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Br.765 - Armée de l'Air

(F-RSIN - Nr. FRP4006)

F-RSIN - Br.765 - Armée de l'Air

Produktinfo:

Hersteller:F-RSIN
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:FRP4006 - Br.765 - Armée de l'Air
Maßstab:1:144
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2010
Preis:ca. 26 €
Inhalt:
  • 1 Gießast aus weißem Kunststoff
  • 1 Decalbogen plus 1 Ergänzungsbogen
  • 1 farbige Anleitung

Besprechung:

F-RSIN - Br.765 - Armée de l'Air

Die Breguet "Deux-Ponts" wurde von 1953-1975 eingesetzt. Ihr charakteristisches Aussehen verschafft ihr einen hohen Wiedererkennungswert. Sie ist noch immer eines der wenigen Flugzeuge mit zwei durchgehenden Decks (es ist also keine Erfindung des Airbus A380). Allerdings verlief der Flügelkasten an der Decke des Unterdecks entlang, was dieses Abteil sehr unkomfortabel machte. Die Sitze der ersten Klasse waren in der Regel auf dem Oberdeck untergebracht.

Ursprünglich als eine landgestützte Version des Bréguet Br.730 Flugbootes geplant, wurde die Entwicklung der Br.760 durch den 2. Weltkrieg unterbrochen und erst 1946 fortgesetzt. Der erste Prototyp, als Bréguet Br.761 bezeichnet, machte seinen Erstflug am 15. Februar 1949. Die eingesetzten Gnome-Rhône 14R Motoren mit 1450 PS erwiesen sich als leistungsschwach und unzuverlässig, deshalb kamen bei den folgenden drei Prototypen übriggebliebene Pratt & Whitney R2800-B31 Motoren mit einer Leistung von 2100 PS zum Einsatz.

Die zweite Maschine (F-BASL) wurde 1952 zu Erprobungszwecken für ein Jahr an die Air Algerie überstellt, anschließend drei weitere Monate an die britische Fluglinie "Silver City" verleast, unter Beibehaltung der urprünglichen Registrierung F-BASL. Alle drei Br.761S stießen 1955 zur französischen Luftwaffe und erhielten die Kennungen '64-PA', '64-PB' und '64-PD'. 

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Br.765 - Armée de l'Air

 

Die Air France bekundete Interesse an der "Deux-Ponts" und bestellte zwölf Maschinen (F-BASN...F-BASV und F-BASX...F-BASZ). Diese erhielten die Bezeichnung Br.763 "Provence" und waren mit Pratt & Whitney R2800-CA18 Motoren mit einer Leistung von 2400 PS ausgerüstet. Die stärkeren Motoren erforderten Propeller mit einem größeren Durchmesser, diese wiederum erforderten eine Vergrößerung der Spannweite, realisiert durch eine 60 cm breite Sektion an der Flügelwurzel. Das zuvor eckige Seitenleitwerk wurde durch eine mehr abgerundete Variante ersetzt.

1964 wurden sechs Maschinen an die Armée de l'Air überstellt (F-BASP, SR, SS, ST, SY und SZ). Diese erhielten die Kennungen '82-PN', 'PO', 'PP', 'PQ', 'PR' und 'PS'. Die verbliebenen sechs Maschinen wurden zu Mehrzweckfrachtern umgebaut. Der letzte Flug mit der Air France fand im März 1971 statt, und zwar von Heathrow nach Orly. 1959 erhielt die Armée de l'Air weitere vier Maschinen, als Br.765 "Sahara" bezeichnet. Es waren verbesserte Br.763S mit Flügelspitzentanks. Die Kennungen waren '64-PE' bis '64-PH'. Insgesamt waren 15 Maschinen bestellt worden, allerdings später zugunsten der Transall storniert worden.

F-RSIN - Br.765 - Armée de l'Air

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Der Bausatz kommt in einer schlabberigen Faltbox recht ungewöhnlichen Ausmaßes daher (40 x 25 x 3 cm). Nach dem Öffnen hält man einen einzelnen Gießast in der Hand an dessen Gussqualität man sich erst gewöhnen muss, wenn man sonst nur Bausätze der großen Hersteller kennt. Selbst für Short Run bewegen wir uns hier am unteren Limit. Die knapp 90 in weißem Kunststoff gespritzten Teile weisen eine relativ raue Oberfläche auf.

Sehr viel Grat, Fischhäute und sogar Fehlstellen verunzieren nahezu alle Bauteile. Die kleinen Teile sind teilweise unbenutzbar, das Vorbereiten derselben würde länger dauern als eine Neuanfertigung. Die Oberflächendetails bestehen aus relativ feinen versenkten Gravuren, von denen die meisten wohl den Schleifarbeiten zum Opfer fallen werden.

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Die Detaillierung ist trotz der mäßigen Fertigungsqualität recht gut. Zwar gibt es kein Cockpit oder irgendwelche Inneneinrichtung, die Fahrwerksschächte aber sind sehr gut nachgebildet, sie sind sogar mit leichten Strukturen versehen. Auch die Motoren sind separat ausgeführt und nicht Teil der Motorengondel, wie oft üblich in diesem Maßstab. Die Fahrwerke sind relativ filigran und leiden unter dem vielen Grat, genau wie die zugehörigen Klappen.

Die einzelnen Versionen werden durch entsprechende Alternativteile realisiert (Flügelspitzentanks, Seitenleitwerk, Radarnase). Alles in Allem ein Bausatz, der nicht gerade ein Bastelvergnügen verspricht, dafür ist die Qualität einfach zu schlecht. In der französischen Wingmasters wird die Firma Mach2 als "ausführender Produzent" genannt, nun da braucht man sich nicht wirklich zu wundern.

F-RSIN - Br.765 - Armée de l'Air

Der Decalbogen ist mit einem durchgehenden Trägerfilm gedruckt. Vor der Verwendung sollte man die Decals nochmals versiegeln, vor allem die großen, die auch die Cockpitfenster beinhalten. Außer den eigentlichen Kennungen und den Fenstern gibt es keine Decals, wodurch das fertige Modell etwas "tot" wirkt. Die Bauanleitung verdient ihren Namen nicht wirklich. Eine stark vereinfachte Explosionszeichnung ist alles, was dem Modellbauer an die Hand gegeben wird. Die Bemalungs- und Decalanleitung ist zwar farbig aber nicht besonders informativ, vieles muss man schlichtweg erraten.

F-RSIN - Br.765 - Armée de l'Air

Darstellbare Maschinen:
  • Br.761S: '64-PA', '64-PB' und '64-PD
  • Br.763 "Provence": '82-PN', '82-PO', 82-PP', '82-PQ', '82-PR' und '82-PS'
  • Br.765 "Sahara": '64-PE' (N°501), '64-PF' (N°502), '64-PG' (N°503) und '64-PH' (N°504)
Stärken:
  • Einzigartiges Vorbild
Schwächen:
  • Sehr schlechte Gussqualität
  • Schwache Detaillierung
  • Mäßige Anleitung
Anwendung:
  • Eine harte Nuss, die zu knacken eine erfahrene und vor allem geduldige Hand braucht. Schwierigkeitsgrad: Sehr hoch

Fazit:

Ein Bausatz der dem Modellbauer alles an Können abverlangt. Die vielen unbrauchbaren Kleinteile, der sehr schlecht Guss, und das Alles bei einem Naturmetallfinish, machen den Bau nicht gerade zu einem Vergnügen. Allerdings wird man mit einem echten Exoten in der Vitrine belohnt - es ist wie im echten Leben: Nur die Harten kommen in den Garten.

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 17. Dezember 2011

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