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AS 350 Ecureuil HELI PARTNER

(Heller - Nr. 85003)

Heller - AS 350 Ecureuil HELI PARTNER

Produktinfo:

Hersteller:Heller
Sparte:Hubschrauber
Katalog Nummer:85003 - AS 350 Ecureuil HELI PARTNER
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2012
Preis:ca. 20 €
Inhalt:
  • 2 Gussrahmen aus weißem Plastik
  • 1 Gussrahmen mit Klarsichtteilen
  • 1 Decalbogen
  • 1 Bauanleitung

Besprechung:

Zum Vorbild

Die AS 350B mit der Serienummer 1009 wurde 1978 gebaut und dürfte wohl die älteste Maschine der Ecureuil-Familie sein, welche noch flugfähig ist (10.090 Flugstunden, Stand Sommer 2018).

Bevor die Maschine in die Schweiz kam, flog sie mit dem Kennzeichen D-HELP auch in Deutschland. Davor ist die S/N1009 in Frankreich und in England registriert gewesen. In der Schweiz wurde die S/N1009 komplett demontiert und einer Großkontrolle unterzogen, danach wurde sie an das Unternehmen Heli Partner AG verkauft. Sie trägt das Kennzeichen HB-ZHO.

Heller - AS 350 Ecureuil HELI PARTNER

Der Bausatz

Wann genau dieser Bausatz im Handel erschien, ist auf der Verpackung nicht ersichtlich, es dürfte aber 2012 gewesen sein. Damals wurde eine ganze Reihe von Heller-Bausätzen von Arwico mit Schweizer Decals veröffentlicht. Die Gussformen der AS 350 von Heller kamen dabei gleich zweimal zum Zuge, nebst der hier vorliegenden Variante wurde noch eine B3-Version in Farben der Air Zermatt angeboten.

Die Ur-Variante des Heller-Bausatzes erschien 1981 zum ersten mal, seitdem sind die Gussformen nicht mehr verändert worden, Änderungen der Zelle wurden mit zusätzlichen Gussrahmen ergänzt (z.B. water bomber, hohes Landegestell und Tank). Meistens blieb es bei Variationen des Decalbogens. Der Bausatz wurde im Maßstab 1:50 produziert, die Erstausgabe war auch dementsprechend betitelt. Wiederauflagen wurden seither immer als 1:48 verkauft, was leider nicht der Wahrheit entspricht.

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Öffnet man den Stülpkarton, findet man drei Gussrahmen, Decals und eine Bauanleitung vor, alles lose verpackt und ohne Schutz in einer etwas zu großen Schachtel. Kratzer an Klarsichtteilen und abgebrochene Teile sind vorprogrammiert.

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Alle Bausatzteile sind generell einfach gehalten, in Stichworten: Erhabene Nietreihen, erhabene Schnellverschlüsse, versenkte Paneltrennlinien (zum Teil echte Gräben), sichtbare Auswerfermarken an Landegestell/linker Seitentüre/horizontaler Stabilisierungsflosse/Heckrotor, Formversatz minimal, wenig überstehender Grat, grobe Details, Passstifte für Rumpfteile vorhanden, keine Passstifte an Klarsichtteilen.

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Begonnen wird der Bau mit dem Hauptrotorkopf und Hauptgetriebe. Die Grundform des Starflex-Hauptrotorkopfs wurde nur einigermaßen getroffen. Leider ist die Darstellung eines korrekten Starflex-Rotorkopfs out of box nicht möglich. Kann man die Angüsse zwischen den Blattarmen (anti vibrator Gewichte?) noch einfach abtrennen, so wird der Eigen-Umbau des Starflex-Systems schon komplex. Die Rotorblätter waren nämlich an zwei brettähnliche Blattarme montiert, welche innen am Starflex an ein Gummilager geschraubt wurden. Somit entstand zwischen Starflex und Blattarmen oben und unten ein Spalt, welcher beim Heller-Modell nur mit Säge- und Schleifarbeiten zu bewerkstelligen ist. Da gerade der Starflex (Hauptrotorkopf ohne Fettschmierung der Lager) die AS 350 so revolutionär machte, ist es äußerst schade, dass Heller hier so grobmotorisch mit der Darstellung vorgegangen ist.

Die obere Taumelscheibe ist am Rotormast angegossen, zwischen Rotorkopf und oberer Taumelscheibe werden drei rudimentäre Steuerstangen verklebt. Der untere Teil der Taumelscheibe ist fix am Hauptgetriebe angegossen, ein Zapfen durch das Hauptgetriebe ermöglicht es den Rotor drehbar zu montieren. Die Hydraulikservos zur Ansteuerung der unteren Taumelscheibe und die beiden Scheren an der Taumelscheibe fehlen komplett.

Im nächsten Bauabschnitt wird die Rückbank an die Kabinenrückwand verklebt. Ob dieser Schritt so Sinn macht, muss jeder für sich entscheiden. Mehr Sinn ergibt wohl der Einbau von Kabinenrückwand und Cockpitboden in die beiden Rumpfhälften, nachher die Installation des gesamten Interieurs.

Am Cockpitboden ist die Konsole bereits angegossen, als Einzelteile sind die Pedalen, Steuerknüppel, Kollektivhebel, Sitze und Rückbank zu verbauen. Cockpitboden und Rückwand weisen keinerlei Gravuren oder Details auf, die Sitze haben keine Gurte. Die HB-ZHO hat diese frühe Ausführung der Sitze, spätere AS 350-Versionen haben ein anderes Sitz-Design.

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Schritt 4 der Bauanleitung sieht den Zusammenbau der Rumpfhälften sowie die Integration von Cockpit/Kabine und Seitentüren vor. Die seitlichen Türen (vorne links Türe und hinten links Schiebetüre, vorne rechts große Türe und flap door) sind jeweils zu zweit zusammengegossen und komplett aus Klarsichtmaterial. Die zu bemalenden Bereiche sind etwas aufgeraut produziert worden. Frühe AS350 hatten nur ein Fenster pro Türe, späte Versionen oder nachgerüstete Maschinen hatten auch im unteren Türenbereich ein Fenster. Heller hat hier etwas gemischt, da rechtsseitig die frühe Variante ohne Zusatzfenster, linksseitig die späte Variante mit Zusatzfenster an der Vordertüre vorhanden ist. Allerdings hat die S/N1009 beiderseits große Türen ohne Zusatzfenster verbaut, eine Schiebetüre ist nicht vorhanden. Türgriffe sind am Modell nur linksseitig angegossen, rechts fehlen sie.

Die Antenne zuhinterst am Heckausleger und der Heckrotor-Schutzbügel müssen abgetrennt werden, was in der Anleitung auch korrekt beschrieben wird. Entgegen der Anleitung sollte man aber das Antikollisionslicht am oberen vertical stabilizer nicht abtrennen.

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Im Bauabschnitt 5 wird der Bugbereich komplettiert, das Abgasrohr, der Lufteinlauf (aus Klarsichtmaterial), der Hauptrotorkopf und der Ölkühler-Lufteinlauf installiert. Außerdem wird die Öffnung für die Rettungswinde an der linken Hauptgetriebeverschalung verschlossen. Die Bugnase besteht zusammen mit den Frontscheiben und den Dachfenstern aus einem einzigen Klarsichtteil. Darin wird das Instrumentenbrett verklebt. Der Guss weist an der Oberseite etwas Verzug im Bereich der Dachfenster auf. Auffällige Linien verlaufen über die rechte Frontscheibe und die beiden kleinen Bugfenster, dies ist leider bei allen Heller-AS 350 zu finden. Da der rechtsseitige Scheibenwischer bereits angegossen ist und dort nicht hingehört, sind zur korrekten Darstellung Schleif- und Polierarbeiten unumgänglich. Die beiden Landescheinwerfer im Bug sollten inwändig noch separat dargestellt werden. Die Passgenauigkeit des Bugteils kann mit dem Rest des Bausatzes nicht mehr mithalten: Nur mit viel Anpassungsarbeiten entstehen keine stufenartigen Übergänge.

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Das zu verbauende zweiteilige Abgasrohr entspricht der B-Version der AS 350. Ein Abgasrohr der B3-Version liegt ebenfalls bei, wird aber nicht benötigt.

Das fragile Landegestell besteht aus zwei Teilen und wird einfach an den Rumpfseiten verklebt. Was fehlt, sind die vorderen Aufstiegstritte, die hinteren Aufstiegstritte und die Blattsporne am hinteren Ende der Kufenrohre.

Im nächsten Bauabschnitt werden die Hauptrotorblätter, der Heckrotor, die horizontalen Stabilisierungsflossen und die Abdeckung des Hauptrotorkopfs angebaut.

Der Heckrotor wird auf die Antriebswelle gesteckt und diese vorne erhitzt, damit der Heckrotor drehbar in Position bleibt. Die Heckrotorsteuerung fehlt dem Bausatz komplett.

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Bemalung und Decalanbringung:

Die Farbangaben beziehen sich auf das Sortiment von Humbrol. Die weiße Farbe des Rumpfes ist korrekt angegeben, die restlichen Farbangaben entsprechen wenig dem Original.

Nachfolgend die Farb-Angaben, welche gegenüber denen der Bauanleitung vorzuziehen sind:

Cockpitwände: Humbrol 196 matt

Sitzrahmen: Humbrol 14 glänzend

Sitzpolster: Humbrol 14 matt

Hauptrotorblätter: Farbe muss gemischt werden (Blaugrün, Originalfarbe Bleu Saxe 381)

Heckrotor (vor Juli 2008): Farbe muss gemischt werden (Blaugrün, Originalfarbe Bleu Saxe 381)

Heckrotor (seit Juli 2008): Humbrol 165

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Die Decals

Der Decalbogen ist matt gedruckt, Versatz ist keiner zu finden. Der Druck ist scharf, selbst die 0,5 mm große Schrift auf dem Heli Partner Logo ist noch entzifferbar. Ein Farbfehler hat sich dennoch eingeschlichen: Das Kennzeichen HB-ZHO sollte nicht schwarz, sondern blau sein.

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Eine große Herausforderung ist das Anbringen der Decals, da die Rumpfform viele Rundungen und Aussparungen aufweist. Für das blaue Rumpfband steht Schnippselarbeit bevor, um alles an seinen richtigen Platz zu bringen, spätestens für die Firmenlogos ist Weichmacher empfohlen. Wer kann, wird die Rotorblatt-Oberseite nicht mit den weißen Decals bekleben, sondern die Farben aufsprühen.

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Die Bauanleitung

Die zwölfseitige Schwarz-Weiß-Bauanleitung ist in A4-Größe gehalten und umfasst zehn Arbeitsschritte zum fertigen Modell. Grundsätzlich bleiben keine Fragen offen, einzig die vorher erwähnten Farbkorrekturen sind noch zu berücksichtigen. Auffallend sind die letzten beiden “Bauschritte“: Die seitlichen Antennen am Heckausleger werden erst nach der Lackierung verklebt, was ja durchaus Sinn macht.

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Zusammenfassend gilt beim genauen (Um-)Bau der S/N1009 HB-ZHO:

  • Keine Schiebetüre installiert, es befinden sich beidseitig große Klapptüren
  • S/N1009 hat das hohe Landegestell verbaut (zu finden im Heller-AS350-water-bomber kit)
  • S/N1009 hat keinen Scheibenwischer verbaut
  • S/N1009 kann vorne mit einem Doppel-Passagiersitz ausgerüstet werden
  • S/N1009 hat am Landegestell hinten die Dart-Bearpaws (Einsinkschutz) installiert
  • Die Aufstiegsgriffe oben auf der Triebwerkverschalung sind bei S/N1009 nicht vorhanden
  • Die Angüsse mittig am Starflex-Rotorkopf sind nie serienmäßig verbaut worden
  • Pitot-Rohr, OAT-Sensor, Servo-Steuerstangen, Scheren fehlen im Bausatz
  • Die Aufstiegs-Tritte am Landegestell liegen dem Bausatz nicht bei
  • Die Blattsporne hinten an den Landegestell-Kufenrohren fehlen
  • Die linke Hauptgetriebe-Verschalung der S/N1009 weist an der Unterseite eine Öffnung (Fusstritt) auf
  • Ab 2008 war das Kennzeichen am Heckausleger angebracht, ein Firmenlogo an der Triebwerkverschalung
  • Seit 2009 sind rechtsseitig an den Landegestell-Streben die Halterungen für einen Skikorb montiert
  • Seit 2012 ist unter dem Rumpf eine Lastenklinke installiert

Darstellbare Maschinen:

AS350B, S/N1009, HB-ZHO, Heli Partner AG, ca.2012

Stärken:
  • Interessantes und nicht alltägliches Vorbild
  • Drehbarer Haupt- und Heckrotor
Schwächen:
  • Alter der Gussformen
  • Passgenauigkeit beim Übergang zu den Klarsichtteilen
  • Maßstab 1:50
  • Bausatzverpackung überdimensioniert
  • Vorbildrecherche mangelhaft
  • Nur eine Decalvariante
Anwendung:

Leicht, wenn man out of box baut. Schwer, wenn die S/N1009 korrekt dargestellt werden soll.

Fazit:

Für den Preis bedingt empfehlenswert. Out of box entsteht zwar ein AS 350-Modell, die Originaltreue wird dabei aber nicht eingehalten. Insbesondere die Anordnung der Türen und das niedere Landegestell verändern das Gesamtbild gegenüber der Originalmaschine doch um einiges. Die Passgenauigkeit ist akzeptabel, einzig der gläserne Bug will nicht rundherum passen und hinterlässt einen schlechten Eindruck. Die Gussformen von Hellers AS 350 sind 1981 zum ersten mal zum Einsatz gekommen, ein Nachfolgemodell im korrekten Maßstab wäre mittlerweile sehr wünschenswert. Farblich ist die Maschine sehr attraktiv und wird aus dem sonst eher eintönigen Einerlei von 1:48er Hubschraubern herausstechen.

Weitere Infos:

Referenzen:

www.swissheli.com (Register History, HB-ZHO)

Diese Besprechung stammt von Melgg Lütschg - 25. Juli 2018

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