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Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

(Revell - Nr. 05604)

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Schiffe Militär WK2
Katalog Nummer:05604 - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama
Maßstab:1:96
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Preis:ca. 79 €

Besprechung:

Geschichte

Nach Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs im April 1861 wurden die Häfen der Konföderierten durch Unions-Kriegsschiffe blockiert. Angesichts der Erwartung, dass diese Blockade den Süden von jeglicher Versorgung abwürgen würde, orderte die Konföderierte Regierung ein großes, leistungsstarkes Dampfschiff (getarnt als ziviles Objekt), um die Unions-Handelsschiffe anzugreifen und zur eigenen Verteidigung.

Im Juni 1861 begann die Lairds Werft in Birkenhead, England, mit der Konstruktion einer schlanken Barke (in unterschiedlichen Quellen auch als Barkentine, Sloop of War, Kreuzer oder Korvette bezeichnet) mit 1150 t Wasserverdrängung, 2 Dampfmaschinen à 300 PS und der Bezeichnung „290“. Dieses Schiff wurde im Juli 1862 vom Stapel gelassen und erregte die Aufmerksamkeit des US-Botschafters in England. Eine Untersuchung der britischen Behörden blieb erfolglos, so dass das Schiff unter dem Namen "Enrica" mit englischer Besatzung auf Probefahrt ging und nicht zurückkehrte.

Einen Monat später ankerte die "Enrica" in einem Hafen auf den Azoren, wurde mit sechs 32-pfündern sowie zwei Drehgeschützen (einer 100-pfündigen! „ Rifled Blakely“ und einer „Smooth bore 8 inch gun“) bewaffnet und vom neuen Kapitän Raphael Semmes übernommen. Versehen mit der Konföderierten-Flagge startete das nun in "Alabama" umgetaufte Kriegsschiff seine Kaperfahrt durch den Atlantik, in den Golf von Mexiko, entlang der brasilianischen Küste, am Kap der Guten Hoffnung vorbei bis in den Indischen Ozean, wobei sie mehr als 60 amerikanische Schiffe aufbrachte.

Gezeichnet von unzähligen Gefechten erreichte die Alabama 22 Monate nach ihrem Stapellauf den französischen Hafen Cherbourg, um gründlich überholt zu werden. Diese Nachricht erreichte auch den Kommandanten des Unions-Kriegsschiffes "Kearsarge", Kapitän Winslow. Am 19. Juni 1864 kommt es zur berühmten Seeschlacht vor der französischen Küste. In dem etwa 1-stündigen Gefecht umkreisten sich die Alabama und die Kearsarge insgesamt 7 mal und feuerten mitunter aus kurzer Distanz ihre Geschützte aufeinander ab. Die starke Panzerung der Kearsarge und die Zielgenauigkeit ihrer Kanoniere bewirkte schließlich, dass die Alabama schwer angeschlagen aufgegeben wurde. Nach weiteren schweren Treffern versank das Schiff brennend in den Fluten.

Kapitän Semmes wurde mit dem Großteil seiner 144-köpfigen Mannschaft gerettet und kehrte später nach Amerika zurück.

Die Alabama war namensgebend für die Streitfrage zwischen England und den Vereinigten Staaten von Amerika, ob England für die Schäden aufkommen müsse, die die in England gebauten und ausgerüsteten Kaperschiffe der Südstaaten verursacht hatten (sog. Alabamafrage).

Das Modell

Das Modell der Alabama von Revell ist eine Wiederauflage aus den 60ern. Die Formen der Rumpfhälften sind wohl neu hergestellt worden. Die Holzstruktur und vor allem die Kupferbeplankung sind sehr fein und detailliert dargestellt. Obwohl die übrigen Spritzlinge nicht ganz gratfrei sind, ist die Qualität, wie von Revell gewohnt, erstklassig. Alle Teile und vor allem der Segelsatz sind durch die sehr sorgfältig eingeteilte und aufgeräumte innere Kartonverpackung gut geschützt.

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Kleinteile und Masten

Wie erwähnt sind die Teile nicht ganz gratfrei. Dennoch ist die Detailtreue, vor allem die der Geschütze, bemerkenswert.

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Die Decks

Eine übergangsfreie Einheit des dreigeteilten Decks zu schaffen, wird sicher nicht einfach. Die Planken sind aber sehr deutlich strukturiert, ohne dass die Holzmaserung überdimensioniert wirkt. Eine spätere Kalfaterung der Fugen wird gut möglich sein.

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Der Segelsatz

Obwohl ich kein Freund der Plastiksegel bin (- wer ist das schon?), muss ich sagen, dass ich von der Qualität dieses Satzes doch einigermaßen beeindruckt bin. Ich bin sicher, dass auch hiermit eine annähernd authentische Darstellung der Segel möglich ist.

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Die Figuren

Sehr erfreulich, dass Revell seinen Bausatz mit einer recht vielseitigen Mannschaft ausgestattet hat.

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Sontiges

Die vorgefertigten Wanten ersparen viel Fummelarbeit und sehen gar nicht schlecht aus, obwohl Wanten und Stege die gleiche Stärke haben.

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Takelgarn ist ebenso vorhanden wie die sehr schönen Messingketten.

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Der Papierflaggensatz hingegen ist wirklich Geschmacksache.

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Der Plan

Der Bauplan ist gewohnt übersichtlich und sinnvoll gegliedert. Der Takelplan ist zwar nicht ganz authentisch, dafür aber recht einfach nachvollziehbar.

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Revell - Civil War Steam Ship C.S.S Alabama

Stärken:

Sehr detaillierte Darstellung aller Teile, strukturierter Rumpf und Decks. Vorgefertigte Wanten und Takelgarn, 2 unterschiedliche Ketten, Modellmannschaft, sehr brauchbarer Segelsatz, guter Plan.

Schwächen:

Spritzlinge leider nicht ganz gratfrei. Takelung nicht ganz authentisch. Leider einige Abweichungen zum Original (Rumpf ca. 11 Fuß zu kurz und zu sehr „Kearsarge“-angelehnt, Geschütze nicht ganz authentisch, …)

Fazit:

Gelungener Bausatz eines interessanten und geschichtsträchtigen Schiffes in gewohnt guter Revellqualität. Im Vergleich zum Kearsarge-Bausatz fällt jedoch auf, dass sie sich zu ähnlich sind.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Mit beiden Modellen ließe sich sicher dennoch ein sehr schönes Diorama bauen.

Diese Besprechung stammt von Martin Struppel - 12. September 2006

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