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F4F-3 Wildcat

(HobbyBoss - Nr. 80219)

HobbyBoss - F4F-3 Wildcat

Produktinfo:

Hersteller:HobbyBoss
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:80219 - F4F-3 Wildcat
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Preis:ca. 6 €
Inhalt:
  • 1 Gußast
  • separater Rumpf (Vollrumpf), separate Tragflächen, separater Motorblock, Propeller
  • 2 Kanzeloptionen
  • insgesamt 17 Teile
  • Decals

Besprechung:

Vorgeschichte

Bereits seit einigen Jahren findet man in den Händlerregalen Fertigmodelle zu günstigen Preisen. Das Finish einiger dieser Modelle hat mich immer wieder überrascht, war es doch für Fertigmodelle sehr gut. So fand ich an den Modellen keinerlei Hinweise auf Klebenähte entlang der Rumpfhälften oder Flügelkanten. Lediglich an einigen Cockpithauben (mit sauber lackierten Streben !) konnte man unsauber abgetrennte Gußansätze erkennen. In Anbetracht der Fertigungszahlen und des niedrigen Verkaufspreises stellte sich mir die Frage, wie man auf möglichst wirtschaftliche Art das relativ zeitintensive Verschleifen der Rumpfhälften und Klebekanten gelöst hat.

Vor ein paar Tagen erhielt ich die Antwort. In einem Neuheitenflyer wurden Bausätze der Firma HobbyBoss vorgestellt, die sich durch einteilige Flugzeugrümpfe und Tragflächenbaugruppe von üblichen Bäusätzen unterscheiden.

Heute möchten wir euch die F4F-3 Wildcat vorstellen:

Der Bausatz

Bereits beim Öffnen der Schachtel das erste Novum. Die Gußäste sind nicht lose in der Schachtel oder in einem Plastikbeutel verpackt, jeder Gußast bzw. jede Baugruppe hat ihren festen Platz in einem tiefgezogenen Kunststoffteil. So sind die Klarsichtteile optimal geschützt und auch filigranen Teilen könnte eine größere Schüttelaktion keinen Schaden anhaben. Gute Idee!!!

Zunächst werfen wir einen genauen Blick auf den einteiligen Rumpf. Er weißt keinerlei Stinkstellen auf, obwohl die Materialdicke etwas stärker ist als bei klassischen, zweiteiligen Rümpfen. Trotzdem weißt der Rumpf entlang seiner Mitte einen leichten Gussgrat auf, der jedoch feiner ist als meisten Klebenähte bei anderen Bausätzen, auch kann keine Stufe aufgrund von Passproblemen entstehen. Lediglich auf den bereits integrierten Antennenmast muß man während der gesamten Bauphase ein Auge werfen. Das bereits angegossene Seitenleitwerk steht absolut senkrecht zum Rumpf, womit das Problem von einteiligen, zur Hochachse des Rumpfes verzogenen Seitenleitwerken ebenfalls wegfällt.

Obwohl technisch nicht zwingend notwendig, ist das nur aus Sitz und Steuerknüppel bestehende Cockpit bereits mit in den Rumpf eingegossen, d.h. die Möglichkeiten zur ergänzenden Detaillierung sind etwas eingeschränkt. Dies würde sich jedoch dank der zwei Cockpithaube empfehlen, die man geschlossen als auch geöffnet darstellen kann. Aufgrund der bereits erwähnten Verpackungsart sind die Kanzeln frei von Kratzern und für Spritzgusskanzeln angenehm dünn.

Verpackung
Verpackung

HobbyBoss - F4F-3 Wildcat

HobbyBoss - F4F-3 Wildcat

Der zweite Griff entfernt die Tragflächenbaugruppe aus ihrer Transporthalterung. Auch hier findet man nur einen minimalen Gussgrat (feiner als bei so manch anderem Bausatz), die MG-Öffnungen (Läufe und Patronenauswurf) sind bereits vorhanden, ebenso das Pitotrohr. Wie bereits beim Antennenmast heißt es daher Vorsicht walten lassen während der gesamten Bauzeit. Da beide Tragflächen als einteilige Baugruppe ausgeführt sind, können auch Anfänger ohne große Mühen ein akkurates Modell erhalten.

Bevor der einzige klassische Gußast begutachtet wird, möchte ich noch kurz auf den Sternmotor und den Propeller eingehen. Beide findet man als separate Teile im Karton. Die Motorverkleidung verfügt bereits über eine eingegossene Motornachbildung, die aus technischen Gründen nur einem flüchtigen Blick standhalten würde. Wer also Wert auf mehr legt, der sollte auf den Zubehörmarkt hoffen, der bei einem entsprechenden Erfolg der HobbyBoss Modelle sicherlich reagieren wird.

Einziges Manko und größte Enttäuschung an dem vorliegenden Exemplar war jedoch der Propeller. Dieser wurde wie auch die anderen Einzelteile entsprechend durch Druck in der Verpackung gehalten, was sich leider an 3 verzogenen Propellerblättern und geknickten Spitzen bemerkbar macht. Hier kann man nur versuchen, den Schaden vorsichtig zu beheben, oder man muß auf andere Darstellungsmöglichkeiten zurückgreifen (laufende Propeller). Andere vorliegende Bausätze haben dagegen den Propeller auf klassische Art und Weise im Gussrahmen, vielleicht war dies nur ein erster Versuch.

HobbyBoss - F4F-3 Wildcat

HobbyBoss - F4F-3 Wildcat

Der Gussrahmen verfügt über die restlichen Teile wie Reifen, Fahrwerksklappen, Höhenleitwerke etc. Auch hier wurde zur effizienten Montage (der Fertigmodelle) die Fahrwerkskonstruktion der Wildcat einteilig ausgeführt. Dementsprechend einfach gehalten präsentiert sich bei diesem Flugzeugmuster dieser Bereich.

Alle Teile weisen feine, versenkte Gravuren auf. Die Farbangaben für zwei Maschinen beziehen sich auf Gunze Farben, die Decals sind sauber gedruckt und hinterlassen ebenfalls einen guten Eindruck.

HobbyBoss - F4F-3 Wildcat

HobbyBoss - F4F-3 Wildcat

Darstellbare Maschinen:
  • VF-41, USS Ranger. Atlantik, 1941
  • VF-3, USS Lexington
Stärken:
  • keine Gußnähte an den Rumpfhälften
  • Flügel im richtigen Winkel
  • keine verzogenen Flügel
  • keine / kaum merkliche Sinkstellen
  • versenkte Gravuren
  • ideal für fortgeschrittene Jugendarbeit / Anfänger oder das Modell zwischendurch
  • Verpackung verhindert umherrutschen der Gußäste, inkl. der Cockpitverglasung
  • optionale Kanzel
Schwächen:
  • Cockpit nur bedingt aufwertbar
  • Pitotrohr & Antennenmast müssen während der gesamten Bauphase beachtet werden.
  • Propeller verbogen aufgrund der Verpackungsart

Fazit:

Der Untertitel „Easy Assembley“ dürfte bei dieser Bausatzreihe wirklich Programm sein, wer jedoch grobe Formen und Proportionen erwartet, sollte einen Blick nebenan ins Regal zu den Fertigmodellen werfen. Zwar ist die Detaillierung dieser Bausätze nicht mit Hasegawa oder Tamiya vergleichbar, wer aber ein „Entspannungsmodell“ sucht oder einen angehenden Modellbauer von den Easy Kits auf die nächste Stufe bringen möchte, dem kann ich diese Modelle empfehlen. Mein Bausatzstapel wird sicherlich noch Zuwachs aus dieser Reihe erhalten. Und wer weiß, vielleicht wird es eines Tages Bausätze mit der hier vorgestellten Baugruppenaufteilung und der Detaillierung im Stil von Hasegawa und Tamiya geben.

Diese Besprechung stammt von Thorsten Wieking - 05. September 2006

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