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C-17A Globemaster RAF/Qatar

(Revell - Nr. 04674)

Revell - C-17A Globemaster RAF/Qatar

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:04674 - C-17A Globemaster RAF/Qatar
Maßstab:1:144
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:März 2011
Preis:ca. 28 €
Inhalt:
  • 10 Giessäste aus grauem Kunststoff
  • 1 Giessast aus klarem Kunststoff
  • 1 Bauanleitung in Schwarz-Weiß
  • 1 Decalbogen

Besprechung:

Revell - C-17A Globemaster RAF/Qatar

Die C-17A Globemaster hat sich zum wertvollsten Aktivposten der US Air Force in Bezug auf den Lufttransport entwickelt. In den frühen 1970er Jahren begann die USAF sich nach einem Nachfolger für die altgediente Lockheed C-130 Hercules umzusehen. Zwischen Boeing und McDonnell Douglas wurde ein Wettbewerb für die Konstruktion eines "Advanced Medium STOL Transport"-Flugzeugs abgehalten (AMST; STOL = Short Take-Off and Landing, also die Eigenschaft für Start und Landung nur kurze Stecken zu benötigen). Das Ergebnis waren die Muster Boeing YC-14 und McDonnell Douglas YC-15. Aufgrund von Budgetüberlegungen wurde das AMT-Programm jedoch gekippt, und es wurde kein Gewinner bestimmt, obwohl beide Maschinen hervorragend waren. Als sich für die Flotte der Lockheed C-141 das Einsatzende in den frühen 1980er Jahren näherte, sahen sich die Planer der Air Force erneut nach Ersatz um. Die Ausschreibung für das neue Flugzeug forderte auch die Eigenschaft, Starts und Landungen an der Kampffront von unvorbereiteten, behelfsmäßigen Start- und Landebahnen absolvieren zu können, sowie die Fähigkeit zur Beförderung jeder Art von Transportgut der US Army bis zur Größe und dem Gewicht eines M1 Abrams-Kampfpanzers. McDonnell Douglas erhielt den Zuschlag zum Bau der C-17 im Jahr 1981. 1985 wurde die Konstruktion der C-17 abgeschlossen, wobei McDonnell Douglas Konstruktionselemente und Erfahrungen nutzte, die noch aus dem YC-15-Programm stammten. Aufgrund von Finanzierungsproblemen verzögerte sich der Erstflug des Prototyps bis zum 15. September 1991. Nach einem relativ reibungslos verlaufenen Testprogramm wurde die C-17A am 14. Juli 1993 beim 437. Airlift Wing auf dem AFB Charleston South Carolina in Dienst gestellt. Seither wurden elf weitere Geschwader der USAF mit der C-17 ausgestattet. Dazu kommen noch Einheiten der britischen Royal Air Force der Royal Australian Air Force und der kanadischen Streitkräfte.

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C-17A Globemaster RAF/Qatar

 

Derzeit laufen Verhandlungen, die C-17 für eine enge Kooperation von NATO-Streitkräften in Europa zu beschaffen, darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit weiterer Verkäufe ins Ausland. Die hohe Reichweite der C-17 und ihre Fähigkeit, auf abgelegenen, behelfsmäßig eingerichteten Flugfeldern zu landen, machen sie zu einer herausragenden Transportmaschine für militärische und humanitäre Einsätze sowie solchen zur Friedenssicherung. Sie kann von einem 2.300m (7.600 ft.) langen Flugfeld abheben, eine Nutzlast von 7250 kg (160000 Ib) mitführen und besitzt eine Reichweite von 4.400 km (2.400 nautische Meilen). Sie kann in der Luft betankt werden und für eine Landung reicht ihr eine 915 m oder sogar noch kürzere Landepiste aus, bei Tag und Nacht und auch gleich, ob das Flugfeld mit festem Belag versehen ist oder nicht. Sie kann (bei Anordnung in zwei Reihen nebeneinander) mit jeder Art von bereiften Fahrzeugen der US-Streitkräfte beladen werden, mit drei M2 Bradley lnfantry Fighting Vehicles oder einem M1 Abrams Panzer, wobei dabei noch Raum für andere Ladung bleibt. Die C-17 kann eine einzelne Fracht von 27.200 kg (60.000 Ib) Beladung absetzen sowie eine Reihe von aufeinander folgenden Abladungen von bis zu 50.000 kg Gewicht (110.000 Ib). Die C-17 wird von vier Triebwerken des Typs Pratt & Whitney PW2040 (militärische Bezeichnung F117 PW100) mit einem Schub von je 180 kN (40.440 Ib) angetrieben. Die Triebwerke können auf komplette Schubumkehr gestellt werden, so dass die C-17 mit einem im 2-Grad-Winkel angehobenen Heck rückwärts manövriert werden kann.

Etwas zu prominente OberflächendetailsAuswerferspuren im Bereich der LaderampeC-17A Globemaster RAF/QatarC-17A Globemaster RAF/QatarC-17A Globemaster RAF/QatarC-17A Globemaster RAF/QatarC-17A Globemaster RAF/Qatar
C-17A Globemaster RAF/QatarC-17A Globemaster RAF/QatarC-17A Globemaster RAF/QatarFein detaillierter FrachtraumbodenDie Laderampe kann abgesenkt dargestellt werden.

Etwas zu prominente Oberflächendetails

Etwas zu prominente Oberflächendetails 

Der Bausatz ist eine Wiederauflage des bereits Ende 2008 unter der Katalognummer 04044 erschienenen Modells. Bis auf den Decalbogen hat sich freilich nichts geändert, denn dazu bestand auch keinerlei Notwendigkeit. Schließlich hat Revell seinerzeit mit der C-17 mal wieder einen echten Spitzenbausatz abgeliefert. Mit knapp 130 Einzelteilen, verteilt auf elf Giessäste, ist der Bausatz sogar noch recht übersichtlich gestaltet, bei einer BILLY-freundlichen Größe von 36 x 36 cm. Versenkte und erhabene Gravuren zieren die Oberfläche, ebenso erhabene Details wo erforderlich. Leider muss man sagen, dass diese für den Maßstab 1:144 etwas zu prominent ausgefallen sind. Erfreulicherweise hat Revell den gesamten Laderaum nachgebildet, wenngleich Detailfreaks hier noch einiges zu tun haben werden. Als Optionen stehen der Bau als Modell im Fluge, mit ausgefahrenem Fahrwerk sowie am Boden mit geöffneter Laderampe und Einstiegsluke zur Auswahl. Für Erstere sind die Fahrwerksklappen aus einem Stück, für die beiden anderen Varianten müssen diese erst geteilt werden. Etwas Grat und leider auch einige gut sichtbare Auswerferspuren sind an einigen Stellen zu finden, unter Anderem auch im Bereich der geöffneten Laderampe.

C-17A Globemaster RAF/QatarSpartanisches FlugdeckDer Aufgang zur Brücke, in den Breich der runden Wölbung gehören die Stars and Stripes!Bitte einmal spachteln!Leichte Strukturen im FahrwerksschachtDie Klarsichtteile verdienen diese Bezeichnung.C-17A Globemaster RAF/Qatar
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C-17A Globemaster RAF/Qatar

 

Das Cockpit bzw. das gesamte Flugdeck ist eine sehr übersichtliche Sache, gerade einmal zwei Bauteile groß, eins für's Cockpit, eins für den Übergang zum Frachtraum. Da die Klarsichtteile einen recht guten Durchblick gewähren, sollte man zumindest mit Farbe einige Details hinzufügen. z.B. Gurtzeug. Der Frachtraum wird als separate Einheit zusammengebaut und zusammen mit den Fahrwerken in die beiden äußeren Rumpfschalen eingesetzt. Hier kann man sich nach Herzenslust mit Farbe austoben - oder auch mit selbst hergestellten Teilen, je nach Geschmack. Geeignete Fotos findet man zur Genüge auf den einschlägigen Walk-Around Seiten und Suchmaschinen im Internet. Der Rest des Zusammenbaus ist mehr oder weniger unspektakulär. Die Fahrwerke sind sehr fein ausgeführt, einige Details lassen sich mit wenig Aufwand auch hier ergänzen. Die Triebwerke bestehen aus jeweils sechs Teilen mit einem einteiligen Einlaufring, was dessen saubere Bemalung erheblich erleichtert. Leider wurden die charakteristischen Gitter im hinteren Bereich der Gondeln nicht nachgebildet, auch nicht als Decal, ebenso wenig wie die Markierungen vor den Verdichterschaufeln am Einlass. Das ist natürlich Meckern auf recht hohem Niveau, der Bausatz ist wirklich erstklassig, ein bisschen was wollen wir Modellbauer ja schließlich auch noch zu tun haben (und die Zubehörindustrie natürlich!). 

Revell - C-17A Globemaster RAF/Qatar

Der Decalbogen ist wie üblich von hervorragender Qualität. Dieses Mal hat sich Revell Unterstützung von der renommierten britischen Firma The Aviation Workshop mit ihrer "Modell Alliance" Decal-Reihe geholt. Zwei Maschinen können mit dem sehr sauber, versatzfrei gedruckten Bogen realisiert werden. Klar, dass die Quatar-Maschine dem RAF-Pendant den Rang abläuft, eine "so bunte" C-17 ist eine echte Rarität. Allerdings hat das auch seinen Preis: Die großflächigen Decals am Heck erfordern eine gehörige Portion Geduld und ein gutes Augenmaß. Das Decal für den Laderaumboden spart zwar einiges an Lackierarbeit, dürfte aber nicht minder schwer sauber zu plazieren sein. Weichmacher ist hier in jedem Falle Pflicht. Die Bauanleitung ist ein wenig unübersichtlich geraten, gleich zu Baubeginn muss man sich für eine der drei möglichen Darstellungsweisen entscheiden. Im Folgenden muss man teilweise schon sehr genau hinschauen, was wie wohin kommt. Die Skizzen sind etwas klein geraten und teilweise auch überladen, deshalb sind sie dann auch unübersichtlich (liegt vielleicht auch daran, dass der Besprecher langsam älter wird..;). Die Farbangaben sind im Falle der Außenfarbe auch als FS-Nummer angegeben, für diejenigen, die nicht selber mischen wollen.

Revell - C-17A Globemaster RAF/Qatar

Darstellbare Maschinen:
  • C-17A Globemaster III, ZZ174 / 00-0204, No. 99 Squadron, RAF Brize Norton, Oxfordshire 2010
  • C-17A Globemaster III, A7-MAB / 08-0201, Qatar Emiri Air Force, Al Udeid Air Base, Qatar 2010
Stärken:
  • Sehr gute Detaillierung
  • 3 mögliche Darstellungsweisen (im Flug, am Boden und Laderampe offen)
  • Sehr schöner Decalbogen
Schwächen:
  • Die Bauanleitung ist etwas unübersichtlich.
  • Die erhabenen Details am Rumpf sind für den Maßstab zu stark ausgeprägt.
Anwendung:

Für den Bausatz selbst sollte man schon einige Modelle gebaut haben. Vor Allem sollte man besonders auf eine saubere Ausrichtung aller Teile achten, damit später alles zusammenpasst (und alle Räder den Boden berühren !). Die Bemalung ist im Falle der RAF-Maschine recht simpel, die Qatar-Version erfordert etwas Erfahrung bei der Platzierung kompliziert geschnittener Decals.

Fazit:

Ein sehr empfehlenswerter Bausatz des zur Zeit wohl wichtigsten militärischen Transportflugzeugs. Revell hat es wieder einmal geschafft mit überschaubarem Aufwand ein hervorragendes Produkt abzuliefern. Die Qatar-Variante ist zudem eine farbenfrohe Abwechselung im langweiligen Einheitsgrau in der heimischen Vitrine.

Weitere Infos:

Referenzen:
Anmerkungen:

Mittlerweile gibt es auch schon einiges an Zubehör, wie z.B.:

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 08. Mai 2011

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