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U.S. Army AH-64D Block II "Late Version"

(Academy - Nr. 12551)

Academy - U.S. Army AH-64D Block II

Produktinfo:

Hersteller:Academy
Sparte:Hubschrauber
Katalog Nummer:12551 - U.S. Army AH-64D Block II "Late Version"
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2017
Preis:ca. 25 Euro
Inhalt:
  • Drei Spritzlinge mit grauen Plastikteilen
  • Ein Spritzling mit transparenten Plastikteilen
  • Anleitung
  • Bemalungshinweise
  • Abziehbilderbogen

Besprechung:

Academy - U.S. Army AH-64D Block II "Late Version"

Zum Original:

Bereits im Jahr 1964 war von der US Army ein Entwicklungsauftrag für einen schweren Kampfhubschrauber ausgeschrieben worden. Das Ergebnis war der Lockheed AH-56 „Cheyenne“, ein Kampfhubschrauber für Sturzflugangriffe mit hohen Geschwindigkeiten. Dieses Konzept war obsolet, als sich im Praxiseinsatz herausstellte, dass der Hubschrauber durch diese Taktik extrem verwundbar für in seinen Sturzflugwinkel abgefeuerte Boden-Luft-Raketen war. Da das ganze Design des Cheyenne durch den Sturzangriff beeinflusst war, wurde das Projekt AH-56 eingestellt.

Die US Army wünschte sich für den zweiten Anlauf zusätzlich bessere Manövrierfähigkeit, Nachteinsatzfähigkeit und herausragende Tiefflugfähigkeiten. Der neue Hubschrauber wurde für den Einsatz in bewaldeten, hügeligen und gebirgigen Gebieten Europas und Asiens konzipiert. Seine Fähigkeiten konnte der Hughes YAH-64-Prototyp bei seinen Testflügen ab 30. September 1975 eindrucksvoll unter Beweis stellen. Nach einer gründlichen Testphase ging der Hubschrauber im März 1982 mit einem anfänglichen Stückpreis von rund 17 Millionen US-Dollar in die Serienproduktion. Am 26. Januar 1984 wurden die ersten AH-64A an die US Army ausgeliefert. Als erste Einheit meldete das 6th Cavalry Regiment im Juli 1986 die volle Einsatzfähigkeit mit der AH-64A. Bis Juli 1993 wurden 800, bis Oktober 1995 insgesamt 900 und bis ins Jahr 2000 dann 1048 AH-64 Apache in verschiedenen Versionen gebaut und ausgeliefert. Die A-Baureihe wurde bis 2012 betrieben; parallel begann der Einsatz der E-Baureihe.

Quelle: wikipedia.org

Academy - U.S. Army AH-64D Block II "Late Version"

Zum Bausatz:

Nach dem AH-64D "Early Version" und dem britischen WAH-64 bringt Academy seine Neuentwicklung nun in einer dritten Variante auf den Markt. Dafür wurde der Spritzling mit den Triebwerksteilen ausgetauscht, da hier eine nach oben gerichtete Abgasführung zum Einsatz kommt, die die IR-Signatur des Hubschraubers noch weiter senken soll. Die Teile für die britische Ausführung liegen dieser Edition nicht bei.

Alles andere entspricht dem Basis-Kit der "Early Version" (Art. 12514), der seit 2015 auf dem Markt ist und positive Eindrücke hinterlassen konnte. Anders als bei bisherigen "Pseudo-Ds", bei denen auf die bereits vorhandenen Kits der AH-64A nur ein Radar für den Rotor hinzu kam, handelt es sich bei der jüngsten Academy-D um einen echten "Longbow".

Im Stülpkarton sind vier Spritzlinge enthalten, die jeweils separat eingeschweißt sind. Aufällig ist, dass sich die Konstrukteure Gedanken gemacht haben, wie Beschädigungen und lose Teile vermieden werden können. Entsprechend hervorstehende Einzelteile und filigrane Dinge wie die HF-Antenne ("Handtuchstange") sowie Haltegriffe für die Wartungsmannschaft werden am Gussast durch besondere Stege und vertikale Wände geschützt.

Die Cockpits sind vollständig, es gibt Instrumentenbretter mit aufgeprägten Bildschirmen (hier wird es durch die Architektur der Teile eher schwer, diese Prägung für den Ätzteileinsatz zu entfernen) und detaillierte Seitenkonsolen, schön gestaltete Sitze ohne aufgeprägte Gurte (Ätzteilindustrie) und auch an die Trennscheibe zwischen Pilot und Waffenführer wurde gedacht. Einzige Wermutstropfen: Die Hebel des Collective Pitch sind mit in der Cockpitwanne eingegossen - hier bleibt abzuwarten wie die Wirkung in der Spalte zwischen Sitzen und Seitenkonsolen am Ende ist. Ferner lässt sich die Kabine nur geschlossen darstellen.  

Der Hauptrotor ist mit allen vier Blättern und dem Rotorkopf als ein einziges Teil ausgelegt. Skepsis, die sich hier auf den ersten Blick oder beim Lesen einstellen mag, ist unbegründet. Durch das Einzelteil leidet die Detaillierung nicht. Die Triebwerksgondeln bestehen jeweils auch nur aus einem Teil, die an den Rumpf angesetzt werden, lediglich Einläufe und Wellentunnel sowie die Abgassektionen besteht aus mehreren Teilen. Bei den Hauptkomponenten des Hubschraubers wird auf stabile Verbindungen durch entsprechende Zapfen und Aufnahmen Wert gelegt. Die Anleitung ist ausführlich und lässt keine Fragen offen. Sie ist zwar nur schwarz/weiß, was bei den gebotenen Lackierungsschemata aber kein wirklicher Kritikpunkt ist. 

Trotz einer allgemein guten Detaillierung mit fein versenkten Gravuren und guten Oberflächendetails gibt es zwei Teile, die produktionsbedingt als Plastikteil doch etwas grob wirken: Zum einen der Scheibenwischer des vorderen Besatzungsmitgliedes, zum anderen die charakteristische SATCOM-Schneebesen-Antenne auf dem hinteren Rumpfrücken. Wie man letztere filigraner technisch in Plastik umsetzen könnte, bleibt aber insgesamt fragwürdig.

Academy - U.S. Army AH-64D Block II "Late Version"

Zu den Markierungen:

Naturgemäß gibt es beim Apache der U.S. Army wenig Überraschungen. Olive Helo Drab über alles. Einzige Auflockerungen sind im Falle der ersten Markierungsoption aus Tikrit das Haifischmaul, bei der zweiten Maschine das 1st Air Cav.-Wappen und eine taktische Markierung, bei den anderen jeweils maschinenspezifische Verzierungen auf dem Triebwerksgehäuse. 

Der Bogen von Cartograf ist einwandfrei und voller Wartungshinweise. Ein seperates Blatt zeigt die Positionierung aus allen vier Perspektiven. Für die Stencils sollte man in jedem Fall Zeit einplanen. 

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Weitere Bilder

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Darstellbare Maschinen:
  • AH-64D 05-7011, 1st Attack Reconnaissance Batalion, 1st Combat Aviation Brigade, 1st ID U.S. Army Camp Speicher, Tikrit, Irak, 2010.
  • AH-64D 02-5303,4th Attack Reconnaissance Battalion, 22th Aviation Regiment, 1st Air Cavalry Brigade, 1st Cavalry Division U.S. Army, Taji, Irak, 200.
  • AH-64D 07-7021, 4th Attack Reconnaissance Battalion, 2nd ID, U.S. Army Camp Casey, Südkorea, 2014.
  • AH-64D 08-5566, 4th Attack Reconnaissance Battalion, 2nd ID, U.S. Army Camp Casey, Südkorea, 2014.
Stärken:
  • korrekte Umsetzung des "Longbow"
  • gute Detaillierung
  • durchdachtes Bausatzdesign
  • einwandfreie Klarsichtteile
  • tadellos, umfangreiche Decals
  • gute Anleitung
Schwächen:
  • keine Sitzgurte
  • Kollektivhebel in Cockpitwanne eingeformt
  • einzelne Antennen und Kleinteile in der Ausführung etwas grob (SATCOM-Antenne, Scheibenwischer)
  • nicht besonders günstig
Anwendung:
  • mittel bis fortgeschrittene

Fazit:

Auch diese Variante des "Longbow" mit geänderter Abgasführung verspricht Bastelspaß. Durch die sinnvolle Konstruktion des Bausatzes werden z.B. beim Rotor Schritte vereinfacht, was Modellbauern entgegen kommt, die bisher eher die Finger von Hubschraubern gelassen haben. Mit seinem Preis gehört er nicht zu den Tieffliegern unter den Hubschrauber-Kits in 1:72, ist es meines Erachtens aber wert.

Diese Besprechung stammt von Felix Troschier - 02. November 2017

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