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Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)

(Revell - Nr. 04145)

Revell - Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:04145 - Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2000
Preis:ca. 25 €
Inhalt:
  • 6 Spritzlinge in Grau
  • ein klarer Spritzling
  • Anleitung
  • Decals

Besprechung:

Zum Original:

Bereits im ersten Weltkrieg gab es Versuche, zwei Flugzeuge im Huckepackverfahren in die Luft zu bekommen. 1942 kam man dann bei der deutschen Luftwaffe auf die Idee, die DFS 230 mithilfe einer Klemm Kl 35 in die Luft zu bringen, später nutzte man dann noch die Focke Wulf Fw 56, da beide Typen aber zu leistungsschwach waren, setzte man die Messerschmitt Bf 109 für diese Versuche ein. Letztlich hat man festgestellt, dass diese Variante des Transports ganz brauchbar ist. Kurz darauf entschied man sich, zu Bomben umfunktionierte Flugzeuge im Mistelschleppverfahren zum Ziel zu bringen und so z. B. Brücken oder Seeziele anzugreifen. Man begann damit, ausrangierte Junkers Ju 88 mit der Messerschmitt zu koppeln und startete Flugversuche. Im scharfen Einsatz sollte das Cockpit durch einen großen 3,6 t schweren Hohlladungssprengkopf ersetzt werden. Inoffiziell wurde das Gespann auch als Beethoven-Gerät bezeichnet.

Im Frühjahr 1944 bekam das KG 101 die ersten Beethoven-Geräte und konnte dort mit der Ausbildung beginnen. Der erste Einsatz dieser Gespanne lief am 24. Juni 1944 gegen die Seinemündung, wo mehrere alliierte Schiffe lagen. Es gelang, zumindest die HMS Nith zu beschädigen.  Auch die folgenden Einsätze blieben weit hinter den Erwartungen, was nicht zuletzt aber auch an der gegnerischen Luftüberlegenheit und der Kriegslage lag.

Die Entwicklung an der Mistel 5 begann Ende 1944, sie bestand aus der zweimotorigen Bombe Arado E377a und einer angepassten Heinkel He 162. Die Arado sollte strahlgetrieben sein und einen sehr einfachen Aufbau haben. Um Gewicht zu sparen und um die Entwicklung einfach zu halten, sollte die Arado kein Fahrwerk bekommen und nur einfache Steuerelemente nutzen. Doch aufgrund der Kriegslage wurde dieses Projekt aufgegeben, ehe die erste E377 gefertigt wurde.    

(Quelle: Wikipedia/ Anleitung)

Übersicht
Übersicht

Der Bausatz

Ursprünglich kam der Bausatz Anfang der 1990er Jahre bei Dragon zunächst als einzelne He 162 auf dem Markt, später wurde sie auch von Hasegawa veröffentlicht. 1991 wurde dann die He 162 noch um die Arado E377 erweitert und so entstand der Bausatz der Mistel 5. Im Jahr 2000 erwarb dann Revell die Formen von Dragon, nach dem diese den Bausatz auch bei DML und Dragon Shanghai ins Programm genommen hatten. Bis dahin hatte Revell die Formen von Frog (1970) für ihre Heinkel He 162 genutzt und diesen Bausatz 1994 das letzte Mal veröffentlicht. Allerdings war dieser nicht mehr zeitgemäß. Außer den Formen von Frog gab es zu diesem Zeitpunkt nur die von Lindberg, welche schon 1965 erschien. So war die He 162 von Dragon die beste, die man auf dem Markt in 1:72 finden konnte. Mit der Ergänzung zur Mistel 5 hatte sie nun auch ein Alleinstellungsmerkmal mit hervorragender Qualität. Umso erfreulicher war es dann, dass Revell diese Formen ergattern konnte, insbesondere weil der Internethandel im Jahr 2000 noch nicht so ausgereift war. So viel zur Bausatzhistorie…. 

Teile der He 162
Teile der He 162

Innenseite der He 162
Innenseite der He 162

Insgesamt findet man sechs Spritzlinge in der Schachtel. Die Teile sehen alle sehr gut aus, wir haben hier schöne Gravuren, die auch zu überzeugen wissen. Allerdings sind die Bauteile leider ziemlich dünn, so dass hier Licht durchschimmert, dies erfordert eine ordentliche Bemalung. Kleine Fischhäute und Lücken müssen allerdings versäubert werden, dies hält sich aber noch im Rahmen und ist voll akzeptabel, vor allem wenn man bedenkt, dass die Formen schon 30 Jahre alt sind. Man muss sich bereits am Anfang entscheiden, ob man die Mistel 5 als Gespann bauen will oder beide Flugobjekte einzeln präsentieren möchte. Denn hier kommt es darauf an, ob man das Fahrwerk der He 162 mit baut oder nicht. Letzteres erspart natürlich viele Bauschritte.

Klarsichtteile
Klarsichtteile

Höhen- und Seitenleitwerk
Höhen- und Seitenleitwerk

 Der Bau beginnt mit der Heinkel He 162, diese hat ein ganz gut detailliertes Cockpit, allerdings ist es hier ein wenig kompliziert, die beiden Rumpfhälften passend anzubringen. Auch sind an den beiden Rumpfhälften die Passstifte etwas klein, so dass man hier genau arbeiten muss und den Rumpf etwas nachpassen sollte. Das Rumpfende, auf der dann das Höhenleitwerk angebracht werden muss ist auch nicht ganz passgenau und muss nachgearbeitet werden. Ansonsten sind beim Anbringen der Seitenleitwerke viel Geduld und Genauigkeit gefordert, damit man auch den richtigen Winkel erwischt.

Kleinteile
Kleinteile

Teile für das BMW-003-Strahltriebwerk
Teile für das BMW-003-Strahltriebwerk

Ein Sahnestück des Bausatzes ist definitiv das BMW-003-Strahltriebwerk, welches ordentlich nachgebildet wurde. Man sollte allerdings noch ein paar Leitungen mit gezogenen Gußästen oder dünnen Draht nachträglich anbringen. Die Klarsichtteile sind recht gut detailliert, aber leider sind die Scheiben etwas milchig. 

Teile für die Ardo E377
Teile für die Ardo E377

Triebwerke der Arado
Triebwerke der Arado

Die Arado E377 ist auch sehr schön und eine wirkliche Bereicherung für den Kit. Man erkennt gut dass dieses Gerät einfach gehalten werden sollte. Entsprechend schnell sollte es gebaut sein. Auch der Rollwagen kann überzeugen, allerdings weißen die Reifen keinerlei Profile auf und sind kahl. Alles in allem haben wir hier ein sehr schön umgesetztes und außergewöhnliches Modell eines Projektes der Luftwaffe, was nie über die Konzeptzeichnung hinausgekommen ist. Leider findet man dann beim Bau doch die ein oder andere Schwachstelle. 

Prototypmodell
Prototypmodell

Die Bemalung und Abziehbilder:

Die Abziehbilder sind wie nicht anders zu erwarten gut und vollständig. Man findet Warnhinweise und die Markierungen der beiden Maschinen.

Zur Bemalung wird ein Gespann vorgeschlagen, welche der 6. Gruppe des Kampfgeschwaders 200 angehörte. Durchaus denkbar, denn das KG 200 wurde oft zu Testzwecken herangezogen, allerdings gab es dort nur vier Gruppen. Somit ist die Maschine völlig fiktiv, was aber auch logisch ist, da die Mistel 5 ja nie gebaut wurde.

Leider müssen die drei Hauptfarben bei Revell gemischt werden. Hier sollte Revell endlich mal anfangen die Lücken zu schließen und seine Farbpalette ausbauen, so muss man nicht immer auf Konkurrenzprodukte zurückgreifen. Aber immerhin wurden hier die RAL-Nummern angegeben.    

Revell - Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)

Die Anleitung

Die Anleitung wurde auf Umweltpapier gedruckt und hat damit einen angenehmen braun-grauen Farbton. Die Bauschritte sind übersichtlich und logisch aufgebaut. Ein kleines Bild in der oberen Ecke zeigt, für welche Version welcher Bauabschnitt wichtig ist. 49 Schritte führen zum Ergebnis.

Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)
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Mistel 5 (He 162 A-2 & Arado E 377a)

 

Darstellbare Maschinen:
  • Mistel 5 (Heinkel He 162 A-2 & Arado E377a) 6. Gruppe / Kampfgeschwader 200 (fiktive Maschine)
Stärken:
  • einziger Bausatz der Arado E377 bzw. der Mistel 5
  • detailiertes BMW-003-Strahltriebwerk
  • gute Qualität
  • Man hat viele Optionen der Darstellung 
Schwächen:
  • Verfügbarkeit
  • Hauptfarben müssen gemischt werden
  • nur eine Markierungsoption
  • Plastikmaterial relativ dünn
  • Reifen haben kein Profil
  • Klarsichtteile leicht getrübt 
Anwendung:

Der Bausatz ist auch als drittes oder viertes Modell durchaus geeignet. 

Fazit:

Hier hatte Revell eine wirklich schöne Auflage ins Programm genommen und einen guten Bausatz auf dem Markt gebracht, der aber hier und da auch Schwächen hat. Ein sehr schönes exotisches Modell, welches jeden Fan der frühen Strahljäger oder der von Luftwaffenprojekten in seiner Sammlung haben sollte. Leider ist der Bausatz nur noch schwer erhältlich, hier sollte Revell endlich eine Wiederauflage anstreben, sollten die Bündener diese die Formen noch im Fundus haben. Natürlich wäre aber auch die einzelne Heinkel He 162 bereits sehr willkommenen.

Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 15. Juni 2020

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