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Unimog in der Bundeswehr

Fahrzeug Profile Nr.63

 - Unimog in der Bundeswehr

Zusammenfassung:

Autor:Peter Blume
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2014
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 50 Seiten mit 109 farbigen Abbildungen und 19 weiter in Schwarz-Weiß
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

 - Unimog in der Bundeswehr

Die Fahrzeuge der Unimog-Baureihe von Daimler-Benz gehören sicherlich zu den bekanntesten Militärfahrzeugen der Nachkriegszeit. Der Unimog gehörte bereits bei der Gründung der Bundeswehr im Jahre 1956 zur Standardausstattung der Streitkräfte. Von der ersten Serie, dem Unimog S404B, wurden bis 1972 etwa 25.000 Fahrzeuge für die Bundeswehr gebaut. Sein Nachfolgemodell, der gegen Ende der 1970er Jahre eingeführte Unimog U1300L, war ein nicht minder großer Erfolg.

 - Unimog in der Bundeswehr

Die Ursprünge des Unimog S404B gehen bis in die Zeit gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zurück, als man die Entwicklung eines kleinen Artillerieschleppers ins Auge fasste. Nach dem Krieg griffen einige ehemalige Mitarbeiter von Daimler-Benz die Idee wieder auf und entwickelten ein landwirtschaftliches Allzweckfahrzeug, dessen Serienfertigung 1948 bei der Firma Boehringer in Göppingen begann. Die aufsehenerregende Konstruktion wurde 1951 von Daimler-Benz übernommen und zum Unimog U25 weiterentwickelt. Der speziell für die Bundeswehr entworfene Unimog S, ein Militärlastwagen der 1,5t Klasse, wurde im Herbst 1955 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Serienproduktion begann schon im Januar 1956 unter der Typenbezeichnung S404B. Neben der Bundeswehr beschafften auch zahlreiche andere Staaten, insbesondere die NATO-Partner, den Unimog.

 - Unimog in der Bundeswehr

Die Bundeswehr beschaffte hauptsächlich Fahrzeuge mit Pritschen- und Kofferaufbau. Sie wurden unter anderem für Material- und Mannschaftstransporte, als Fernmelde- und Stabsfahrzeuge und als Sanitätsfahrzeuge eingesetzt. Daneben gab es noch diverse Spezialaufbauten und Anbaugeräte. Die voll geländegängigen Fahrzeuge mit 4x4 Antrieb wurden von einem 2,2L wassergekühlten Daimler-Benz Vergasermotor M180/II mit einer Leistung von 80 PS angetrieben. Das Getriebe mit sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen übertrug die Kraft auf alle vier Räder, die Vorderachse konnte wahlweise abgeschaltet werden. Die auf zwei Tanks verteilten 120 Liter Kraftstoff reichten für einen Fahrbereich von 570km. Der Unimog S404B, auch als LKW 1,5t gl (4x4) bezeichnet, bot in Standardausführung Platz für zwei Mann in der Kabine sowie für weitere acht auf der Ladefläche.  Ab 1978 wurde bei der Truppe das Nachfolgemodell, der mittlerweile ebenso legendäre LKW 2t gl, eingeführt.

 - Unimog in der Bundeswehr

Der LKW 2t gl (4x4), auch bekannte als Unimog U1300L, war die logische Weiterentwicklung des S404B. Die Arbeiten begannen bereits um 1970, nachdem man bei der Bundeswehr Überlegungen zur Nachfolge des S404B anstellte. Neben Daimler-Benz trat auch Magirus-Deutz in den Wettbewerb mit ein, obwohl eigentlich klar war, dass nur Daimler-Benz über die notwendige Erfahrung für den Bau eines solchen Fahrzeuges verfügte. Nach einer ersten, unbefriedigend verlaufenen Testreihe im Jahre 1975 überarbeiteten beide Firmen ihre Entwürfe und lieferten Anfang 1977 die modifizierten Prototypen. Den Zuschlag erhielt schließlich – welch ein Wunder – Daimler-Benz, nachdem der Stückpreis nochmal ordentlich nach unten angepasst worden war. Die Auslieferung begann ab 1978, insgesamt wurden etwa 18.000 Stück an die Bundeswehr verkauft.

Der Unimog 1300L wird von einem 5,7L 6-Zylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 130 PS angetrieben. Sein Getriebe ermöglicht es die acht Vorwärtsgänge auch als Rückwärtsgänge zu verwenden. Wie schon beim Vorgänger existieren die verschiedensten Aufbauten. Am weitesten verbreitet ist natürlich der Pritschenaufbau mit Platz für bis zu acht voll ausgerüstete Soldaten. Natürlich wurden die Fahrzeuge im Laufe der Zeit modernisiert, nicht zuletzt aufgrund der im Einsatz gemachten Erfahrungen.

 - Unimog in der Bundeswehr

Die 63. Ausgabe dieser Heftreihe setzt auf die bewährte Aufmachung. Auf den üblichen 50 Seiten werden die beiden Unimog-Generationen in Text und Bild vorgestellt. Einem einleitenden allgemeinen Kapitel folgen die Entwicklungsgeschichte und eine grobe technische Beschreibung der beiden Fahrzeugtypen. Dem Krankenwagen auf Basis des U1300L ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Die letzten fünf Seiten im Heft sind den Sonderaufbauten vorbehalten. Hier werden jedoch nur einige Typen im Bild vorgestellt. Für eine komplette Vorstellung aller Typen ist das Format zu eingeschränkt (man hätte auch hier durchaus einen Mehrteiler machen können!). Was gänzlich fehlt sind Zeichnungen oder Piktogramme, die die Fahrzeuge im Vergleich zeigen. Der Text wird begleitet von zahlreichen, überwiegend farbigen, Aufnahmen. Die Abbildungen zeigen meist Gesamtansichten der Fahrzeuge. Die Mischung zwischen Einsatzfotos und solchen, die in den Kasernen gemacht wurden, ist ausgewogen. Der Modellbauer wird auf dem einen oder anderen Foto sicherlich die passenden Informationen für ein realistisch im Modell umgesetztes Fahrzeug finden, besonders für die Abteilung „Painting & Weathering“ und „Colors & Markings“ sind einige brauchbare Bilder enthalten. Alles in Allem sind im Heft 109 farbige und 19 Abbildungen in Schwarz-Weiß enthalten. Die Druck- und Bildqualität ist wie gewohnt sehr gut.

 - Unimog in der Bundeswehr

Stärken:

  • Informatives Heft
  • Gute Bild- und Druckqualität
  • Viele brauchbare Abbildungen

Schwächen:

  • Keine ersichtlichen, obgleich ich mir hier und da mal ein paar Zeichnungen wünschen würde. 

Fazit:

Das Thema ist für das vorliegende Format etwas zu weit gegriffen. Ein Mehrteiler, für jede Generation ein eigenes Heft, wäre hier sicherlich angebracht gewesen. Nichtsdestotrotz ein schönes Heft mit einigen für uns Modellbauer brauchbaren Abbildungen. Der Text ist wie gewohnt recht knapp, aber informativ. 

Weitere Infos:

Anmerkungen: Die Nachfolgemodelle werden demnächst in einem anderen Heft behandelt.

 - Unimog in der Bundeswehr

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 06. Dezember 2014

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