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Tug Boat Smit Houston

(Revell - Nr. 5239)

Revell - Tug Boat Smit Houston

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Schiffe Zivil
Katalog Nummer:5239 - Tug Boat Smit Houston
Maßstab:1:200
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2007
Preis:ca. 17 €
Inhalt:

140 Teile aus farbigem Polystyrol, 4 transparente Platten, 1 Stück Garn, 2 Decalbogen, 1 Bauanleitung, 1 Deckblatt zur Bauanleitung.

Besprechung:

Das Original:

Der Lebenslauf der "Houston" begann mit dem Stapellauf und der Taufe am 11.12.1976 bei der Verolme Scheepswerf in Heusden. Sie wurde danach am 22.04.1977 unter der Baunummer 935 an die Reederei Smit Internationale, Rotterdam ausgeliefert. Die "Houston" gehört mit der baugleichen "New York" zur 16.000 ihp Klasse, die wiederum auf der früher gebauten 22.000 ihp Klasse mit "Smit Rotterdam" und "Smit London" basiert. Am 8.12.1986 wurde das Eigentum auf die Smit-Tak International, Nassau übertragen. Nach der Fusion der Smit-Hochseeschleppdivision mit der Reederei Wijsmuller hatte Smit dann 50% an der neuen Firma SmitWijs. Im Jahr 1990 wurde die "Houston" an die Stichting Greenpeace Nederland, Amsterdam verchartert. Dazu wurde das Vorderdeck umgebaut, der Kran wurde abgebaut und der Aufbau nach vorne verlängert, der vordere Aufbau bekam ein Helikopterlandedeck mit einer Landefläche von 13,30 m und einer Helikoptertraglast von 4 t. Das Schiff wurde in "Solo" umbenannt. Die "Solo" wurde am 18.7.1991 unter gleichem Namen von der Stichting Oxygen, Amsterdam übernommen. Erst am 21.06.1995 wurde sie wieder von der Arbeitsgemeinschaft Smit, Wijsmuller & 1- T-C. (abgekürzt "SWI"), übernommen und als "Waker" an das niederländische Verkehrsministerium verchartert. Die niederländische Küstenwache bekam die operationelle Führung über den Schlepper. Nach Ablauf des Chartervertrages wurde 1997 ein neuer Vertrag zwischen dem Ministerium und SmitWijs abgeschlossen. SmitWijs brachte die "Waker" in ein eigenständiges Unternehmen "SmitWijs Waker B.V.", Rotterdam ein, das SmitWijs gegründet hatte. 2006 verkaufte Smit seinen 50%-Anteil in SmitWijs an Svitzer. Die "Waker" wurde damit vollständiges Eigentum von Svitzer. Heute ist die ehemalige "Houston" als Küstenwachschiff "Waker" in Den Helder stationiert und unter dem heutigen Vertrag im permanenten Einsatz bis Anfang 2010. Wo immer die "Waker" auch erscheint, sie ist immer im Blickpunkt der Öffentlichkeit und glänzt mit einem attraktiven Design, ein Mittelpunktvieler maritimen Veranstaltungen. (Quelle: Revell)

Revell - Tug Boat Smit Houston

Technische Daten:

  • Länge 67,50 m
  • Breite 14,55 m
  • Tiefgang von 6,23 m
  • Angetrieben wird die "Houston" von zwei 6-Cylinder Stork Werkspoor-Dieselmotoren mit einer Leistung von 2 x 4.600 pk = 2 x 3.380 kw.
  • Einsatzgeschwindigkeit 14 kn.
  • Pfahlzug 120 t.

Revell - Tug Boat Smit Houston

Der Bausatz:

Die Wartezeit von ca. zwei Jahren ist vorbeit, nun ist das Modell des interessanten Hochseeschleppers verfügbar! Die erste Ankündigung besagte das Modell im beliebten Sammlermaßstab 1:144 zu entwickeln, leider ist der Bausatz nun doch im etwas plastikmodellbau-untypischen Maßstab 1:200 erschienen. Das hat natürlich zur Folge, dass einerseits der Verkaufspreis taschengeldfreundlich bleibt, was natürlich so die Zielgruppe deutlich werden lässt, andererseits geht die Maßstabsreduzierung natürlich mit dem Verlust von Details einher. Der Bausatz ist in unterschiedlichen Farben gespritzt, um der angetrebten Zielgruppe auch ohne Bemalung zu einem bunten Ergebnis zu verhelfen. Der Bausatz kommt in einer großen Box, um die Teile bruchfrei darin unterzubringen. Dennoch ist dieses umständlich, da einige Teile (19, 19a, 20) etwas ungünstig im Spritzling hängen und schon beim Auspacken zu Bruch gingen. Na gut, wozu gibt es Platikkleber! Die Teile sind vom Guss her vom heutigen Standard, lediglich bei den Relingteilen findet sich leichte Gratbildung.

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Das einteilige Rumpfteil ist recht stabil und ist verwindungsfrei. Auf der Innenseite sind Führungen angebracht, um die Montage der Decksteile zu erleichtern. Was allerdings etwas stört ist, dass das Rumpfteil am Unterwasserschiff Formenversätze aufweist und so zu Schleifarbeit einlädt, möchte man ein glattes Unterwasserschiff haben. Auch ungünstig stellt sich der Bereich um den Wulstbug dar, weil hier aus dem grünen Spritzling Wulstbugseitenteile angeklebt werden müssen, die im Bereich der Bugstrahlruderandeutung Fugen bilden, die nachzuarbeiten sind, was wohl nur mit äußerster Sorgfalt zu einem vernünftigen Ergebnis führen wird. Auch muss so für einen homogenen Übergang von Seitenteilen zum Mittelstück verspachtelt und verschliffen werden. Außerdem daben diese Seitenteile leichte Sinkstellen. Ebenso angedeutet wie das Bugstrahlruder mit einer ca. 1x1mm Aufprägung sind die seitlichen Schlingerkiele. Der Bugbereich steht, wenn die Decks montiert sind, als Wellenabweiseraufkantung hoch mit einem entsprechenden elyptischen Durchbruch, der die Bugklüse darstellen soll. Hier wird allerdings deutlich, dass das stabile Rumpfteil zwar schön ist, in diesem Bereich allerdings unauthentisch wirkt, da die gemessenen ca. 2mm Wandstärke im Original ca. 40cm wären.

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Die Decks sowie die Teile des Wulstbugs, der Aufkantung am Heck und die Ständerteile sind in grünem Plastik ausgeführt. Diverse Applikationen und Strukturen sind bereits mit abgebildet. Bemerkenswert ist, dass die Decksteile sich hervorragend in das Rumpfstück einpassen lassen. In der Anleitung auf der Seite der Teileübersicht wird gefordert, in Teil 42 entsprechende Löcher zu bohren, bevor es verbaut wird. Das dient zur Aufnahme der Relings und der Rettungsinseln. In der Baustufe 16 wird nicht mehr darauf hingewiesen, so dass ein genaues Studium der Anleitung wichtig ist. Sehr gut für den Maßstab ist, dass die Ankerketten nicht mit auf das Deck modelliert wurden.

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Fakt beim Zusammenbauen und beim Lackieren ist, dass eine große Anzahl an Teilen, die für Decks und Aufbauten verbaut werden, vor der Montage zu lackieren sind, weil man hinterher nicht mehr herankommt. Ob das nun aus der Teilekonzeption, aus der Schiffsarchitektur oder aus beidem her resultiert, lässt sich nur mutmaßen. Dennoch wird es eine Herausforderung sein, da zum Beispiel einige Decksteile und die Oberkanten der Rumpfwände eine geschlossene Deckslandschaft ergeben müssen und sich in diesen Bereichen so sichtbare Fugen ergeben werden, die es zu kaschieren gilt. Was leider überaus hinderlich beim Bau ist, ist die Tatsache, dass in den beiden hinteren Teilen auf den Innenseiten, die gut sichtbar bleiben in jedem Feld Auswurfmarken sind, die es zu entfernen gilt. Die Austeifungen sind zwar korrekt dargestellt, könnten aber etwas deutlicher ausfallen.

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Dieser Gussast enthält Teile der Aufbauten, die Schrauben und deren Wellen, den vorderen Mast, die Schornsteine, die Beiboote, die Ruder, die Anker, den Hauptmast sowie einige Kleinteile. Die Aufbautenteile haben einen aufgeprägten Handlauf in Wandmitte. Während die Teile sehr filigran ausschauen, die Aufbautenwände haben zum Beispiel feine Geländer, sind andere Teile nicht so optimal geraten. Ein Beispiel dafür ist der auf der rückwärtigen Aufbautenwand anmodellierte Anker.

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Leider ist auch der vordere Mast nicht glücklich geraten. Dieser wirft sich, außerdem fehlt eine eingravierte Struktur für die Leiter. Dafür sind die zwei Beiboote, die man aus jeweils zwei Teilen zusammensetzen soll, recht gut detailliert mit einer Plane die überhängt. Wer jetzt noch möchte, kann noch Halteleinen, die auf dem Deckelbild sichtbar sind, hinzufügen. 

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Der Bausatz kommt mit einem Relingsatz aus zweizügigen Relings, die über Pass-Stifte in entsprechende Löcher an die Deckkanten gesetzt werden. Fraglich ist nur, warum auf dem Deckelbild auf dem Haupt- und Backdeck die Relings vierzügig sind und auf dem Deck vor der Brücke dreizügig. Auf die Relings im Bereich der Plattformen des Hauptmastes wurde verzichtet. Wer hier authentisch werden will, sollte die Relings ignorieren oder sich Fotoätzteilrelings zum Beispiel von Saemann besorgen.

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An diesem Spritzling befinden sich weitere Teile der Aufbauten, Rettungsinseln, Scheinwerfer, die Bordkräne, die Trossenabweiser für das hintere Arbeitsdeck (diese Teile gingen beim Auspacken zu Bruch und wurden repariert), die Löschmonitore und Radargeräte. Auf die Bedienstände der Kräne wurde leider verzichtet.

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Zur Darstellung der Scheiben wurde kein Klarstichtspritzling mitgeliefert, sondern Klarstreifen, deren Einbau stellvertretend für alle Fenster der Aufbautenwände mit Hilfe einer Skizze auf einem separaten Blatt an einem Beispiel verdeutlicht werden. Außerdem finden wir noch ein Stück Garn.

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Revell - Tug Boat Smit Houston

Zwei Decalbogen sind im Bausatz. Der eine mit den Namen ist für den Displayständer, der andere für das Schiff. Hier sind abgebildet: die weiße Linie für den Rumpf, Tiefenstandsanzeiger, das Betreiberlogo für die Schornsteine, Flaggen, Schiffsnamen, Aufbauten- und Kranbeschriftungen. Die Bogen sind sauber gedruckt und haben einen matten Trägerfilm.

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Die Baunaleitung gliedert sich in 30 Baustufen. Revellüblich ist diese extrem übersichtlich. Dennoch würde ich demjenigen emfehlen, der die Relings montiert, diese erst zum Schluss aufzukleben, da sonst beim weiteren Montagehandling möglicher Weise etwas abbricht. Was hingegen auffällt ist die Tatsache, dass in Baustufe 29 die Abspannung des vorderen Mastes nicht unbedingt, so wie gezeichnet, an die Reling geht, sondern vielmehr auf dem Deck einen Anfang finden sollte. In Baustufe 30 findet man die Farbgebung, die Positionierung der Decals und weitere Takelanweisungen.

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In Bauabschnitt 28 wird nun auch deutlich wofür das mitgelieferte Garn dienlich sein soll. Es ist die abstrahierte Darstellung für die Ankerketten, anders als auf der Modellabbildung seitlich gezeigt wird. Wer hier eine korrekte Darstellung wünscht, sollte sich im Eisenbahnzubehörbereich einmal umsehen. Hier gibt es verschiedene Ketten, die hier Verwendung finden könnten.

Stärken:
  • schöne Vorbildwahl
  • übersichtliche Bauanleitung
  • sauber gedruckter Decalbogen
  • Für Modellbaueinsteiger zu bewältigen
Schwächen:
  • Fenster nicht in Spritzguss
  • Garn statt Ankerkette
  • Nacharbeit am Wulstbug
  • Relings nicht authentisch
  • Wandstärken der Aufkantungen zu stark
Anwendung:
  • Für Relings sollten Fotoätzteile verwendet werden
  • Garn der Ankerkette sollte durch entsprechende aus dem Eisenbahnbedarf ersetzt werden

Fazit:

140 Teile bieten auch dem nicht so fortgeschrittenen Modellbauer ein zu bewältigendes Ziel. Auch wenn der Bausatz einige Mankos hat, lässt sich mit Sicherheit ein schönes Modell daraus bauen. Gut, die Zielgruppe ist klar mit dem Nicht-Schiffsenthusiasten definiert. Dieser weiß sich aber sicherlich zu helfen und umschifft die Hürden, wenn auch mit etwas Zeitaufwand, elegant.

Diese Besprechung stammt von Martin Kohring - 09. September 2013

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