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Polikarpow TIS (MA)

(Valom - Nr. 72003)

Valom - Polikarpow TIS (MA)

Produktinfo:

Hersteller:Valom
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:72003 - Polikarpow TIS (MA)
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2008
Preis:ca. 25 €
Inhalt:
  • 2 Spritzrahmen mit 63 Teilen
  • 2 Rumpfteile
  • Vakuteil mit 2 Kabinenhauben
  • 5 Resinteile
  • 1 Ätzplatine
  • 1 Decalbogen
  • 1 Stück transparente Folie fürs Gerätebrett
  • Bauanleitung

Besprechung:

Im Jahre 1938 bekam das Konstruktionsbüro N.N. Polikarpow den Auftrag, einen Begleitjäger zu konstruieren, der in der Lage war, Mittelstreckenbomber über die volle Distanz zu begleiten. Der erste Prototyp, gesteuert durch den Testpiloten N. Garwrilow, startete im September 1941 unter der Bezeichnung TIS (A). Bei dieser Maschine handelt es sich um eine formschöne und aerodynamisch ausgefeilte Ganzmetallkonstruktion. Der Antrieb bestand aus zwei wassergekühlten Reihenmotoren Mikulin AM-37 mit je 1400 PS.

Die Besatzung bestand aus Pilot und Bordfunker, der zugleich auch Bordschütze war. Zur Ausrüstung gehörten 4 MG SchKAS 7,62 mm im vorderen Teil des Rumpfes und zwei Maschinenkanonen SchWAK in den Tragflächenwurzeln.

Bei den Flugtests traten Probleme mit der Längsstabilität auf und die Motorleistung konnte nicht befriedigen. Hinzu kam, dass die Flugtests durch den Verlauf des 2. Weltkrieges unterbrochen werden mussten, womit auch die Evakuierung der gesamten Entwicklungsgruppe von Polikarpow verbunden war.

Zwischenzeitlich war diese Gruppe mit anderen Aufgaben beauftragt. Erst 1943 konnte das Testprogramm fortgesetzt werden. Allerdings mit einer neuen Variante, welche die Bezeichnung TIS (MA) trug. Diese Version unterschied sich von der ersten durch stärkere Motoren AM-39 mit je 1700 PS und durch eine bessere Bewaffnung. Die Maschinengewehre wurden im Rumpfbug durch SchWAK 20 mm und die in den Tragflächen durch NS-37 mm Kanonen ersetzt. Mit diesem Flugzeug wurden vom Juni bis September 1944 insgesamt 15 Flüge durchgeführt.

Nach dem Tod von Polikarpow und nach einigen Unfällen wurde das Projekt eingestellt und die Entwicklungsgruppe aufgelöst. Das Flugzeug geriet in Vergessenheit.

 

Modell:

Der Prager Modellbaukollege Vaclav Lomitzki beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit der Entwicklung von Short-Run Modellen, die unter dem Label VALOM vertrieben werden. Meist sind das Modelle von Flugzeugen, die nur in geringen Stückzahlen gebaut wurden oder über das Prototypenstadium nicht hinaus kamen.

Die Optik der Verpackung kann schon mal als gelungen abgehakt werden. Aber wer kauft schon einen Bausatz wegen der Verpackung? Aber auch das gibt es.

 

Valom - Polikarpow TIS (MA)

Valom - Polikarpow TIS (MA)

Valom - Polikarpow TIS (MA)

Sauber verpackt in einer Plastiktüte befinden sich zwei graue Spritzlinge mit 63 Bauteilen, die beiden Rumpfhälften liegen einzeln bei. Zwei Versuche bietet eine doppelt vorhandene Vaku-Kabinenhaube. Die Hauptfahrwerksräder, Propellernaben und der Pilotensitz mit Rückwand sind aus Resin gegossen. Eine neunteilige Ätzteilplatine vervollständigt den Inhalt und verschönert mit Details wie Gerätebrett, Sitzgurte und Lüftungsgitter dieses Modell. Der Fachmann spricht von einem  Multimedia Kit.

Valom - Polikarpow TIS (MA)

Valom - Polikarpow TIS (MA)

Valom - Polikarpow TIS (MA)

Trotz Short-Run Technologie fällt die sehr saubere Spritzqualität und feine versenkte Paneellinien sofort ins Auge. Die Rumpfinnenseiten sind im Bereich des Cockpits mit Seitenpaneelen versehen. Alle Teile müssen stumpf angepasst und verklebt werden. Die Hinterkanten der Tragflächen sind wohl etwas zu dick geraten. Hier hilft nur ein Dünnschleifen von der Innenseite her, bevor die Ober- und Unterschale verklebt werden. Also, nicht nur wegen des Preises und des vergrößerten Arbeitsaufwandes, kein Einsteigerbausatz.

Valom - Polikarpow TIS (MA)

Die Bauanleitung ist sehr übersichtlich und beschreibt den Zusammenbau in 6 Zeichnungen. Eine Beschreibung des Originals gibt es in tschechischer und in deutscher Sprache. Nahezu beispielhaft, die Aufschlüsselung der benötigten Farben. Neben Humbrol und Agamafarben wird noch Model Master und eine FS Nummer angegeben. Ein kleiner Decalbogen enthält lediglich sechs rote Sterne, denn mehr ist auf den recht spärlich existierenden Bildern aus jener Zeit nicht zu erkennen.

Fazit:

Wenn man einen besonderen Anzug haben möchte, kauft man den nicht von der Stange. So etwa verhält es sich mit den Modellbaukästen von Vaclav Lomitzki.

Keine Massenware, ein sehr solider Modellbausatz für den Modellbauer mit etwas Erfahrung im Umgang mit der Materie Plastikmodellbau und selbstverständlich für den Interessenten der russischen Luftfahrt.

Diese Besprechung stammt von Bernhard Pethe - 11. September 2006

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