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Lastkraftwagen militärischer Formationen der DDR Teil 3

1962-1975

 - Lastkraftwagen militärischer Formationen der DDR Teil 3

Zusammenfassung:

Autor:Fred Koch
Verlag:UNITEC-Medienvertieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2013
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 52 Seiten mit über 140 zeitgenössischen Abbildungen, davon 25 in Farbe
Preis:11,80 €

Besprechung:

 - Lastkraftwagen militärischer Formationen der DDR Teil 3

Mit diesem Heft wird die mit Ausgabe 40 begonnene Reihe über die Lastkraftwagen der militärischen Formationen der DDR der Jahre 1962-75 fortgesetzt. Im vorliegenden dritten Teil werden die schweren Fahrzeuge aus der UdSSR- und CSSR-Produktion, also ausschließlich Importfahrzeuge behandelt. Den Anfang machen die schweren (dreiachsigen) Laster aus Krementschug, besser bekannt unter ihrem Kürzel KrAZ. Nach einem etwas länglichen, für die eigentliche Thematik dieses Heftes eher uninteressanten Kapitel über die Geschichte dieser ukrainischen Fabrik, folgt ein kurzer Überblick über die Verwendung der beschafften Fahrzeuge in der ehemaligen DDR. Etwas weiterführende Informationen sind in den Bildunterschriften enthalten. Behandelt werden zunächst die ab1961 beschafften Fahrzeuge der Typen KraZ-214 "Dnepr", ein geländegängiger LKW der 10 Mp**-Klasse mit Pritschenaufbau (mit und ohne Kran) und in den Spezialversionen als Brückenleger TMM, Ponton-Transporter und Autobagger E305W. Die mit Niederdruckreifen ausgestatteten KraZ-255 bis 258 folgten Anfang der 1970er Jahre, auch hier gab es neben den "klassischen" LKW die bereits erwähnten Spezialausführungen, zusätzlich hatte man diese Fahrzeuge auch als Eisabtaugeräte EAG 0/60 (mit einem MiG-15 Triebwerk als "Brenner"!), als Autodrehkran K-162, als Kipper sowie als Absetzfahrzeug für Bugsierboote im Einsatz. Die Fla-Raketenregimenter (mit 2K11 bzw. SA-4 Ganef) nutzten diesen Typ auch als Plattform für die diversen Aufklärungs- und Zielzuweisungsstationen (1S12, 1S12-A, -A1, -M1, PRW-16B Höhenfinder). 

** 1 Mp ist eine Krafteinheit und entspricht der Kraft, die ein Gewicht von 1000 kg auf einen Körper ausübt, wenn die "normale" Fallbeschleunigung wirkt, diese extrem veraltete Maßeinheit findet sich im gesamten Text.

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Im zweiten Teil des Heftes geht es um die Drei- und Vierachser von Tatra aus tschechischer Produktion. Hier wurden von der DDR Anfang der 1960er Jahre die ersten Modelle des Typs T 138 VNM beschafft, allerdings nur vergleichsweise geringe Stückzahlen. Ab 1974 stießen die damals noch relativ neuen Tatra T 148, ein LKW der 12 "Mp"-Klasse in verschiedenen Ausführungen dazu. Bereits Zwei Jahre zuvor wurde der auch hierzulande bekannte Tatra 813 8x8 eingeführt, sowohl als normaler Transporter bzw. als Zugmittel für alle möglichen Lasten wie auch als Plattform für die Raketenwerfer RM70, einer moderneren Form der Stalinorgel (immerhin 240 Stück!). Bis zum Erscheinen des Nachfolgemusters 815 wurden mehr als 1000 Stück dieser sehr vielseitig einsetzbaren LKW beschafft. Von den Typen 138 und 148 gab es überwiegend Spezialausführungen, wie z.B. Tankfahrzeuge, Autodrehkräne oder spezielle Dekontaminationsfahrzeuge.     

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Die vierachsigen Fahrzeuge aus der UdSSR werden nur kurz betrachtet, es gab ja im Prinzip nur drei eingesetzte Typen, nämlich die schwere Zugmaschine MAZ-537G mit dem entsprechenden Anhänger ChMAZAP-5247G (quasi der sowjetische Faun SLT) sowie die Raketenträger MAZ-543 (9P117M, "SCUD") und  ZIL-135LM (9P113, LUNA-M bzw. FROG-7). Im letzten Kapitel wird noch kurz auf die Verwendung der genannten Fahrzeuge bei den Grenztruppen der NVA bzw. DDR eingegangen. Dort waren neben den üblichen Transportfahrzeugen hauptsächlich Pioniereinheiten zu Gange (Bagger, Kipper, Kräne, Brückenleger).   

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Das Heft an sich fügt sich, was die Aufmachung angeht, nahtlos in die bestehende Reihe ein. Der Schwerpunkt liegt klar auf dem Fotomaterial mit den begleitenden Bildunterschriften. Die insgesamt etwa 140 Abbildungen zeigen die Fahrzeuge meist in alltäglichen Einsatzsituationen. Die Qualität reicht von sehr gut bis stark retuschiert, wie es damals halt so üblich war. Zum Teil stammen auch hier wie in den vorangegangenen Teilen die Bilder aus Privatarchiven. Der Text ist wie bereits Eingangs erwähnt eher einseitig. Die Absätze zur Verwendung der Fahrzeuge bei der NVA sind sehr kurz geraten, lediglich circa 20% vom Gesamtumfang. Der Rest beschreibt die Geschichte der jeweiligen Werke im Heimatland, im Rahmen dieser Publikation ist das m.E. eher weniger interessant. Die Bildunterschriften gleichen das ein wenig aus. Was komplett fehlt sind Zeichnungen oder "Profile", Platz wäre durchaus vorhanden gewesen.

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Stärken:

  • Viele zeitgenössische Aufnahmen
  • Sehr gute Druckqualität

Schwächen:

  • Viel Text, der zum eigentlichen Thema nichts beiträgt 

Fazit:

Das Heft gibt einen guten Überblick über die verwendeten Fahrzeuge. Das Bildmaterial ist gemessen an der Herkunft und den Umständen wie sie teilweise entstanden sind sehr gut und auch hilfreich.  

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 28. Mai 2013

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