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M3A1 White Scout Car

Fahrzeug Profile 65

 - M3A1 White Scout Car

Zusammenfassung:

Autor:Hagen Seehase
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2015
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 50 Seiten mit über 100 Abbildungen, davon 61 in Farbe
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

 - M3A1 White Scout Car

Es ist schon eine ganze Weile her seit es ein typspezifisches Fahrzeug Profile Heft gegeben hat. Die neueste Ausgabe, inzwischen Nummer 65, hat den insbesondere bei den Alliierten weit verbreiteten M3A1 Scout Car zum Thema. Der M3A1 Scout Car war eine Entwicklung der US-amerikanischen Firma White, die sich auch für viele andere radgetriebene Fahrzeuge der US-Armee verantwortlich zeichnete. Die Scout Cars, vormals als Armoured Cars bezeichnet, sollten im Rahmen der Mechanisierung der US-Kavalleriedivisionen die bis dato eingesetzten Pferde und Pferdegespanne zumindest teilweise ersetzen. Allerdings wurde in der Zeit zwischen den Kriegen dieser Übergang nur sehr schleppend vollzogen, ganz im Gegensatz zu den europäischen Armeen. Daher war es nur wenig verwunderlich, dass das ursprüngliche Konzept der Scout Cars, die ja vornehmlich als Aufklärungsfahrzeuge eingesetzt werden sollten und nicht an Kampfhandlungen beteiligt wären, schon vor Beginn des Zweiten Weltkrieges überholt war.

 - M3A1 White Scout Car

Die Entwicklung des M3A1 begann im Jahre 1937. Basierend auf seinen Vorgängern, dem M1 und M2, von denen nur sehr wenige Fahrzeuge gebaut wurden, verfügte der M3A1 über eine leichte Panzerung und eine MG-Bewaffnung, bestehend aus einem schweren M2 Browning und den etwas leichteren M1919 MGs. Die Waffen konnten an verschiedenen Stellen am Fahrzeug angebracht werden. Der offene Aufbau bot im hinteren Teil Platz für bis zu sechs Mannschaften zusätzlich zu den 3-4 Besatzungsmitgliedern (Fahrer, Kommandant, Funker und MG-Schütze). Charakteristisches Merkmal der M3 Fahrzeuge war eine am Bug angebrachte Rolle, mit deren Hilfe Hindernisse leichter überwunden werden sollten, was aber in der Praxis nicht besonders gut funktionierte. Angetrieben wurde das Fahrzeug von einem 6-Zylinder Vergasermotor mit einer Leistung von 90PS. Damit konnte der 5,8t schwere M3 auf der Straße 95km/h erreichen, die Watfähigkeit betrug 70cm. Hindernisse bis 30cm Höhe konnten überwunden werden, ebenso meisterte er Steigungen bis 60%. Bis März 1944 wurden über 20900 Fahrzeuge gebaut, allesamt von White.

 - M3A1 White Scout Car

Der Einsatz bei der US-Armee begann bereits 1938, die ersten Kampfeinsätze erlebte der M3A1 im Jahre 1941/42 auf den Philippinen. Später wurde er noch bei den Einsätzen in Europa verwendet, allerdings schon ab 1943 wurde er mehr und mehr für rückwärtige Aufgaben eingesetzt. Vereinzelt blieben Fahrzeuge bis zum Kriegsende im Dienst.

Weitaus verbreiteter war der M3 bei den britischen Streitkräften, die über 6.600 Fahrzeuge im Rahmen des Lend-Lease-Programmes erhielten. Dazu gehörten auch die Armeen der Commonwealth-Staaten. Dort wurde er als Verbindungsfahrzeug, als gepanzertes Führungsfahrzeug sowie zur Artilleriebeobachtung eingesetzt. Es gab auch einige Fahrzeuge, die als Ambulanz verwendet wurden. Bei den Panzeraufklärern diente der M3 als Transportfahrzeug für eine mit 51mm Mörser ausgerüstete Schützengruppe. Weitere Nutzerstaaten waren die Rote Armee, die ebenfalls mehr als 3.000 Fahrzeuge erhielt, die Niederlande, Frankreich, National-China sowie die Exil-Streitkräfte von Belgien, Polen und Tschechien. Viele Fahrzeuge wurden auch an die südamerikanischen Staaten abgegeben, wo sie noch lange nach dem Krieg im Dienst standen. Kampfeinsätze nach 1945 sahen die M3 unter anderem in Indochina, Algerien und auf den Philippinen. Einige wenige Fahrzeuge sollen sich sogar heute noch, bzw. bis vor kurzem im aktiven Dienst befunden haben (Mexiko, Dom.Rep.)!

 - M3A1 White Scout Car

Das Heft beschreibt auf den gut 50 Seiten in groben Zügen den Werdegang der M3 Scout Cars. Einem allgemeinen Kapitel über die damalige Situation bei den US-Streitkräften, insbesondere den Kavalleriedivisionen, folgt eine kurze technische Beschreibung der Fahrzeuge. Den Textschwerpunkt bilden die verschieden Einsätze bei den einzelnen Nutzerstaaten bis in die Neuzeit. Der Text wird wie üblich begleitet von zahlreichen, teilweise zeitgenössischen Aufnahmen. Ein nicht unwesentlicher Teil der Bilder ist im Großformat (A5) abgedruckt. Farbaufnahmen von restaurierten Fahrzeugen ergänzen das historische Bildmaterial. Die Bildunterschriften geben weitere Informationen zu den jeweiligen Fahrzeugen und deren Ausführung/Lackierung. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Ausgaben dieser Reihe sind auch einige Detailfotos enthalten, insgesamt 20 Stück auf zehn Seiten. Das macht das Heft natürlich für Modellbauer noch interessanter. Das und der Mix aus Historie und Technik gefällt mir gut und erinnert ein wenig an die Hefte aus der Tankograd Reihe. Natürlich kann das Heft keine vollumfassende Dokumentation zum Thema M3 Scout Car sein, ist jedoch als Ausgangspunkt für weitere Recherchen und als Nachschlagewerk für den Bau eines Modells in jedem Fall geeignet. Zeichnungen usw. gibt es wie üblich in dieser Reihe keine.

 - M3A1 White Scout Car

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Stärken:

  • Sehr gutes Bildmaterial mit großformatigen Aufnahmen
  • Gut lesbarer, nicht allzu umfangreicher Text 

Schwächen:

  • Keine ersichtlichen

Fazit:

Der Ansatz des Heftes gefällt mir sehr gut. Endlich gibt es wieder einmal eine eigenständige Ausgabe für ein einzelnes Fahrzeug. Die Detailfotos am Ende machen das Heft für Modellbauer, die nicht über eine große Bibliothek verfügen, noch interessanter und nützlicher für den Bau eines entsprechenden Modells.

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 22. April 2015

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