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Gepanzerte Radfahrzeuge der Bundeswehr Teil 2

Fahrzeug Profile Nr. 57

 - Gepanzerte Radfahrzeuge der Bundeswehr Teil 2

Zusammenfassung:

Autor:Peter Blume
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2013
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 52 Seiten mit ca. 138 durchweg farbigen Abbildungen
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

Im ersten Teil der Reihe über die modernen gepanzerten Radfahrzeuge der Bundeswehr haben wir einen Überblick über die erste Generation dieser Fahrzeuggattung erhalten. Hier nun folgen die "Neuen", also Fennek, Enok, Eagle IV, Duro/Yak und natürlich der GTK Boxer.

 - Gepanzerte Radfahrzeuge der Bundeswehr Teil 2

Die Entwicklung des Fennek als gepanzertes, luftverladbares Spähfahrzeug begann bereits in den frühen 1990er Jahren. Die zunächst geplante Kooperation mit Frankreich kam nicht zustande, und so wurde das Fahrzeug schließlich mit den Niederlanden zusammen entwickelt, genauer gesagt vom Firmenkonsortium DAF/Wegmann. Anfang 1997 konnte mit der Erprobung des Fennek begonnen werden, es dauerte aber noch bis 2003 bevor die ersten Fahrzeuge an die Truppe ausgeliefert werden konnten. Für die Bundeswehr wurden insgesamt 202 Fahrzeuge der verschiedensten Ausführungen beschafft. 24 davon sind Pioniererkundungsfahrzeuge, der Rest sind Spähwagen. Die Ausstattung und Bewaffnung variiert je nach Verwendungszweck. Als Rohrwaffen kommen hauptsächlich der 40mm Granatwerfer und das gute alte MG3 zum Einsatz. Als Zielvorrichtungen kommen das Periskop PERI Z17 sowie eine Wärmebildkamera zum Einsatz. Kernstück des Fennek ist seine Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung, kurz BAA genannt. Sie besteht aus modernsten optischen und elektronischen Komponenten. Ein Teil dieser Ausrüstung ist an einem ausfahrbaren Mast befestigt. Zusätzlich verfügen einige Fahrzeuge über die abbildende Aufklärungsdrohne ALADIN. Angetrieben wird der Fennek von einem 240 PS Diesel-Direkteinspritzmotor, der an ein vollautomatischen 6-Gang-Getriebe angebaut ist. Damit können bis zu 115 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht werden. 

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Wie schon der Fennek ist auch der GTK Boxer ein Gemeinschaftsprojekt zischen Deutschland und den Niederlanden. Zunächst waren auch Frankreich und Großbritannien mit beteiligt, beide Nationen schieden aber aufgrund geänderter Planungen aus dem Projekt aus. Nach einer mehr oder weniger holprigen Entwicklungsgeschichte konnten die ersten Fahrzeuge Ende 2010 an die Truppe ausgeliefert werden. Bei der Bundeswehr wird der Boxer vornehmlich für Gruppentransporte und als Führungsfahrzeug eingesetzt. Weiterhin existieren eine Ausführung als Sanitäts-KFZ und als Fahrschul-Fahrzeug. Der GTK Boxer besitzt die derzeit modernste technische Ausstattung und Schutzsysteme, viele der in Afghanistan gemachten Erfahrungen flossen in die Konstruktion mit ein, auch ein Grund warum sich die Fertigstellung immer weiter verzögerte. Die Bewaffnung besteht auch hier aus dem 40mm Granatwerfer oder alternativ einem 12,7mm MG, montiert auf einer fernbedienbaren Waffenplattform FLW200. Die 720PS Leistung reichen für eine maximale Geschwindigkeit von 85 km/h. 

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Der Duro 3 ist ein gepanzertes Mehrzweckfahrzeug, welches von der schweizer Firma Bucher-Guyer AG entwickelt wurde und später durch MOWAG prodzuiert und verkauft wurde. Die Bundeswehr beschaffte 16 Fahrzeuge als beweglicher Arzttrupp (BAT). Das geschützte Mehrzweckfahrzeug YAK basiert auf dem Duro 3 und viele der im Einsatz gemachten Erfahrungen flossen in dessen Entwicklung ein. Das dreiachsige Fahrzeug mit gepanzerter Kabine, ABC Schutzausrüstung und Klimaanlage verfügt über einen variablen Aufbau, der auch vom Fahrzeug abgeladen verwendet werden kann. Die 5500kg Zuladung ermöglichen ein breites Einsatzspektrum. Bei der Bundeswehr wird der Yak als BAT, als Einsatzfahrzeug für die Feldjäger, zur Kampfmittelbeseitigung, als mobiles Biolabor, für die Fernaufklärung sowie als Basisfahrzeug für die Aufklärungsdrohne LUNA eingesetzt. Ganz spezielle Spezialversionen sind die acht Gefangenentransporter und die sechs Fahrzeuge mit Wasserwerfer-Aufbau. Insgesamt verfügt die Truppe derzeit über knapp 130 Fahrzeuge aller Varianten.

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Der Eagle IV ist ein allradangetriebenes geschütztes Führungs- und Funktionsfahrzeug der Klasse II (mehr über dieses Thema findet ihr in diesem Artikel aus dem Hardthöhen-Kurier). Die Grundlage für die Entwicklung bildete das Chassis des Duro. Der erste Prototyp konnte Ende 2003 von General Dynamics Land Systems / MOWAG der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Mitte 2008 wurde die Beschaffung von zunächst 255 Fahrzeugen genehmigt, weitere 173 gegen Ende desselben Jahres. Neben der Version als Fahrzeug für die Führung wurden weitere Varianten beschafft: BAT, Patrouillensicherung, Windmesstrupp, Videofahrzeug/Kameratrupps, Artillerie Führungs- und Waffeneinsatzsystem und Fahrzeuge mit Schützendetektionsausstattung. Über 500 Fahrzeug befinden sich derzeit im Einsatz. Auch der Eagle ist für den Lufttransport geeignet, es können z.B. zwei dieser über 8800 kg schweren Fahrzeuge in einer C-130 Hercules transportiert werden. Die Bewaffnung besteht aus einem 7,62mm MG auf einer FLW100 Waffenstation, zusätzlich ist eine Nebelwurfanlage eingebaut. Der 250PS Cummins-Dieselmotor ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bei einem Fahrbereich von 700km.  

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Der Enok ist einen Neuentwicklung eines leichten gepanzerten Patrouillenfahrzeuges (LAPV) auf Basis des altbekannten Wolfs. Im wesentlichen entspricht der Enok dem Mercedes G280 CDI. Er verfügt über eine umfangreiche Schutzausrüstung und verfügt dank des hohen Fahrwerks über ausgezeichnete Geländegängigkeit und sehr gute Fahreigenschaften auf der Straße. Der Enok ist selbstredent luftverladbar, besitzt eine Nutzlast von 1000kg und einen Fahrberich von 700km, damit können Einsätze theoretisch über mehrere Tage hinweg dauern, bei denen das Fahrzeug vollkommen autark operieren kann. Bei Bedarf kann eine mobile Waffenstation mit leichten Waffen bestückt werden, diese ist unter Schutz bedienbar. Im Jahr 2008 wurden von der Bundeswehr zunächst einige Exemplare als Sofortbedarf beschafft, weitere 50 Ende 2010. Zur Zeit sind mehr als 100 im Einsatz, weiter werden folgen.   

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Das Heft bietet einen guten Überblick über die derzeitige Ausstattung der Bundeswehr mit gepanzerten Radfahrzeugen. Die einzelnen Fahrzeuge werden kurz vorgestellt, gefolgt von einem mehrseitigen Bildteil. Die Abbildungen zeigen die Fahrzeuge im Wesentlichen im Einsatz, sei es in der Realität oder bei diversen Übungen. Natürlich bekommt man keine ausführliche technische Beschreibung jeder einzelnen Komponente für jedes Fahrzeug, genauso wenig wie Detailfotos. Dies ist aber auch nicht Ziel dieses Heftes. Wer mehr über die einzelnen Fahrzeuge wissen möchte sollte z.B. einen Blick auf die Tankograd Reihe oder ähnliche Literatur werfen.

Stärken:

  • Großformatige Bilder, hauptsächlich von Fahrzeugen "in Action"
  • Wertiges Papier, gute Druckqualität

Schwächen:

  • Aufgrund des Formats gibt es einige Einschränkungen bezüglich der Tiefe an Informationen (Text & Bild), besonders aus der Sicht des Modellbauers  

Fazit:

Wer sich einen Überblick über die derzeitige Ausstattung der Bundewehr mit dieser Art Fahrzeugen verschaffen möchte, kann bedenkenlos zugreifen. Für tiefergehende Recherche ist man auf die Spezialliteratur angewiesen. Wir Modellbauer bekommen - wenn schon keine Details - zumindest einige Vorlagen für realistische Verschmutzungen und Einsatzszenen.

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 17. Dezember 2013

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