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HMS SCYLLA

(WSW Modellbau - Nr. 700-046)

WSW Modellbau - HMS SCYLLA

Produktinfo:

Hersteller:WSW Modellbau
Sparte:Schiffe Militär WK2
Katalog Nummer:700-046 - HMS SCYLLA
Maßstab:1:700
Kategorie:Bausätze (Resin, Vacu, ...)
Inhalt:
Empfohlener Bausatz:

Besprechung:

Geschichte

HMS Scylla gehörte zur Dido-Klasse. Diese Klasse war als Vielzweckkreuzer für die Verwendung mit der Flotte entworfen. Die Klasse sollte deshalb möglichst klein sein, um große Stückzahlen bauen zu können, die notwendig waren, um die alten Kreuzer der C- und D-Klasse zu ersetzen. Als Bewaffnung waren fünf 13,3 cm Zwillingstürme vorgesehen. Dieser Kaliber wurde gewählt, um die Geschütze als schwere Flak und als Artillerie gegen andere Kreuzer einsetzen zu können, so dass die neuen Kreuzer einerseits die Luftabwehr der Flotte stärken sollten, aber auch selbständig als Kreuzer eingesetzt werden konnten. Fünf Schiff der Klasse (Dido, Bonaventure, Naiad, Phoebe, Euryalus) waren Teil des Programms von 1936, zwei (Hermione, Sirius) wurden 1937, drei (Cleopatra, Charybdis, Scylla) 1938 und sechs (Argonaut, Bellona, Spartan, Royalist, Black Prince, Diadem) 1939 bestellt. Von den letzten sechs wurden fünf nach einem modifizierten Entwurf als Bellona-Klasse fertiggestellt. Wegen Engpässen bei den 13,3 cm Zwillingstürmen – die auch für die Schlachtschiffe der King George V-Klasse gebraucht wurden - wurden drei Schiffe des 1936 Programms (Dido, Bonaventure, Phoebe) mit nur vier Türmen fertiggestellt. Für die drei Schiffe des Programms von 1938 waren nur Türme für ein Schiff vorhanden, so dass Charybdis und Scylla nach einem modifizierten Entwurf als Flaggschiff für Zerstörer-Flottillen gebaut wurden. Statt der fünf 13,3 cm Zwillingstürme hatten diese beiden Schiffe vier 11,4 cm Zwillingsgeschütze des Modells, das auch auf der Ark Royal montiert wurde. Die Bewaffnung dieser Kreuzer war damit geringer als bei den meisten zeitgenössischen Zerstörern, weshalb sie als toothless terror (zahnloser Schrecken) bezeichnet wurden. Diese Schiffe hatten auch keinen DCT als Feuerleitgerät gegen andere Schiffe, sondern nur zwei HACS als Feuerleitgeräte für die schwere Flak. Die Gewichtseinsparung wurde benutzt, um die Aufbauten zu vergrößern, um sie als Flaggschiffe benutzen zu können. Scylla wurde von 1939-1942 bei Scotts in Greenock gebaut. Nach der Indienststellung wurde sie in der Arktis zum Schutz von Konvois nach Russland verwendet. Im November 1942 unterstütze sie die Landung in Nordafrika (Operation Torch). Danach war sie in der Bucht von Biskaya – wo sie am 1.1.1943 den deutschen Sperrbrecher Rhakotis abfing – und erneut in der Arktis eingesetzt. Nach der Unterstützung der Landung von Salerno im September 1943 wurde sie bis April 1944 als Flaggschiff für Ujagd-Gruppen im Atlantik eingesetzt. Folgend auf Modifikationen wurde Scylla als Flaggschiff von Rear Admiral Vian für die Unterstützung der Landung in der Normandie (D-Day) eingesetzt, wobei sie am 23.6.1944 auf eine Mine lief und schwer beschädigt wurde. Auf eine Reparatur wurde wegen der schweren Schäden verzichtet, obwohl zeitweise eine Modernisierung oder ein Umbau in eine Yacht geplant war. Nach einer Verwendung als Zielschiff wurde Scylla 1950 zum Abwracken bei Ward in Barrow verkauft.

Technische Daten:

  • Lange: 156,05 m
  • Breite: 15,39 m
  • Tiefgang 5,18 m
  • Verdrängung voll beladen: 6975 ts
  • Leistung 62.000 PS
  • Geschwindigkeit 32,2 kn
  • Bewaffnung Juni 42: 8 x 11,4 cm L/45 Mk I (vier Mk III-Zwillinge), 8 x 4 cm (2 Pdr Pom-Pom, zwei Mk VII-Vierlinge), 8 x 2 cm Oerlikons (Einzelgeschütze), 6 x 53,3 cm Torpedorohre (zwei TR IV-Drillinge)

WSW Modellbau - HMS SCYLLA

WSW stellt die HMS Scylla im Zustand von 1942 da. Die Abmessungen des Rumpfs sind richtig wiedergegeben, genauso wie die schon am Rumpf montierten Aufbauten. Sehr gut ist die Wiedergabe der Splitterschutzschilder für die 11,4 cm Zwillinge.

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Auch die restlichen Teile für die Aufbauten sind sehr gut.

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Die 11,4 cm Zwillinge haben ein hinten offenes Schutzschild mit einer Andeutung der Lafette. Vorne ist die Gussqualität aber nicht perfekt. Statt eines Vierlings-Pom-Pom liegt ein Achtling bei, so dass man z.B. von WEM sich zwei Vierlinge besorgen muss. Für die notwendigen acht 2 cm Oerlikons Geschütze liegen zehn Geschütze bei, die anscheinend Abgüsse von Skywave-Geschützen sind.Die Geschütze sind teilweise nicht komplett ausgegossen, was wegen der überzähligen Exemplare kein Problem sein sollte. Viele werden hier aber auf Zurüstsätze, z.B. mit geätzten Schutzschildern zurückgreifen. Die Torpedorohre sind gut wiedergegeben.

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Die Masten sollen aus einer Mischung aus beiliegenden Teilen und nicht vorhandenen 0,8 mm Plastikstäben angefertigt werden, wobei für letztere – wie für die ebenfalls zu ergänzenden Rahe - die Abmessungen angegeben sind. Es müssen allerdings die Verstrebungen an beiden Masten ergänzt werden, wobei dies bei der Mastkonstruktion des Originals recht einfach sein sollte. Die Masten können zusätzlich verfeinert werden, z.B. durch Hinzufügen der Typ 281-Radarantennen. Auch ist die Konstruktion am Fockmast fehlerhaft, da das Krähennest einen Unterbau aufweist, der im Original nicht vorhanden war. Dessen Entfernung ohne Beschädigung des Typ 272-Radars dürfte nicht leicht sein. Die Zeichnungen im Profile Morskie sind hier eine gute Hilfe, aber auch die dem Bausatz beiliegenden Zeichnungen können als Orientierung dienen.

Der Bootskran ist massiv mit angedeuteter Gitterstruktur gegossen, so dass man hier Ersatz besorgen sollte. Die Form der Boote ist nicht ganz korrekt. Bei den beiden Whalern ist es nicht ganz so schlimm, aber das Motorboot und die Motorpinasse sollte man ersetzen (z.B. mit WEM-Teilen). Auch die HACS sind nicht sehr gut. Man sollte zumindest das Typ 285-Radar ergänzen.

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Die Anleitung ist sehr übersichtlich gemacht. Sie besteht aus einem Photo mit allen Bauteilen, die hier nummeriert sind. Dazu gibt es ein Profil und eine Decksaufsicht. Besonders gut ist die eigentliche Bauanleitung, die aus Photos mit den einzelnen Bauabschnitten besteht

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Auch die Bemalanleitung ist hervorzuheben, die aus einer farbigen Darstellung besteht. Die Farbangaben beziehen sich auf die Humbrol-Töne 31, 96, 145 und 147. Diese Zeichnung entspricht einem Photo der Scylla von backbord bei Salerno und der Darstellung des Tarnschemas im "Profile Morskie 12", weicht aber von der Darstellung im "Camouflage Volume Two: Royal Navy 1942" ab. Laut "Camouflage Volume Two: Royal Navy 1942" von Raven besteht das Tarnschema auch nur aus drei Farben: MS2, MS3 und Weiß, also MS3 dort, wo laut WSW H145 Mittelgrau und H96 RAF Blau verwendet werden soll. Auf dem Photo von 1943 bei Salerno (zu finden z.B. im Profile Morskie) kann man nicht unterscheiden, wie viele Farbtöne es gab. Auf diversen Photos von 1942 von Steuerbord (ebenfalls dort zu finden) sieht es so aus, als gäbe es nur drei Farbtöne. Scylla soll dieses Tarnschema von der Indienststellung bis zur schweren Beschädigung in der Normandie getragen haben, so dass kleinere Variationen wahrscheinlich sind. Eine solche Variation ist z.B. am Steuerbordbug in "The Royal Navy in Focus in World War II" zu finden: die Form des mittelgrauen Bereichs hinter dem dunkelgrauen entspricht hier keiner der mir vorliegenden Zeichnungen. Ob es beide Tarnschemen gab oder ob eines falsch ist, konnte ich nicht feststellen.

WSW Modellbau - HMS SCYLLA

Stärken:
Schwächen:
Anwendung:

Fazit:

Hervorzuheben bei diesem Modell ist der gute Rumpf und Aufbauten sowie die übersichtliche Anleitung, die dieses Modell auch für einen Anfänger bei Resin-Bausätzen geeignet erscheinen lassen. Bedauerlicherweise entsprechen die Kleinteile nicht der Qualität des Rumpfs und der Aufbauten, insbesondere die Boote und die falschen Achtlings-Pom-Poms fallen hier negativ auf. Der Bausatz ist insgesamt aber trotzdem EMPFEHLENSWERT

Weitere Infos:

Referenzen:
  • Brytyjski Krazownik Przeciwlotniczy Scylla, Profile Morskie 12 von Slawomir Brzezinski, Wyszkow, 1998
  • British Cruisers of World War Two von Alan Raven und John Roberts, London, 1980
  • Cruisers of the Royal and Commenwealth Navies von Douglas Morris, Liskheard, 1987
  • Cruisers in Camera von Roger Hayward, Thrupp, 2000
  • Cruisers of World War Two. An International Encyclopedia von M.J. Whitley, London, 1995
  • Conway’s All the World Fighting Ships 1922-1946 von Roger Gardiner (Herausgeber), London, 1980
  • Camouflage Volume Two: Royal Navy 1942 von Alan Raven, New York, 2001
  • The Royal Navy in Focus World War II von Sydney Goodman und Ben Warlow, Lodge Hill, 1994
Anmerkungen:

Diese Besprechung stammt von Lars Scharff - 17. April 2006

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