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The Age of Invincible

The Ship that defined the modern Royal Navy

 - The Age of Invincible

Zusammenfassung:

Autor:Nick Childs
Verlag:Pen & Sword Maritime
ISBN:978 1 84415 857
Erscheinungsjahr:2009
Sprache:Englisch
Preis:20 britische Pfund

Besprechung:

Mitte der sechziger Jahre versuchte die Royal Navy mit dem Projekt CVA-01, einen modernen Angriffsträger in der Art der US-Einheiten zu bekommen. Man benötigte Ersatz für die aus der Kriegszeit stammenden Einheiten und wollte Anschluss an die technische Entwicklung halten. Die britische Regierung stoppte jedoch den Bau des Trägers aus Kostengründen und beschloss, mittelfristig alle vorhandenen Träger stillzulegen. Das Ziel war, sich auf den Beitrag des Landes zur NATO zu konzentrieren, den Einsatz von Flugzeugen auf Kampfschiffen überhaupt zu beenden und sich auf den Einsatz von U-Jagd-Hubschraubern zu beschränken.

Als neue Schiffsklasse wurden die zuerst als Flugdeckkreuzer bezeichneten Schiffe der Invincible-Klasse ursprünglich als reine U-Jagd-Hubschrauberträger konzipiert; sie sollten sowjetischen U-Booten den Weg in den offenen Atlantik verbauen. Die Marine hoffte stillschweigend, mit ihnen zumindest einen Teil der verlorenen Fähigkeiten zu erhalten. Zur Abwehr von sowjetischen Seeraumaufklärern wurde auf den Schiffen der neu entwickelte Sea Harrier stationiert; die Erfindung der „Ski-Rampe“ ermöglichte diesen Flugzeugen dann auch den Start mit einer nennenswerten Nutzlast. Es fehlte jedoch ein effektives fliegendes Frühwarnsystem.

Mit der Einführung des Sea Harriers und der Bewährung im Einsatz vor den Falklands 1982 wurden die Invincibles zusehends aufgewertet. In zahlreichen  Manövern und in Kampfeinsätzen in der Adria, vor Afghanistan und dem Irak haben sie sich bewährt, neue Fähigkeiten erworben und gelten heute als echte, wenn auch sehr kleine Flugzeugträger. Derzeit laufen die Bauarbeiten an zwei neuen und deutlich größeren Trägern, mit denen die Marine erneut die 1966 verlorenen Fähigkeiten wiederherzustellen sucht. Trotzdem ist über diese Schiffe das letzte Wort noch nicht gesprochen. Somit hat die Entwicklung im Prinzip einen Kreis beschrieben.

Dieses Buch beschreibt anhand der Geschichte der Schiffe der Invincible-Klasse und der Menschen hinter ihnen die Entwicklung der Trägerstreitkräfte der Royal Navy von der Mitte der 1960er Jahre bis heute. Es ist nicht primär für Modellbauer geschrieben, sondern für diejenigen mit Interesse daran, wie Staaten heute mit Seemacht umgehen, und besonders wie Großbritannien über die letzten vierzig Jahre versucht hat, seinen Platz unter den Seemächten zu definieren und auszufüllen.

Der effektive Verlust der britischen Großmachtstellung und der faktische Staatsbankrott durch den 2. Weltkrieg sind der Hintergrund des Auf und Ab der britischen Rüstung in der Nachkriegszeit. Der Anspruch, den das Land und die Marine an sich selbst, derjenige, den die Politik an die Marine stellte, und die Möglichkeiten zur Erfüllung derselben haben oft schmerzhaft auseinandergeklafft.

Das Buch von Childs spannt den Bogen vom damaligen zum heutigen Versuch, einen vollwertigen Ersatz für die veralteten Träger mit Weltkriegsvergangenheit zu bekommen. Hintergrund für den Autor ist der Wert von Trägern für die Politik eines Landes und die stetigen Bemühungen der Admiralität, bei der Politik Verständnis hierfür zu finden. Es werden die Rivalitäten der Waffengattungen um das stets knappe Geld und die diversen Neuausrichtungen der britischen Politik beschrieben, und wie sie sich auf die Marinerüstung auswirkten. Dennis Healey, John Nott und Tony Blair sind nur drei Namen von Politikern, deren Auffassung des Wertes von Seemacht im beschriebenen Zeitraum tiefe Wirkung auf die Marine gehabt hat.

Vor diesem Hintergrund wird anschaulich erzählt, wie die Schiffe der Klasse entstanden und sich über die Jahrzehnte weiterentwickelten – ein lesenwertes Buch und ein Plädoyer für den Wert von Seemacht in einer immer unruhigeren Welt.

Stärken:

  • Breiter geschichtlicher Überblick
  • Zeigt auch die Menschen hinter der Technik
  • Gut lesbar und lebendig geschrieben

Schwächen:

  • Kein Referenzbuch für Modellbauer!

Fazit:

Lesenswerter Einblick in den Wert von Seemacht und das Spannungsfeld zwischen Politik und Militär.

Diese Besprechung stammt von Frank Spahr - 17. September 2010

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