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Koninklijke Luchtmacht

Luftwaffen Profile 5

 - Koninklijke Luchtmacht

Zusammenfassung:

Autor:Markus Rüther & Gerhard Lang
Verlag:Unitec-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2014
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 52 Seiten mit 153 farbigen Abbildungen sowie 4 in Schwarz-Weiß
  • 1 Tabelle mit den Seriennummern der F-16
  • 11 farbige Darstellungen der Staffelwappen
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

 - Koninklijke Luchtmacht

Die Geschichte der Koniknlijken Luchtmacht begann im Jahr 1910, als die damalige Königin Wilhelmina die Aufstellung einer Luftfahrtabteilung (Luchtvaartafdeling, LVA) beschloss. Es sollte noch weitere drei Jahre dauern, bis diese Teilstreitkraft mit vier Piloten und einer geborgten "Brik" ausgestattet war. Der erste eigene Flugzeugtyp war die Farman F22, von denen bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges drei ausgeliefert wurden. Durch die Konfiszierung notgelandeter Maschinen konnte der Bestand bis 1918 auf 71 Maschinen aufgestockt werden. 1939 wurde die LVA in Militaire Luchvaart (ML) umbenannt, in ihrem Inventar befanden sich nun 132 Flugzeuge. Etwa 75 Prozent davon gingen während der Kampfhandlungen verloren, es konnten allerdings auch 350 Feindmaschinen abgeschossen werden. Viele Piloten flohen mit ihren Maschinen nach England. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Luftwaffe mit Material aus England (Spitfire Mk.IX & Meteor F.4) neu aufgebaut. Seit 1953 ist das Gründungsmitglied der NATO eine eigene unabhängige Teilstreitkraft innerhalb der niederländischen Armee und trägt seither den Namen "Koniklijke Luchtmacht" (KLu).

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Ab Mitte der 1950er Jahre erfolgte eine Modernisierung der Luftwaffe. Neue Typen wurden eingeführt, darunter erstmals auch Hubschrauber. Neben den Hawker Hunter aus England wurden auch F-84E Thunderjet aus den USA beschafft, ebenso einige T-33 Trainer. Kurze Zeit später lösten die neuen F-84F und RF-84F die älteren Typen ab. Für die Luftverteidigung wurden ab 1956 einige F-86K Sabre beschafft. Das Mach-2-Zeitalter begann wie hierzulande auch mit der Einführung der F-104G Starfighter, von denen die KLu 120 Einsitzer und 18 Doppelsitzer beschaffte. Diese waren bis 1983 im Einsatz. Die F-84F wurden ab 1970 durch 105 NF-5A/B ersetzt. An die Stelle sowohl der F-104 als auch der NF-5A/B trat ab 1979 die damals brandneue General Dynamics F-16. Zu den Hochzeiten gegen Ende der 1980er Jahre verfügte die KLu über nicht weniger als 213 F-16 und war zuletzt deren einziges Kampfflugzeug. Die Ära der F-16 geht langsam aber sicher zu Ende, die F-35 Lightning II steht bereits in den Startlöchern, diese wird aber aufgrund der exorbitant hohen Kosten nur in sehr geringer Stückzahl beschafft werden können. 

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Neben den Kampfflugzeugen flogen bei der KLu natürlich auch eine Reihe anderer Typen. Die Aufgaben der Gefechtsfeldüberwachung, Artillerieunterstützung und Verbindungsflüge übernahmen zunächst die Auster AOP III, Piper L18C und die DHC-2 Beaver. Die ersten Hubschrauber waren die Hiller OH-23B. Letztere wurden 1964 durch die Alouette III ersetzt, die L18C wurden 1975 durch die Bo-105 abgelöst.

Transportaufgaben wurden zunächst von den C-47 wahrgenommen, später erfolgte die Einführung der Fokker F.27. Heute verfügt die KLu über vier C-130 Hercules, zwei KDC-10 und eine Gulfstream IV, Außerdem beteiligen sich die Niederlande am Betrieb der multinationalen Transporterflotte von drei C-17, die derzeit in Ungarn stationiert sind. Zum aktuellen Inventar der Hubschrauberflotte (Tactische Helicopter Groep, THG) zählen neben den drei verbliebenen Alouette III durchweg moderne bzw. modernisierte Typen wie die CH-47D/F Chinook, die AS.532U2 Cougar, Agusta-Bell AB-412 SP und natürlich die AH-64D Longbow Apache. Jüngster Neuzugang bei der THG ist der NH-90 NFH Caiman. Trainingsaufgaben werden lokal von Pilatus PC-7 wahrgenommen, die Ausbildung der Jetpiloten erfolgt in den USA, genauso wie bei den Piloten der AH-64.

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Der Wandel der Zeit und die veränderte weltpolitische Lage ist auch an der KLu nicht spurlos vorbei gegangen. Wie nahezu alle europäischen Luftwaffen musste auch die KLu mit drastischen Budgetkürzungen und Umstrukturierungsmaßnahmen fertig werden. Von den einst über 200 F-16 sind weniger als 80 übrig geblieben, Tendenz weiter fallend. Lediglich fünf Basen sind derzeit noch aktiv, Eindhoven als Transporter-Hub, Gilze Rijen als Heimat für die THG, Woensdrecht als Basis für die Trainer sowie Volkel und Leeuwarden, wo sämtliche der verbliebenen F-16 stationiert sind. Die letzten beiden Jahrzehnte waren durch zahlreiche Auslandseinsätze geprägt. Die KLu nahm eigentlich an allen größeren Einsätzen im Rahmen der UN und der NATO teil, wie z.B. im Golfkrieg, über Jugoslawien, Afghanistan und zuletzt auch Libyen.

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Unitec bleibt dem Format dieser Heftreihe treu. Gestartet wird mit einem gut 13 Seiten umfassenden Kapitel zur Historie der Koniklijken Luchtmacht, wobei der Schwerpunkt hier auf der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs liegt. Zahlreiche zeitgenössische Aufnahmen ergänzen den Text. Am Ende des Kapitels erhält der Leser noch einige Informationen über die einzelnen Teile der KLu (THG, Transporter, Training) sowie die Stellung innerhalb der NATO und die Einsätze, an denen die KLu beteiligt war.

Schwerpunkt des Heftes bildet wie üblich die Beschreibung der einzelnen, noch aktiven Flugzeugmuster. Im Mittelpunkt steht hier natürlich die F-16 (8 Seiten). Den übrigen Mustern sind je nach Wichtigkeit ein bis drei Seiten gewidmet. Der Text gibt jeweils neben einer mehr oder weniger kurzen Entwicklungsgeschichte auch einen Überblick über den Werdegang innerhalb der KLu und den aktuellen Status wieder. Die zahlreichen Sonderlackierungen der letzten Jahre werden auf den letzten sechs Seiten gezeigt. Das Bildmaterial stammt aus verschiedenen Quellen und wurde größtenteils während öffentlich zugänglicher Veranstaltungen gemacht (Spottersday, Tag der offenen Tür, Airshows etc.).

Die "Nummernschreiber" kommen in dem Heft etwas zu kurz, lediglich im Falle der F-16 sind alle Kennungen tabellarisch aufgeführt, für die anderen Muster muss bzw. kann man sich diese aus dem Text zusammensuchen. Ohnehin findet man allgemeine Daten und ähnliches kaum im Heft. Ein zusammenfassender Anhang mit entsprechenden Listen, Tabellen und Grafiken, die den Aufbau, Struktur, die Zusammensetzung und die aktuelle "Order of Battle" aufzeigen, fehlt.    

Stärken:

  • Guter Überblick über die derzeitige "Lage"
  • Topaktuell

Schwächen:

  • Keine ersichtlichen, außer vielleicht die fehlende, zusammenfassende "Order of Battle" mit den zugehörigen Kennungen

Fazit:

Das Heft gibt einen guten Überblick über die derzeitige Situation der KLu. Das Bildmaterial ist auf dem gewohnt hohen Niveau, der Text sehr informativ. Vielleicht hätte man hier und da die (allgemeine) Historie der einzelnen Typen zugunsten einiger zusätzlicher Tabellen und Grafiken kürzen sollen. Empfehlenswert!

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 08. September 2014

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