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Levasseur PL 101

(Fonderie Miniature - Nr. 6057)

Fonderie Miniature - Levasseur PL 101

Produktinfo:

Hersteller:Fonderie Miniature
Sparte:Flugzeuge Militär bis 1939
Katalog Nummer:6057 - Levasseur PL 101
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Juni 2007
Preis:ca. 58 €
Inhalt:
  • 11 Teile in hellgrauem Kunststoff
  • 4 Teile aus tiefgezogenem Klarsichtmaterial
  • 11 Teile aus Resin
  • 64 Teile aus Weißmetall

Besprechung:

Fonderie Miniature - Levasseur PL 101

Die Levasseur PL 101 war ein trägergestütztes, dreisitziges Aufklärungsflugzeug in der zu damaliger Zeit klassischen Doppeldecker-Mischbauweise mit einer stoffbespannten Holzrahmenstruktur und metallbeplankten Bereichen. Als Grundlage für die PL 101 diente die PL 10 mit der sie 75% aller Bauteile gemeinsam hatte. Charakteristisches Merkmal der PL 101 waren die leicht gepfeilten Tragflächen (zurückklappbar), das breitbeinige, im Notfall abwerfbare Fahrgestell ohne Mittelachse und der bootsförmige Rumpf, der eingeschränkt notwasserungsfähig war. Die Motorisierung bestand aus einem Hispano-Suiza 12 Lb mit 600 PS, mit dem das immerhin 3150 kg (max. Fluggewicht) schwere Flugzeug eine maximale Geschwindigkeit von 190-220 km/h erreichen konnte. Normalerweise war die PL 101 mit etwa 130 km/h unterwegs, die Reichweite betrug knapp 600 km. Der Erstflug fand im März 1933 in Villacoublai statt, die ersten von insgesamt 29 Serienmaschinen wurden unter der Bezeichnung PL 101 R3b (triplace de Reconnaisance embarqué) bei der Marinefliegerstaffel 7S1 im Oktober desselben Jahres in Dienst gestellt. Kurz darauf erfolgten die ersten Einsätze an Bord des Flugzeugträgers Béarn. Ab 1938 wurden die PL 101 durch die Loire Nieuport LN 411 ersetzt und auf das Festland verlegt. Dort verblieben sie noch bis Sommer 1940 bei den Einheiten 2S3 und 2S4 im Dienst.  

Fonderie Miniature - Levasseur PL 101

Der Bausatz ist von der typischen Short Run Qualität wie man sie von Fonderie Miniature kennt. Die Kunststoffteile sind relativ dick, verfügen über eine leicht körnige Oberfläche und sind teilweise etwas verwaschen im Guss, hinzu kommt stellenweise reichlich Fischaut. Die Darstellung der stoffbespannten Bereiche sieht überzeugend aus und setzt sich klar gegenüber den metallbplankten Bereichen ab. Die Detaillierung ist im Großen und Ganzen in Ordnung. Über Sinn und Unsinn bei der Materialauswahl kann man in diesem Falle streiten, für meinen Geschmack ist der Bausatz etwas zu metallteilelastig. So besteht das gesamte Cockpit ausschließlich aus Metall, viele der Teile müssen erst aufwändig versäubert und auch teilweise gerichtet werden. Das Instrumentenbrett aus Resin wirkt eher halbherzig umgesetzt, ein Fotoätzteil hätte sich hier angeboten. Im Falle des Fahrgestells und der Tragflächenstreben sind die Metallteile dann wieder sinnvoll. Die Resinteile wären nicht unbedingt nötig gewesen, die ausgeführten Teile wären durchaus auch in Kunststoff bzw. Metall machbar bzw. sinnvoller gewesen (z.B. die beiden seitlichen Kühler). Die beiden tropfenförmigen Verkleidungen auf der Motorenverkleidung sehen nicht wirklich brauchbar aus. Beim Zusammenbau der Tragflächen gilt es zu beachten, dass die V-Stellung selbst herzustellen ist. Die Bauanleitung klärt über die notwendigen Schritte auf.

Die Tragflächen mussen in der Mitte eingesägt werden, um die V-Stellung zu erreichen.Beim Seitenleitwerk ist links gegen die Längsachse gedreht einzubauen.Die Resinteile wären nicht unbedingt nötig gewesen.Metallteile Teil I, das CockpitDie BestuhlungMetallteile Teil II, Vertrebungen der Flügel und des FahrgestellsMetallteile Teil III, links die Betätigungshebel der Steuerflächen
Rudimentäre 'Verglasung'Levasseur PL 101Levasseur PL 101Levasseur PL 101Levasseur PL 101

Die Tragflächen mussen in der Mitte eingesägt werden, um die V-Stellung zu erreichen.

Die Tragflächen mussen in der Mitte eingesägt werden, um die V-Stellung zu erreichen. 

Fonderie Miniature - Levasseur PL 101

Die Klarsichtteile bestehen aus drei kleinen tiefgezogenen Scheiben in doppelter Ausführung. Besser werden sie dadurch aber nicht. Man sollte ernsthaft in Erwägung ziehen diese zu ersetzen, da die Oberfläche ziemlich körnig ist. An den Decals gibt es nichts zu beanstanden, sauber im Druck erlauben sie die Darstellung zweier Maschinen. Die zugehörige Bemalungsanleitung ist eher dürftig, so schöne bunte Blätter wie bei den fernöstlichen Mitbewerbern sucht man hier vergebens. Wenigstens ein paar Hinweise über die Farben des Cockpits oder anderer Details hätte man durchaus geben können. In Sachen Bauanleitung findet bei Fonderie Miniature seit der Gründung keinerlei Weiterentwicklung statt. Handgezeichnete Skizzen kombiniert mit beschreibendem Text ist alles was dem Modellbauer an die Hand gegeben wird. Hier besteht wirklich Nachholbedarf, zumal die Bausätze nicht gerade ein Schnäppchen sind.  

Darstellbare Maschinen:
  • PL 101 R3b, N°57, Escadrille de Survaillance embarqué 7S1, Pilot Lt. Ortolan, Hyères 1934
  • PL 101 R3b, N° ??, Flotille du Béarn, Pilot Korvettenkapitän Pierre Corfmat, 1939
Stärken:
  • Einziger Bausatz einer PL 101 überhaupt
  • Ordentliche Detaillierung
Schwächen:
  • Viel Vorarbeit erforderlich, Entgraten, Schleifen usw.
  • Hoher Preis
Anwendung:
  • Nur für erfahrene Modellbauer geeignet.

Fazit:

Als alleiniger Herrscher auf dem Markt braucht der Bausatz wohl auch in Zukunft keine Konkurrenz zu fürchten. Die Qualität ist typisch Fonderie Miniature, der guten Detaillierung steht eine gehörige Portion an erforderlicher Vor- und Nacharbeit entgegen.

Weitere Infos:

Referenzen:
  • Pierre Levasseur et ses Avions, Editions TMA
  • Pierre Levasseur et ses Avions, Histoire de l'Aviation, Editions LELA Presse

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 03. September 2010

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