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FROG und SCARAB

Taktische Raketenwerfer der NVA

 - FROG und SCARAB

Zusammenfassung:

Autor:Fred Koch
Verlag:Unitec-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2015
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 50 Seiten mit 160 Abbildungen, davon knapp 60 in Farbe
  • 8 grafische Darstellungen
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

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Die Einführung der taktischen Kurzstreckenraketen vom Typ Honest John bei der NATO und ihrer Verbündeten veranlasste 1953 die damalige Sowjetunion zur Entwicklung eigener taktischer Raketenkomplexe, wie solche Waffensysteme damals dort bezeichnet wurden. Die „Weitreichenden Geschosswerfer“ vom Typ BMD-25 waren die ersten Systeme, die Ende der 1950er Jahre in relativ geringer Stückzahl bei der Sowjetarmee eingeführt wurden. Es folgten verschiedene weitere Systeme, die unter den Bezeichnungen 2K1 Mars, 2K4 Filin und 2K6 Luna bzw. unter ihrem NATO-Code FROG-1 bis FROG-6 bekannt waren (je nach Art der Gefechtsköpfe). Allerdings wurden nur die Luna-Systeme in größeren Stückzahlen bei den Streitkräften des Warschauer Paktes eingeführt.

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Die damalige DDR erhielt ihre ersten taktischen Raketenkomplexe im Jahre 1962, die ersten Selbständigen Artillerieabteilungen (sAA) wurden kurz zuvor gegründet. Zur Erstausstattung gehörten eine Reihe von 2P16 Startrampen mit den zugehörigen Raketen 3R8 bis 3R11. Diese Systeme blieben bis 1977 im Bestand der NVA. 1966 wurden die ersten Raketenkomplexe vom Typ 9K52 Luna-M (Nato-Code FROG-7) offiziell eingeführt. Die 9K52 mit ihren Startrampen 9P113 bildeten bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1990 das Rückgrat der ostdeutschen Raketenartillerie. Insgesamt 48 Startrampen und über 250 Raketen wurden bis 1980 beschafft. Zu den 9K52 Einheiten gehörten auch eine ganze Reihe von Unterstützungsfahrzeugen wie z.B. die Raketentransportfahrzeuge und Verladekräne.

1983 wurden die ersten Raketenkomplexe 9K79 Totschka, im Westen unter der Nato-Bezeichnung SS-21 SCARAB bekannt, bei der NVA eingeführt. Die Totschkas sollten langfristig die in die Jahre gekommenen FROG-Systeme ablösen. Bis zum Fall der Mauer 1989 wurden acht Startrampen 9P129 sowie 51 Raketen beschafft. Alle Totschkas wurden bis September 1991 an die UdSSR zurückgegeben.

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Ausgabe 66 der Fahrzeug-Profil Reihe knüpft inhaltlich an Nummer 60 an, in dem die Operativ-Taktischen Raketenkomplexe SCUD und SPIDER vorgestellt wurden. Autor Fred Koch gibt auch hier zunächst einen Überblick über die ersten Entwicklungen dieser Systeme in der damaligen UdSSR. Wie schon in Heft 60 tut man sich mit dem Lesen des eigentlich recht informativen Textes dank der vielen Abkürzungen und Codes etwas schwer. Die Kapitel „Einsatz bei der NVA“ sind auch hier wieder relativ knapp ausgefallen, gemessen am Titel des Heftes. Dafür entschädigt das reichlich vorhandene Bildmaterial, gut 160 Abbildungen, ein Drittel etwa davon in Farbe, zeigen die einzelnen Systeme in ihren Elementen. Wie üblich setzen sich die Aufnahmen aus Bildern von Paraden, gestellten Aufnahmen für die Propaganda, „echten“ Einsätzen bei Übungen sowie aus einer Reihe von Museumsaufnahmen zusammen. Die zum Teil sehr ausführlichen Bildunterschriften geben weitere Informationen zu den einzelnen Fahrzeugen und der jeweiligen Aufnahmesituation. Einige grafische Darstellungen ergänzen den Bildteil dieses Heftes. Was mir – wie auch schon in Heft 60 - fehlt, sind diverse Tabellen und Übersichten wie z.B. Bestandslisten, Karten oder die Zusammensetzung der jeweiligen Einheiten, z.B. mit den schönen Piktogrammen aus der Reihe über die US Army in Europa. Trotz dieser kleinen Einschränkungen ist das Heft geeignet einen groben Überblick über diese Waffensysteme im Dienst der NVA zu erhalten, mehr wollte das Heft gemäß seinem Verfasser auch nicht darstellen.

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Stärken:

  • Sehr umfangreicher Bildteil mit zum Teil ausführlichen Bildunterschriften

Schwächen:

  • Text nicht wirklich gut zu lesen wegen der vielen Abkürzungen und Codes
  • Keine Listen, Tabellen und Übersichten

Fazit:

Das Heft hält, was im einleitenden Kapitel versprochen wird, ein "Abriss über die Herkunft und Verwendung der von der NVA genutzten Raketenwerfer bzw. Startfahrzeuge". Der Text gefällt mir wieder einmal nicht so gut, dafür entschädigen jedoch die vielen, zum Teil sehr guten Aufnahmen der einzelnen Systeme. Anstelle der weniger hilfreichen Museumsaufnahmen hätte ich mir ein paar Tabellen, Listen und Übersichten gewünscht.

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 01. August 2015

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