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Aircrafts "5-1" & "5-2"

(Amodel - Nr. 72206)

Amodel - Aircrafts

Produktinfo:

Hersteller:Amodel
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:72206 - Aircrafts "5-1" & "5-2"
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2010
Preis:ca. 13 EURO
Inhalt:
  • 7 Spritzlinge mit total 65 Einzelteilen für zwei Modelle
  • 1 Mini-Markierungsbogen
  • 1 Bauanleitung

Besprechung:

Dieser Spritzling ist zweifach vorhanden.
Dieser Spritzling ist zweifach vorhanden.

Die Bisnovat 5 war ein russisches Überschallforschungsflugzeug, welches auf Grundlage der deutschen DFS 346 gebaut wurde, die gegen Kriegsende in Deutschland erbeutet wurde. Erste Gleitversuche erfolgten ab Ende Juli 1948. Als Mutterflugzeug diente ein Bomber vom Typ Petlyakov Pe-8. Vergleichbar wie die Bell X-1 mit der B-29 Superfortress. Erste Flüge offenbarten Mängel in Flugstabilität und bei der Landung. Beim dritten Gleitflug wurde der erste Prototyp, 5-1, bei der Landung zu fast 100% zerstört. Eine Reparatur war nicht mehr sinnvoll. Der zweite Prototyp, 5-2, wurde daraufhin erheblich modifiziert. Die folgenden Testflüge zeigten eine deutliche Verbesserung gegenüber der ersten Maschine. Jedoch wurde auch diese Maschine Ende Januar 1949 bei einer Landung stark beschädigt. Dies wurde zum Anlass genommen weitere Umbauten vorzunehmen. Trotz erneut gesteigerter Leistungen verzögerte sich die Entwicklung der Maschine immer weiter. Schließlich wurden alle Arbeiten an dem Projekt eingestellt, ohne dass die Bisnovat 5-1 oder 5-2 jemals mit einem aktiven Raketentriebwerk geflogen wären. Bei 16 Gleitflügen wurde eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 0,775 erreicht.

Die beiden Spritzlinge mit den unterschiedlichen Tragflächen- und Leitwerkkonfigurationen.
Die beiden Spritzlinge mit den unterschiedlichen Tragflächen- und Leitwerkkonfigurationen.

Wer sonst außer Amodel würde auf die Idee kommen von so einem, relativ erfolglosem, Forschungsflugzeug einen Spritgussbausatz auf den Markt zu bringen? Die Spritzlinge sind in der Amodel-typischen Kleinserienqualität hergestellt. Die Hauptbauteile weisen versenkte Gravuren auf, die für diesen Maßstab einen durchweg stimmigen Eindruck machen. Die Kleinteile bedürfen allgemein der Aufbereitung. Besonderes Augenmerk sollte man hier dem Cockpit widmen. Denn durch das großflächige Klarteil wird sonst die gnadenlose Abwesenheit von Details offenbart. Weitere Baustellen können die Landekufe und die Stützstreben unter den Tragflächen sein.

Der Spritzling mit den An- bzw. Umbauteilen für die Pe-8.
Der Spritzling mit den An- bzw. Umbauteilen für die Pe-8.

Die Klarteile sind brauchbar. Der Markierungsbogen ebenso - besser wären Alternativen aus der Grabbelkiste.
Die Klarteile sind brauchbar. Der Markierungsbogen ebenso - besser wären Alternativen aus der Grabbelkiste.

Wer nicht zusätzlich auch noch eine Pe-8 bauen möchte, um dann die 5-1 oder 5-2 vorbildgerecht unterzuhängen, wird ein Problem mit der Präsentation der Modelle haben. Denn Displayständer sind nicht im Bausatz enthalten. Hier empfiehlt es sich beide Modelle auf dünne Metallstäben und z.B. einen lackierten Holzblock zu montieren.

Die Bauanleitung ist soweit verständlich. Jedoch sollte man aufmerksam die einzelnen Abschnitte studieren, um bei den verschiedenen Versionen nicht durcheinander zu kommen. Die Farben sind nach Humbrol angegeben. Der Mini-Markierungsbogen ist matt und versatzfrei gedruckt. Die Klarteile sind brauchbar. Aber ein ambitionierter Modellbauer wird sie wahrscheinlich als Stempel zum Vaku-tiefziehen verwenden.

Bugsektion. Wer das Modell solo ohne Pe-8 darstellen möchte, muss die Finne auf dem Rumpfrücken entfernen.Die versenkten Gravuren sind OK. Die Öffnung für die Tragflächen muss erweitert werden.Auch der Pilotensitz sollte überarbeitet werden.Das Leitwerk der 5-2.Hier der erste der beiden Spritzlinge von Bild 2 von der Rückseite.Und hier Nr. 2 ebenfalls von der Rückseite.Beachte die hängenden Tragflächenspitzen a la Heinkel 162.
Nahaufnahme für die Rumpfrückenabdeckung der Pe-8.Soweit OK - aber eine Politur ist zu empfehlen.Da muss sie hin ... Ein Display solo ist aber auch OK.Eine Ähnlichkeit zur DFS 346 ist nicht zu leugnen - nur ein Stück kleiner.

Bugsektion. Wer das Modell solo ohne Pe-8 darstellen möchte, muss die Finne auf dem Rumpfrücken entfernen.

Bugsektion. Wer das Modell solo ohne Pe-8 darstellen möchte, muss die Finne auf dem Rumpfrücken entfernen. 

Stärken:
  • Doppelbausatz eines exotischen Flugzeuges.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis ist OK.
Schwächen:
  • Bei den Kleinteilen sind zusätzliche Arbeiten notwendig.
Anwendung: Einfach - mit Einschränkungen.

Fazit:

In der Reihe von weltweiten Forschungsflugzeugen hat das Modell der Bisnovat 5 sicherlich seinen Platz verdient. Danke an AModel für die Umsetzung. Mit etwas Mehrarbeit kann hieraus ein kleines aber feines Modell, bzw. zwei Modelle da Doppelbausatz, entstehen.

Weitere Infos:

Referenzen:

Historie: http://en.wikipedia.org

Diese Besprechung stammt von Bernd Heller - 04. Januar 2011

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