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Eicher Traktoren

1956-60

 - Eicher Traktoren

Zusammenfassung:

Autor:Udo Paulitz
Verlag:Unitec-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2015
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 50 Seiten mit 76 farbigen Abbildungen
  • 17 Abdrucke von zeitgenössischen Prospekten
  • 8 Tabellen mit technischen Daten
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

Die Jahre 1956-1960 bei der Firma Eicher waren geprägt von der Einführung einer Reihe von neuen Modellen. Der 13 PS Schlepper ED13 wurde gerade am Markt eingeführt, um die Lücken nach unten zu schließen wurde der LH12 ins Leben gerufen, der mit gerade einmal 770kg ein echtes Leichtgewicht war und sich sehr gut für die Bepflanzung und Pflege der Äcker eignete. Zum Einsatz kam ein Hatz-Einzylinder-Dieselmotor E89G. Der Erfolg war allerdings eher bescheiden, mit gerade einmal 1130 verkauften Einheiten. Der bereits erwähnte ED13 brachte es hingegen auf 6380 Stück in der Zeit von 1956-60. Das große 26PS Modell aus dieser Baureihe wurde vorzugsweise auf größeren Höfen als Alleinfahrzeug eingesetzt. Eicher konnte bis 1960 insgesamt 1235 absetzen.

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1958 wurde die Modellpalette in großem Umfang erneuert. Obwohl bereits feststand, dass es in Kürze eine neue Serie von Tarktoren geben würde, hat man eine Art Zwischenserie aufgelegt. Die Schlepper der Baureihen ED110/115/210 und ED215. Die neuen Fahrzeuge wiesen gegenüber ihren Vorgängern eine größere Zahl von Gängen auf, die sie noch vielseitiger machten. Der ED110/II ersetzte den EKL15/II, der ED110/8 den ED16/II. Der nächststärkere ED22 wurde vom ED115/8 abgelöst und der ED33 und ED40 bekamen in Form des ED210/10 bzw. ED215/16 einen würdigen Nachfolger. Diese Reihe war sehr gut ausgestattet und verfügte sogar schon über eine vordere Zapfwelle, für die es seinerzeit noch gar keine Geräte gab. Man war der Zeit eben ein Stück weit voraus.

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Die nächste Generation an Schleppern wurde bereits ab 1958 mit der Raubtier-Reihe eingeführt, mit so klangvollen Namen wie "Panther", "Tiger", "Tiger II" und "Königstiger". Die neuen Modelle erhielten ein zeitgemäßes Blechkleid und eine insgesamt agressiver wirkende Optik. Auch die verbaute Technik konnte sich sehen lassen, so gab es neue, luftgekühlte Motoren von Eicher selbst, 12-Volt Lichtanlage, Anlasser und Getriebezapfwelle. Neu bei dieser Reihe war die sogenannte Frontprorta zur Aufnahme diverser Geräte wie z.B. ein hydraulischer Kraftheber oder ein Mähwerk. Der mehr als 10.000 mal gebaute "Panther" mit 19 und 22PS stellte sich als zähes und robustes Arbeitstier heraus und blieb bis 1968 im Programm. Das nächstgrößere Modell, der "Tiger", verfügte über zunächst 25PS, später dann 28PS und ein modernes Getriebe mit Stiftschaltung, welches erheblich komfortabler zu bedienen war als die bisherigen Aggregate. Der "Tiger II" füllte die Lücke zwischen dem "Tiger" und dem "Königstiger" auf und wurde ab 1963 gebaut.

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Der König unter den Eicher Schleppern war, wie der Name vermuten lässt, der "Königstiger". Satte 40PS Leistung entwickelte der neue Dreizylindermotor EDK von Eicher. Das halbsynchrone Getriebe verfügte über acht Vorwärts- und vier Rückwärtsgänge. Dank umfangreicher Austattung konnte der Königstiger für praktisch alle Arbeiten auf einem größeren Hof eingesetzt werden. Nicht umsonst war er in den 1960er Jahren der Marktführer in dieser Leistungsklasse, was auch durch die Produktionszahl nahe der 20.000 untermauert wird. Es gab auch eine Allradversion, diese konnte sich aber wegen des hohen Preises nur knapp über 1000 mal verkaufen. Eine Abrundung des Programms nach unten fand 1959 mit der Einführung des "Leopard" statt. Er wurde als Allroundfahrzeug auf kleineren Höfen oder als Zweitschlepper in größeren Betrieben eingesetzt. Eine weitere Universalmaschine war der als Ersatz für den wenig erfolgreichen Geräteschlepper Muli eingeführte Geräteträger G160/200/220/280. Mit einer Bandbreite von 16 bis 28 PS konnten alle Größen von Betrieben bedient werden. Der "Ein-Mann-Betrieb" dieses Fahrzeuges konnte den damals herrschenden Arbeitskräftemangel zumindest ein wenig kompensieren.

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Das Heft mit seinen 48 Seiten gibt einen guten Einblick in die Produktpalette von Eicher in der Zeit von 1956-60 und auch darüber hinaus. Sämtliche Baureihen werden ausführlich beschrieben und durch farbige Abbildungen dokumentiert. Bei den Fotos handelt es sich ausnahmslos um solche neueren Datums von restaurierten Fahrzeugen. Historische Aufnahmen findet man keine, was aber bei dem Thema nicht weiter verwunderlich ist. Für jedes Fahrzeug sind die wichtigsten technischen Daten in Tabellen aufgeführt. Als Ergänzung zu Text und Bild wurden einige Titelseiten der damaligen Verkaufsprospekte zum Teil ganzseitig abgedruckt. Druck- und Papierqualität sind auf dem gewohnt hohen Niveau. Was ein wenig kurz kommt - da es im Text immer wieder erwähnt wird - sind die Motoren von Eicher bzw. die Technik an sich, hier hätte man ruhig mal die eine oder andere Seite aus dem Handbuch abdrucken können, zumal viele der Bilder ähnliche Ansichten von fast identischen Fahrzeugen sind.  

Stärken:

  • Gute Bild- Und Druckqualität
  • Informativer Text

Schwächen:

  • Keine ersichtlichen

Fazit:

Auch der zweite Teil vermittelt einen guten Überblick über diese doch schon fast vergessenen Traktoren "Made in Germany".  

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 07. November 2015

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