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IAR-81C "Rumanian Defender"

(Special Hobby - Nr. 100-SH32068 )

Special Hobby - IAR-81C

Produktinfo:

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:100-SH32068 - IAR-81C "Rumanian Defender"
Maßstab:1:32
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:März 2017
Preis:ca. 50 €
Inhalt:
  • 207 Plastikteile
  • 5 Resinteile
  • 27 Ätzteile
  • Abziehbilder

Besprechung:

Es gab nicht so furchtbar viele Jagdflugzeuge des Zweiten Weltkriegs, die exklusiv nur bei einer einzigen Luftwaffe flogen. Die rumänische IAR-80/81 war ein solch rarer "Vogel". Vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs produzierte die Firma Industria Aeronautică Română das polnische Jagdflugzeuge PZL P.24, das aber schon zu dieser Zeit ein Auslaufmodell war, in Lizenz. Der sogenannte "polnische Flügel", ein Möwenflügel in Schulterdeckerausführung, konnte ebenso wenig mit modernen Konstruktionen mithalten wie das starre Fahrwerk. So entschied sich der Konstrukteur Dr. Ion Gruso dazu, den Hinterrumpf der PLZ P.24 komplett und vom Vorderrumpf lediglich die Motoraufhängung zu übernehmen. Als Triebwerk kamen verschiedene Lizenzversionen des französischen Gnome-Rhône 14K Mistral Major zum Einbau, da das Deutsche Reich die geplanten Jumo-Motoren nicht lieferte.  

Special Hobby - IAR-81C "Rumanian Defender"

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Die stark verstrebte Kabinenhaube der PZL P.24 wurde durch eine "geblasene" Schiebehaube ersetzt, die eine exzellente Rundumsicht ermöglichte. Lediglich die Sicht nach vorne wurde durch den langen Vorderrumpf behindert. Die Besetzung Belgiens durch die Deutsche Wehrmacht führte dazu, dass die belgischen 7,92mm FN Maschinengewehre, eine Lizenzversion des Browning 30.cal, nicht geliefert werden konnten, mit denen der neue Jäger bestückt werden sollte. Die deutsche Seite stimmte der Lieferung erst zu, nachdem die rumänische Regierung sich auf die Seite der Achsenmächte schlug. Dennoch blieb die Lage angespannt, so dass die ersten Serienflugzeug nur vier anstatt der geplanten sechs MGs erhielten. In den Folgejahren wurden verschiedene Varianten produziert, darunter auch eine Sturzkampfbomber-Version, die sich aber nicht sonderlich bewährte.  

Special Hobby - IAR-81C "Rumanian Defender"

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Die IAR-81B war, außer mit vier FN MGs, mit zwei 20 mm MG FF/M bestückt, für deren Einbau die Fläche umgebaut werden musste. Den Gipfel der IAR-80/81 Evolution stellte dann die C-Version dar. Sie erhielt anstelle der MG FF/M die langläufigen Mauser MG 151/20 und war bis zum Erscheinen der modernen amerikanischen Jäger allen anderen Gegnern zumindest technisch ebenbürtig.   

Technische Daten (IAR-81C)   

  • Länge: 8,97 m
  • Spannweite: 11 m
  • Höhe: 3,53 m
  • Flügelfläche: 17 qm
  • Leergewicht: 2.200 kg
  • Abfluggewicht (max): 2.980 kg
  • Antrieb: 1 x IAR K-14-1000A 14 Zylinder-Doppelsternmotor mit 1.025 PS
  • Geschwindigkeit: 560 km/h in 7.000 m Höhe
  • Reichweite: 730 km ohne Zusatztanks
  • Dienstgipfelhöhe: 10.000 m
  • Bewaffnung: 2 x 20 mm MG 151/20, 4 x 7,92 mm FN MG
  • Bombenzuladung: 1 x 225 kg am zentralen Bombenträger 

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Die Firma Azur/Frrom brachte diesen Bausatz 2014 zum ersten Mal auf den Markt und ließ etwas später noch eine IAR-80A Variante folgen. An beide Bausätze war wegen der geringen Auflagenstärken zwar nur schwer heranzukommen, und doch waren beide Bausätze entsprechend schnell vergriffen. Special Hobby erfreute uns in diesem Jahr mit einer Wiederauflage dieses gut gemachten Bausatzes und ein "Versorgungsengpass" scheint auch nicht in Sicht. 

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Zuallererst fällt auf, dass alle Plastikteile eine leicht angeraute Oberfläche aufweisen. Hier empfiehlt es sich, entweder alle Oberflächen mit einem feinen Poliertuch, zum Beispiel von MicroMesh, aufzupolieren, oder aber fertige Baugruppen mit einem Spritzfüller zu glätten, wie es ihn von einschlägigen Herstellern wie Gunze oder Tamiya leicht zu beziehen gibt. Ich persönlich würde zum Aufpolieren raten, denn die Modelloberflächen sind sehr fein mit Gravuren, Nieten und Schrauben reichhaltig detailliert und daher ist die Gefahr groß, dass man davon zu viel verliert, wenn man "füllt". 

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Das Cockpit ist ein Modell für sich. Viele, viele Details in Plastik, ergänzt durch Fotoätzteile und ein tolles Reflexvisier aus Resin...sehr gut gedruckte Decals für die Instrumententafeln...was will man mehr! Übrigens: das Reflexvisier besteht wie gesagt aus Resin, wird aber mit Ätzteilen und zwei Visierscheiben aus Plastikspritzguss vervollständigt und somit zu einem wahren Kleinod, das auch nach dem Einbau noch sehr gut zu sehen ist.

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Topp! Der Motor toppt jedoch alles, was ich von solche Kleinserien-Bausätzen her kenne und was in diesem Fall sinnvoll gewesen wäre, denn man sieht so gut wie nichts mehr davon, sobald die Motorverkleidungen geschlossen sind! Sogar das fein gerippte Kurbelwellengehäuse verschwindet komplett unter einer glatten Haube. Jede Stößelstange bzw. jedes Stößelstangenschutzrohr ist einzeln gefertigt. Die komplette Abgasanlage ist darstellbar. Im Grunde dürfte man den Motor gar nicht in der Haube verstecken, nur verliert dann das Modell seine elegante Linie. Wie mir ein Bekannter sagte, ist der Motor aber absolut maßstäblich, weshalb er nicht in die Motorverkleidungen passt. Es ist wohl notwendig den Durchmesser zu verringern, in dem man die Kipphebelverkleidungen weitestgehend abschleift, was aber kein Problem darstellt, da man ja eh nichts mehr davon sehen kann.  

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Sämtliche Steuerflächen und auch die Landeklappen sind separat gefertigt. Die Struktur der beim großen Vorbild stoffbespannten Bereiche ist mir persönlich zu heftig, aber das mag Geschmacksache sein. Das Fahrwerk ist ansprechend detailliert. Lediglich Bremsleitungen sollten noch ergänzt werden. Es kann hier nicht  schaden, "trocken" vorzubauen, da die oberen Enden der Fahrwerksbeine am Spritzling etwas zu groß erscheinen.  

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IAR-81C "Rumanian Defender"

 

Abhängig von der gewählten Markierungsvariante hat man beim Vergaserlufteinlauf noch die Wahl zwischen einem einfachen und einem mit Staubfilter. Das gilt auch für das zentrale Bombengeschirr, denn eine der vier darstellbaren Maschinen war nachweislich mit diesem ETC ausgestattet. Drei der darstellbaren Maschinen flogen noch vor dem Seitenwechsel der Rumänen an der Seite der Luftwaffe, eine trägt die Kokarden der Vor- und Nachkriegszeit und gehörte 1947 zu einer Militärfliegerschule.  

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Darstellbare Maschinen:
  1. IAR-81C, #429. "Lenuta", Esc.67 Vt./Gr.2Vt, Gherăeşti, Piloten Gheorghe Grecu & Radu Costache, Sommer 1944
  2. IAR-81C, #329, Esc.61/Vt./Gr.6Vt., Popeşti-Leordeni, Pilot Victor Petric, Mai 1944
  3. IAR-81C, #345, Scoàla Militaria Aviatie, Turda, Pilot Anatolie Grunju, Oktober 1947
  4. IAR-81C, #299, Esc.58Vt./Gr.7Vt., Targsor, Piloten Gheroghe Lupsa & Mircea Teodorescu, März & Juni 1944

Fazit:

Der vorliegende Kleinserienbausatz ist nichts für blutige Anfänger, aber auch nicht so schwierig, dass nur erfahrene Profis daran gehen sollten. Die Qualität der einzelne Teile ist gut, die Passgenauigkeit muss sich erst noch erweisen. Alles in allem macht Special Hobbys IAR-81C Lust, sofort mit dem Bau anzufangen, und ich bin sicher, dass bei entsprechender Sorgfalt und Überlegung beim Bau ein sehr ansprechendes Modell dabei herauskommen kann! Prädikat: Empfehlenswert!

Weitere Infos:

Anmerkungen: Den Bausatz auf der Homepage von Special Hobby findet ihr hier.

Diese Besprechung stammt von Olaf Krabbenhöft - 15. Dezember 2017

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