blasenfrei gegossen. Mit den ergänzenden Fotoätz-, Weißmetall- (also Zinn-)Fahrwerkteilen, sowie den Filmen für die Armaturen erübrigt sich fast jedes Scratchdetail für alle Versionen. Die Zinnfahrwerke sind so gut wie gratfrei. Lediglich die in transparentem Resin gegossene Cockpithaube sollte besser als Ziehstempel für eine vakuumgezogene in Eigenarbeit dienen: dann ist auch sie maßstabsgerecht dünn und durchsichtig.

Die Bausatzteile

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De Havilland DH.88 Comet Australia

 

Die Bausatzdetails

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Einige Resinbauteile sind sehr filigran und müssen sehr vorsichtig verarbeitet werden (z.B. Propellerblätter und Cockpitdetails). Die Angüsse sind klein dimensioniert. Das Cockpit weist viele Details auf: interessantestes Accessoire ist das Modell der Schreibmaschine, die während des Melbourne-Rennens zur „Online-Reportage" genutzt wurde. Ungewöhnlich für einen Resin-Bausatz ist, dass die großen Bauteile über Passzapfen verfügen, die eine stabilere Verbindung der Teile erlauben. Die Passgenauigkeit der Resinbauteile ist sehr gut und kommt den Originalspaltmaßen des weitgehend in Holz gebauten Comet-Racers maßstäblich sehr nahe.

Die Bauanleitung verfügt über großformatige Zeichnungen, zur richtigen Teileauswahl zu den Alternativversionen der D.H. 88 ist die Bauanleitung aber genau zu studieren, um in den verschiedenen Bauschritten keine Verwechslung zu erzeugen. Im Bausatz sind optionale Bauteile, die alle von S.B.S angebotene Bausatzversionen ermöglichen, mit allen kleinen Differnzen der fünf Originale in ihren Lebensphasen dargestellt. Die Lackierungshinweise sind farbig gedruckt. Die Decals sind glänzend und von guter Qualität, ob die der blauen Rumpflackierung nicht zu sehr „auftragen", also der Trägerfilm zu dick ist, gilt es auszuprobieren. In diesem D.H. 88 Bausatz sind vier Markierungsvarianten enthalten: die G-ADEF „Boomerang" und drei Nach-Renn-Versionen der G-ACSS.

Die Bauanleitung und die Markierungsbögen

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Darstellbare Maschinen:
  • De Havilland DH.88 Comet, Boomerang, G-ADEF, 1935
  • De Havilland DH.88 Comet, The Orphon, G-ACSS, 1937
  • De Havilland DH.88 Comet, The Burberry, G-ACSS, 1937 
  • De Havilland DH.88 Comet, Australian Anniversary, G-ACSS, 1937-1938
Stärken:
  • Feine und gut detaillierte Bauteile
  • Bester Bausatz zu dieser Vorlage in diesem Maßstab 
Schwächen:
  • Für den richtigen Durchblick sollte die Kabinenabdeckung ersetzt werden 
Anwendung:

Nicht für Modellbaueinsteiger geeignet.

Fazit:

Ein filigraner Resin-Bausatz, der das Potential der D.H. 88 im Modell heben kann, als Herausforderung für den fortgeschrittenen Airbrusher, das Modellfinish genauso farbenfroh und glanzvoll wie beim Original auszuführen. Nur der unverbindliche Verkaufspreis von rund 40,- € trübt mir etwas die Freude...

Weitere Infos:

Referenzen: Weitere Information vom Hersteller sind hier zu finden.

Diese Besprechung stammt von Klaus Rick - 24. Februar 2017

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