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Douglas AC-47 Gunship

(Airfix - Nr. 04016)

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Produktinfo:

Hersteller:Airfix
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:04016 - Douglas AC-47 Gunship
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:1975
Inhalt:
  • knapp über 60 Einzelteile
  • 1 Decalbogen
  • Bauanleitung in Schwarz-Weiss

Besprechung:

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Ensteht hier auf den ersten Blick vielleicht der Eindruck eines Uralt-Bausatzes, so ist dies zumindest meiner Meinung nicht ganz zutreffend. Dafür sorgen ausnahmsweise  jene, die gesamte Außenhaut überziehenden, unzähligen Nietenreihen. Womit das betagte Modell mit seinen erhabenen Oberflächendetails freilich nur ungewollt zur einzig echten Alternative zu den zeitgemäßeren Produkten aus Italien wurde. Diess allein sollte allerdings schon Grund genug sein den Bausatz hier vorzustellen. Zumal ja Hornby`s eigene, aktuelle C-47-Neuauflage, viele Jahrzehnte auf sich hat warten lassen. Was klarerweise genauso auch auf die quasi im Kielwasser dieses Bausatzes segelnden Auflage von HobbyBoss zutrifft. Wie schon bei vielen anderen Flugzeug-Baukästen auch, hatte Airfix einst die Chance genutzt erstmalig einen Dakota-Kit im sich seinerzeit immer mehr durchsetzenden 72er-Standardmaßstab herauszubringen. 

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Jahre später wurde die Gußform etwas erweitert , weshalb sich ab dann anstatt einer DC 3/C-47 eigentlich nur noch die von der USAF in Vietnam eingesetzte AC-47 Gunship Variante bauen ließ. Von dieser konkreten Militär-Version existierte bekanntlich bereits auch ein Monogram-Bausatz, welcher wie schon zuvor das ursprüngliche Airliner-Modell dieses US-Herstellers im 1/90er Boxscale-Maßstab gehalten war. 

Dennoch hat man in England selbst nach der Formen-Modifikation nicht auf Hinweise (allerdings nur im Kleingedruckten) verzichtet wie sich auch aus dem Kanonenboot-Bausatz noch eine DC 3 erstellen ließe. Solch Wahlmöglichkeit stellt, genauso wie es davor auch von vornherein schon bei dem Ursprung-Kit von 1960 der Fall war, fraglos ein recht kundenfreundliches Attribut dar (obgleich eine C-47 mit beidseitig sieben Fenstern eigentlich nicht 100% korrekt ist).

Zudem drückte man sich 1973 nicht sonderlich klar aus, wodurch die erforderlichen Anweisungen insbesondere in der deutschen Übersetzung (im damals typisch mangelhaften Airfix-Idiom) hochgradig unverständlich gerieten. Außerdem wurden hier auch noch die Teile Nr.51 und 52, welche für den Airliner eher unzutreffend sind, als eine Option vorgeschlagen.

Diese den Vergaser-Lufteinlasshutzen vorgelagerten Filtereinsatzverkleidungen sind zu allem Übel auch noch recht schmächtig ausgefallen. Was allerdings auch für die, aufgrund der bei der C-47b zusätzlich eingebauten Turbolader, notwendigen Verkleidungen, sowie für die gewöhnlichen Lufteinlässe ohne Filtereinsatz zutrifft. 

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Abgesehen davon bot Airfix jedoch Teile an, die man bei den Italienern vergeblich sucht. Dies wäre das kleine Fenster des Funkraums und die Rohre welche die Wärmetauscher für die Kabinenheizung beinhalten, die in Flugrichtung aus den nach hinten gekrümmten Auspuffrohren ragen. Das alles sind gewiss keine entscheidenden Merkmale, zumal es ja etliche Dakotas gab und gibt, die ohne eine solche Ausrüstung fliegen. In jedem Fall ist es aber ein anerkennungswürdiger Pluspunkt für den englischen Traditionshersteller.

Ferner entging Airfix auch nicht das einige zu Airlinern umgebaute C-47-Transporter (wie eben zeitweilig auch die Silver City-Vorbildmaschine des ursprünglichen Kits) anstatt der kugeligen Astrokuppel nachträglich eine weit plattere Haube, quasi als eine Art Dachfenster, über der Pilotenkanzel eingesetzt bekamen. Natürlich wären das alles nur Kleinigkeiten, für Denjenigen der sie für sein angepeiltes Modell aber benötigt, sicher eine Arbeitserleichterung da man hier nichts extra neu anfertigen muss.

Jedoch enden hiermit schon die Vorzüge des zweitältesten Kits der Dakota. Abgesehen von den für die Entstehungszeit hervorragenden Sternmotornachbildungen die in Reliefbauweise ausmodeliert wurden und den ordentlichen Luftschrauben sind die restlichen Teile eher als detailarm zu bezeichnen. Dies trifft in erster Linie auf das komplette Fahrwerk zu, daß sich hier zwar einfahren läßt, deshalb aber ziemlich vereinfacht nachgebildet werden musste.

Die Innenseiten der Frachttüren erreichen leider nicht einmal den Monogram-Standard, da es daran keinerlei Oberflächendetails gibt. Obgleich andererseits zumindest solche Details wie Türklinke und Scharniere der Pilotentür aber bedachtet wurden! Eine Cockpiteinrichtung gibt es ebenfalls nicht. Was bei einem Bausatz dieser Epoche zumal in diesem Maßstab aber vielleicht noch irgendwie verzeihlich ist, da man ja durch die übertrieben starken Klarsichtteile sowieso gerade mal bestenfalls nur die Pilotenfiguren schemenhaft erkennen könnte.

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Der Oberflächenbesatz mit seinem teilweise offenbar eher willkürlichen, symmetrischen Raster von Nietenreihen wäre ebenfalls als ein Merkmal einer vergangenen Ära einzustufen. Zudem wurde hierbei an den Tragflächen nicht einmal Monograms Niveau erreicht. Ein klassisches Ganzmetall-Flugzeug wie die DC-3 andererseits ganz ohne Nietnachbildungen darstellen zu wollen ist aber, wie Anfangs erwähnt, selbst in diesem Maßstab sicher ein Fehler.

Bei über 500.000 verbauten Nieten kann das einfach nicht authentisch sein, weshalb die Italeri- und Escimodelle, zumindest was mich anbelangt, irgendwie zu "glatt" wirken. Zumal doch Airfix's Mikro-Nietennachbildungen hier wirklich nicht allzu überdimensioniert erscheinen, insbesondere nach dem das Modell bemalt worden ist. Lediglich die unteren Motorgondeln wurden ohne Nietenreihen nachgebildet, was keinen nachvollziehbaren Grund erahnen lässt, jedoch nicht allzu sehr stören sollte. Während deren Aufbau, der hier aus zwei Hälften die an den Flügel geklebt werden, streng genommen unnötig wäre, außer dass er der Tiefenausdehnung  der Gussformen zu Gute kommt.

Ebenfalls heute nicht notwendig sind wohl auch die beweglich zu montierenden Ruderflächen. Die Mini-Guns sind, meiner Meinung nach, recht ordentlich nachgebildet worden und auch die Figuren wären korrekt da die Helme der stehenden Besatzungsmitglieder wirklich solche Dimensionen aufwiesen. Lediglich deren Größen-Diskrepanz im Maßstab zu den Standard-Jetpiloten von Airfix im Cockpit dürfte etwas stören. Das  siebte, bzw. letzte linke Fenster vor der Frachttür wäre wie auch bei Monogram vorbildgetreu verkleinert nachgebildet worden. Esci hatte in seiner BA immerhin berücksichtig auf einen Durchbruch der betreffenden Fensteröffnung hinzuweisen, während Italeri jetzt eine Vorbildmaschine mit nur sechs Fenstern wählte.

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Als abschließendes Fazit wird nur ein "bedingt empfehlenswert" erreicht. Wirkt eine alte Airfix-Dakota zumal out of the box heute ehrlich gesagt aufgrund der wenigen Oberflächendetails irgendwie unattraktiv oder unscheinbar. Aufgrund der bescheidenen Gussqualität, mit möglichem Verzug, Sinkstellen, störenden Auswerfermarkierungen und allgegenwärtiger Vergratung ist auch der Bau kein reines Vergnügen. Obgleich er aufgrund der übersichtlichen Teileanzahl eigentlich sicher auch von Anfängern gemeistert werden könnte. Abschließend ist diesem nostalgischen Baukasten in jedem Fall zumindest ein hoher Sammelwert zu attestieren, welcher bestimmt durch seine heute bereits schon nicht eben hohe Verfügbarkeit  sicherlich noch weiter wachsen wird.

Airfix - Douglas AC-47 Gunship

Stärken:
  • alle Versionen möglich d.h. Zivil, Militärtransporter, Gunship
  • tolle Triebwerksnachbildung
  • Nietenreihen, Nietenreihen und nochmals Nietenreihen
Schwächen:
  • Fahrwerk nur recht grob nachgebildet
  • Luftansaughutzen zu klein
  • wenig Oberflächendetails, selbst die Nietenreihen sind nicht sehr authentisch,
  • fast überhaupt nicht mehr zu bekommen

Fazit:

Ein Muss für den DC-3 Sammler/Freund, für den ModellBAUER aber nur bedingt empfehlenswert.

Diese Besprechung stammt von Josef Nevole - 04. März 2019

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