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Messerschmitt Me 163 Komet Teil 2

Flugzeug Profile 53

 - Messerschmitt Me 163 Komet Teil 2

Zusammenfassung:

Autor:Gerhard Lang
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2013
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 52 Seiten mit ca. 107 Abbildungen, davon gut die Hälfte in Farbe
  • jeweils 20 Zeichnungen mit Seitenrissen und Auszügen aus der Originaldokumentation
  • 2 Farbprofile
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

Wie bereits bei unserer letzten Besprechung der Flugzeug-Profile Reihe angekündigt, gibt es einen zweiten Teil zur Messerschmitt Me 163, welcher uns nun vorliegt. Im ersten Teil wurde ja ausführlich auf die Entwicklungsgeschichte und den Einsatz in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges eingegangen. Hier folgen nun die Weiterentwicklungen in Deutschland, Japan und Russland in Form der Me 263, der Mitsubishi J8M Shusui und der Mikoyan-Gurevitch I-270. Die einzelnen Maschinen sind jeweils mit einigen (zeitgenössischen) Fotos und zum Teil auch mit Zeichnungen dokumentiert. Der Schwerpunkt liegt hier natürlich auf der Me 263. Die zweite Hälfte des Heftes ist der technischen Beschreibung der Me 163 mit zahlreichen Detailfotos und Auszügen aus der Originaldokumentation vorbehalten. Hier kommen wir Modellbauer natürlich voll auf unsere Kosten.

 - Messerschmitt Me 163 Komet Teil 2

Schon früh während der Erprobung der Me 163B wurde deutlich, dass die Erwartungen bezüglich Leistung und vor allem Reichweite nicht erfüllt werden konnten. Auch das Fahrwerk bzw. die Landekufe war alles andere als zufriedenstellend. Deshalb begann man schon Anfang 1942 mit der Entwicklung der Me 163C. Diese wies einen um 90 cm verlängerten Rumpf und eine Druckkabine auf, jedoch kein modifiziertes Fahrwerk. Die Tragflächen wurden von der Me 163B übernommen, als Bewaffnung waren je zwei Mk103 und Mk108 vorgesehen. Der Einbau eines Walther HWK 109-509 Triebwerkes mit Marschofen führte zu einer Erhöhung der Flugdauer um vier auf nunmehr zwölf Minuten. Ein "richtiges" Fahrwerk kam dann bei der Me 163D (Me 163B V18) zum Einsatz, es wurde jedoch nur eine Maschine gebaut. 

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Im Sommer 1944 wurde die Firma Junkers mit der Entwicklung eines "Heimatschützers für den Tageinsatz" auf Basis der Me 163 beauftragt. Die als Junkers 248 bezeichnete Maschine vereinte die Merkmale der Me 163C und D, verfügte also über eine Druckkabine und ein einziehbares Fahrwerk. Auch hier wurden die Flügel von der Me 163 übernommen, allerdings mit vergrößerten Tanks. Die Bewaffnung bestand aus zwei Mk 108 Maschinenkanonen. Als Antrieb kam das Walther HWK 109-509C mit 2000kp Schub zum Einsatz. Ende 1944 erfolgten die ersten Versuche an Holzattrappen. Der erste Prototyp, nunmehr Me 263 V1 genannt, wurde Anfang 1945 fertiggestellt. Bis zum Einmarsch der Sowjettruppen konnten allerdings nur einige Schleppflüge durchgeführt werden.  

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In Japan gabe es bereits 1943 Überlegungen für den Einsatz eines Raketenjägers gegen die B-29 Superfortress auf der Basis der Messerschmitt Me 163. Eine Lizenzfertigung der Me 163 wurde ins Auge gefasst und es sollten die benötigten Unterlagen, technische Dokumentationen sowie einige Musterteile mit zwei U-Booten nach Japan verbracht werden. Eines der U-Boote wurde jedoch versenkt, Teile der Ladung aus dem anderen Boot gelangten per Flugzeug nach Japan. Schließlich wurde auch das zweite Boot mit den restlichen Teilen versenkt. Die geretteten Dokumente waren jedoch vollständig genug, um mit der Entwicklung der J8M Shusui zu beginnen. Später wurde ein weiterer Versuch unternommen eine Me-163 per U-Boot nach Japan zu bringen, aber auch dieses Boot wurde versenkt. Bis zur Kapitulation Japans konnte nur ein einziger raketengetriebener Flug der J8M stattfinden, da sich der Bau der Triebwerke immer wieder verzögerte. Insgesamt wurden sieben Maschinen fertiggestellt. 

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In Russland überprüfte man kurz nach dem Krieg die Möglichkeiten ein Flugzeug auf Basis der Me 263 zu entwickeln. Als Resultat wurden Ende 1946 unter der Projektbezeichnung I-270  vom OKB MiG zwei Prototypen mit der internen Bezeichnung Zh-1 und Zh-2 fertiggestellt. Die Zh-1 war ein Gleiter ohne Triebwerk und wurde für Schleppversuche mittels einer Tu-2 eingesetzt. Die Zh-2 erhielt ein von L.S. Duschenko und V.P. Gluschko entwickeltes Raketentriebwerk, welches einen Schub von 1450kg erreichte. Die Zh-2 verfügte über eine Druckkabine mit Schleudersitz und war mit zwei NS-23 Maschinenkanonen bewaffnet. Die ersten Testflüge im März 1947 verliefen insgesamt enttäuschend, so dass das Projekt am Ende nicht weiter verfolgt wurde. Das Design bot einfach zu wenig Entwicklungspotenzial.

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Der technische Teil besteht im Wesentlichen aus Fotoaufnahmen diverser Museumsmaschinen sowie zahlreichen Zeichnungen, überwiegend Abdrucke der Originaldokumentation. Im Stil eines Walk-Around werden auf gut 26 Seiten alle relevanten Bereiche des Flugzeuges abgedeckt, also die Zelle, das Cockpit, die Waffenanlage, Landekufe und Fahrwerk und last but not least das Walther HWK Triebwerk. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich um farbige Abbildungen von guter Qualität. Bis auf den Teil mit dem Triebwerk verzichtet man auf begleitenden Text, die Bildunterschriften geben aber genügend Informationen zum dargestellten Detail.   

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Stärken:

  • Gute Bild- und Druckqualität
  • Ausführlicher technischer Teil

Schwächen:

  • Keine ersichtlichen

Fazit:

Eine sinnvolle Ergänzung zum ersten Teil. Besonders aus modellbauerischer Sicht ist dieses Heft interessant, enthält es doch einen kompletten Rundgang um und in die Maschine.

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 13. Dezember 2013

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