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Fallschirmjäger und Luftlandtruppen der Bundeswehr

Fahrzeug Profile 67

 - Fallschirmjäger und Luftlandtruppen der Bundeswehr

Zusammenfassung:

Autor:Peter Blume
Verlag:Unitec-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2015
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 52 Seiten mit 117 Abbildungen, davon 90 in Farbe
  • 3 grafische Übersichten zur Gliederung ausgewählter Einheiten mit Piktogrammen der Ausrüstung
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

Die Fallschirmjäger der Bundeswehr, die zur Infanterie gehören, bildeten zur Zeit des Kalten Krieges panzerabwehrstarke Luftlandeverbände. Fallschirmjäger sind heute Teil der "Spezialisierten Kräfte" mit einer "Grundbefähigung für spezielle Operationen" und waren bereits bei fast allen Auslandseinsätzen der Bundeswehr im Einsatz. Sie haben sich aufgrund ihres hohen Ausbildungsstandes und der Einsatzbereitschaft bestens bewährt. Auch in Zukunft werden die deutschen Fallschirmjäger gemäß der neuen erweiterten Anforderungen für das deutsche Heer eine wichtige Rolle spielen. (Quelle:Auszug Vorwort)  

 - Fallschirmjäger und Luftlandtruppen der Bundeswehr

Seit ihrer Gründung im Jahre 1956 durchliefen die Luftlandeverbände der Bundeswehr im Rahmen der "neuen" Heerestrukturen immer wieder große Veränderungen. In den Anfangsjahren der Bundeswehr waren die Luftlandetruppen alle der 1. Luftlandedivision unterstellt (Luftlandkampfgruppe 9). Sie bestand aus zwei Stäben und drei Luftlandejägerbataillonen. Unterstützt wurden diese durch Fernmelde-, Flugabwehr-, Panzerjägerbataillone sowie einer Reihe von Unterstützungskompanien. Die 1. Luftlandedivision konnte schon im April 1958 der NATO unterstellt werden. Im Rahmen der "Heeresstruktur 2" wurde die Luftlandkampfgruppe 9 in Fallschirmjägerbrigade 25 umbenannt, außerdem wurde eine zweite, die Fallschirmjägerbrigade 26, aufgestellt. Im Jahre 1963 verfügte die 1. Luftlandedivision über ca. 11.600 Mann. Teile der 1. waren den AMF(L) Verbänden der NATO unterstellt. 1970 kam zu den beiden Brigaden eine weitere, nämlich die Fallschirmjägerbrigade 27 hinzu. Die "Heerestruktur 3" Anfang der 1970er Jahr brachte umfangreiche Änderungen mit sich. Die einzelnen Brigaden verfügten jetzt nur noch über zwei aktive und ein nichtaktives Fallschirmjägerbataillon. Hinzu kamen noch die Unterstützungskompanien (Mörser, Panzerabwehr, Pioniere, Sani etc.). Nicht alle Soldaten der Brigaden waren für den gefechtsmäßigen Sprungeinsatz vorgehsehen, die meisten von ihnen wurden per Hubschrauber abgesetzt. Mit der Einführung der Waffensysteme Milan, TOW und dem KRAKA (Kraftkarren) konnte die Leistungsfähigkeit erheblich gesteigert werden.

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Die "Heeresstruktur IV" legte die Struktur für die Zeit von 1982 bis zum Ende des Kalten Krieges 1992 fest, an der prinzipiellen Organisation hat sich nur wenig geändert. Die Einheiten sollten jetzt noch beweglicher und flexibler werden. An Ausrüstung kamen Anfang 1990 das Waffensystem Wiesel als Ersatz für den Kraka sowie der LkW "leicht" Wolf hinzu. Die deutsche Wiedervereinigung und der Zusammenbruch des Warschauer Paktes machten weitere umfangreiche Veränderungen in der Struktur des Heeres erforderlich. So wurde die 1. Luftlandedivision am 23. März 1994 aufgelöst. Zeitgleich wurde das Komando Luftbewegliche Kräfte/4. Division mit numehr noch zwei Luftlandebrigaden (26 und 31) ins Leben gerufen. Zum 1. April 2001 wurde das KLK/4.Division in "Division Spezielle Operationen" (DSO) umbenannt, welche auch heute noch existiert. Damit wurde der Übergang zum "Heer der Zukunft" eingeleitet. 2014 wurde aus den DSO die "Division Schnelle Kräfte". Aktuell werden aus den Brigaden 26 und 31 die "Luftlandebrigade 1", die Brigaden 26 und 31 werden zu Regimentern, bestehend aus einer Stabskompanie, fünf Kampfkompanien, sowie aus jeweils einer Versorgungs-, Sanitäts- und schweren Kompanie. Zwei der Kampfkompanien werden über eine "erweiteret Grundbefähigung" für Spezialisierte Kräfte verfügen. 

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Das Heft gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte der deutschen Luftlandetruppen. Die einzelnen Phasen in der Entwicklung werden anhand der Heerestrukturen 1 bis 5 erläutert. Dargestellt werden sowohl Aufbau wie auch Zusammensetzung der jeweiligen Einheiten zu einem bestimmten Zeitpunkt. Daneben erfährt man auch etwas über die jeweiligen Aufgaben und das verwendete Material der Truppe. Vom Umfang her macht der Textteil gut ein fünftel des Heftes aus. Obwohl der Text durchaus informativ ist haben natürlich die Bilder im Heft für uns Modellbauer den weit größeren Nutzen. Und da wird so einiges geboten, immerhin sind im Heft fast 120 zum Teil großformatige Abbildungen enthalten. Viele davon sind bisher unveröffentlicht. Die Bildqualität ist wirklich hervorragend. Da es sich überwiegend um Aufnahmen von Übungen und Manövern handelt, eignen sie sich hervorragend als Vorlage für unsere Modelle und Dioramen. Natürlich werden auch Nicht-Modellbauer ihre Freude an dem Heft haben. Sogar einige der von mir so oft "eingeforderten" Piktogramme sind enthalten, allerdings nicht für den aktuellen Status (siehe letztes Bild im Artikel). Weiterhin hätte ich mir eine zusammenfassende Übersicht über die aktuelle "Order of Battle" gewünscht, besser natürlich noch für jede "Epoche". Im Text und aus den Bildunterschriften kann man zwar einiges rauslesen, aber halt nicht alles. Aber dennoch ist das Heft für seine knapp 12 Euro sehr empfehlenswert. Wie wär's denn mal mit einer Reihe über das "Heer der Zukunft" ? 

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Stärken:

  • Hervorragendes Bildmaterial
  • Informativer, nicht allzu umfänglicher Text

Schwächen:

  • Keine

Fazit:

Das Heft gibt uns einen guten Einblick in diese unsere Elitetruppe der Bundeswehr. Das Bildmaterial ist hervorragend und der Text sehr informativ. Was mir fehlt ist eine Übersicht über Ausstattung mit Material und Personal.

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 12. Oktober 2015

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