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Die U.S. Cavalry im Zweiten Weltkrieg

Organisation - Einsätze - Ausrüstung

 - Die U.S. Cavalry im Zweiten Weltkrieg

Zusammenfassung:

Autor:Detlef Ollesc, Dennis Bujis, Hagen Seeghase
Verlag:Helios
ISBN:978-3-86933-131-7
Erscheinungsjahr:2015
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 94 Seiten mit knapp über 150 Abbildungen, davon 35 in Farbe
  • Hardcover-Einband
Preis:25,80 Euro

Besprechung:

Die U.S. Cavalry durchlebte beim Übergang von der berittenen Truppe zu vollständig mechanisierten Panzeraufklärern eine schwierige Phase. Das Buch beschreibt diesen seit Ende der 1920er Jahre stattfindenen Prozess. Es gliedert sich in drei große Hauptabschnitte. Im ersten Teil, nach einem etwas ausführlicherem Vorwort vom Amerika-Experten Dietmal Kuegler über die Zeit von 1776, dem Gründungsjahr der US Cavalry, bis etwa Anfang des 20. Jahrhunderts, folgt eine Beschreibung des Werdegangs dieser Truppengattung von der berittenen Armee hin zur mechanisierten Armee. Dieser Abschnitt gliedert sich wiederum in einen Teil zum Thema Ausrüstung, vor allem durch welche Art Fahrzeuge die Pferde ersetzt wurden, sowie eine ausführliche Darstellung, wie die Einheiten der US Cavalry aufgebaut waren. Neben der textlichen Beschreibung gibt es hier - im Vorgriff auf den Anhang - auch einige tabellarische Auflistungen.

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Im nächsten Abschnitt werden einige ausgewählte Kampfeinsätze der US Cavalry im Zweiten Weltkireg dargestellt. Es handelt sich um das 26th Cavalry Regiment, auch "Philippine Scouts" genannt, die bereits am 22. Dezember 1941 die ersten Gefechte mit den gerade gelandeten japanischen Truppen auf der Insel Luzon austrugen. Dabei mussten sie schwere Verluste einstecken und schließlich musste der Rückzug auf die Halbinsel Bataan erfolgen. Im April 1942 musste sich das 26th den japanische Truppen in die Gefangenschaft ergeben, im Folgenden starben viele auf den Todesmärschen und in den Lagern. Teile des 26th, die nicht in Gefangenschaft gerieten, bildeten eine Guerillaeinheit.

Als nächstes wird die 6th Cavalry Group behandelt. Die 6th Cavalry Group kämpfte 1944 in Nordfrankreich, wo es von General Patton als Aufklärerverband eingesetzt wurde. Sie rückten im Dezember '44 in Luxemburg ein und gelangten schließlich im Februar 1945 zusammen mit dem VII. Korps nach Deutschland. Noch bis zum 7. Mai '45 fanden Kämpfe statt, nach dem Krieg wurde aus der 6th. Cavalry Group das 6th Constabulary Regiment, welches dann die Aufgaben der Polizei in den besetzten Gebieten wahrnahm.

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Eine weitere Cavalry Einheit, die im Buch Berücksichtigung findet, ist die 94th Cavalry Reconnaissance Squadron, die in Frankreich kämpfte. Sie kam im Oktober '44 in Marsaille an und wurden umgehend an die Elsass-Lothringische Front verlegt. In der Silvesternacht 1944/45, als von deutscher Seite das Unternehmen "Nordwind", die finale deutsche Großoffensive, gestartet wurde, bildete das 94th einen Teil der Task Force Hudelson. Diese Task Force hatte die Aufgabe die Gegend um Dambach zu sichern. Die Kämpfe verliefen alles andere als günstig für die Amerikaner, schon einen Tag nach Beginn der Kämpfe wurde die Task Force aufgelöst. Nachdem die 94th neu ausgerüstet wurde kämpfte sie im März '45 im Verband mit der 14th Armored und der 36th Infantry Division. Am 31. März überquerte die 94th bei Worms den Rhein. 

Das 112th Cavalry Regiment wurde als berittene Einheit - ohne Pferde allerdings - im August 1942 nach Neukaledonien verlegt. Dort übernahm es 2000 halbwilde australische Pferde, die aber schon bald darauf wieder abgegeben wurden. Die ersten Kampfeinsätze des 112th erfolgten Ende Juni '43 im Rahmen der Besetzung der Insel Woodlark, ihre wirkliche Feuertaufe bekamen die zur Infanterie mutierten Kavalleristen am 15. Dezember 1943 beim Angriff auf das Kap Merkus. Im November '44 verlegten sie nach Leyte, wo sie bis Kriegsende kämpften, um schließlich als Besatzungstruppe in Japan zu dienen.     

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Der letze Verband, der in diesem Zusammenhang im Buch erwähnt wird, ist die 1st Cavalry Division. Sie verlegten mit gut 15.000 Mann im Mai 1943 von ihren Heimatstützpunkten nach Brisbane in Australien, wo sie umgehend mit dem 6-monatigen Training für den Dschungelkampf begannen. Ihre ersten Kampfeinsätze erlebte die 1st bei der Eroberung der Admiralitätsinseln Ende Februar 1944. Die 1st wirkte anschließend bei der Rückeroberung von Leyte mit, wo sich die Kämpfe bis Anfang Januar '45 hinzogen. Danach eroberten sie - auf direkten Befehl durch Gen. McArthur - die phillipinische Hauptstadt Manila. Nach der Kapitulation Japans übernahm die 1st auf dem japanischen Festland überwiegend nichtmilitärische Aufgaben.

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Der letzte Haupabschnitt des Buches ist den Motorfahrzeugen der U.S. Cavalry vorbehalten. Auf jeweils drei bis fünf Seiten werden unter anderem der weit verbreitete M3/M3A1 Scout Car von White, der nicht minder bekannte 0.25t Jeep, der weniger beliebte M8 Armoured Car sowie der M20 vorgestellt. An Kettenfahrzeugen finden wir den M3A1 Halftrack, die M3 Gun Motor Carriage, natürlich den M3/M5 Light Tank, die M8 Howitzer Motor Carriage, M24 Chaffee sowie den M32 Bergepanzer. Zu guter Letzt wird noch auf den "großen Bruder" des Jeeps, die WC51/52/53/54 Reihe eingegangen sowie auf den LKW AFKX, der auch als Pferdetransporter eingestezt wurde. Die Pferde selbst bilden schließlich den Abschluss dieses Buchteils. Im Anhang ist noch einmal die TOE (Table of Organisation and Equipment) eines Horse-Mechanized Regiments im Originaltext aufgeführt. Eine Literaturliste gibt dem interessierten Leser einen Überblick über die dem Buch zugrundeliegenden Quellen.   

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Das Buch ist von seiner Aufmachung her sehr ansprechend gestaltet. Der zweispaltig angeordnete Text lässt sich aufgrund der Schriftgröße sehr gut und flüssig lesen. Pro Seite ergänzen ein bis drei Bilder den Text, zwischendurch gibt es auch immer wieder mal reine Fotoseiten. Die Fotos selbst sind ein Mix aus zeitgenossischen Aufnahmen wie auch aus Abblidungen von nachgestellten Szenen und restaurierten Fahrzeugen neueren Datums. Die Bildqualität ist überwiegend sehr gut, einige ältere Fotos sind naturgemäß nicht so brilliant. Bei einigen der Schwarz-Weiß Aufnahmen hätte man mittels Bildbearbeitung leicht noch mehr herausholen können. Aber wie gesagt, das betrifft nur einige wenige der über 150 Bilder. Die farbigen Aufnahmen sind den restaurierten Fahrzeugen und den nachgestellten Szenen ("Reenactments") vorbehalten. Natürlich kann das Buch keinen allumfassenden Überblick über sämtliche Ausrüstungen und Einsätze bieten, dafür wäre wohl ein mehrfaches an Seiten erforderlich gewesen, eine gute Grundlage sich in dieses Thema einzulesen bietet es aber allemal.   

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Stärken:

  • Zahlreiche Fotos, teilweise historisch, teilweise aus neuerer Zeit
  • Detaillierte Beschreibung der Organisation der Cavalry Einheiten

Schwächen:

  • Keine ersichtlichen

Fazit:

Das Buch gibt einen guten Überblick über diese oft vernachlässigte Truppengattung der amerikanischen Streitkräfte. Es bildet eine solide Grundlage, um sich eingehender mit diesem Thema zu befassen. In deutscher Sprache gibt es ja nicht allzu viele zu diesem Thema.

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 18. September 2015

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