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Werner Schröer

Der zweiterfolgreichste Jagdflieger über Nordafrika

 - Werner Schröer

Zusammenfassung:

Autor:Ralf Schumann
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2016
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 52 Seiten mit 48 farbigen Abbildungen und 70 in Schwarz-Weiß
  • 7 Seiten mit tabellarischen Übersichten (z.B. Abschusslisten)
  • 6 Farbprofile
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

Werner Schröer rangiert mit seinen 114 Luftsiegen auf Platz 80 der Rangliste der besten Jagdflieger weltweit. Bemerkenswert ist allerdings, dass er diese stattliche Zahl auf gerade einmal 197 Feindflügen errang. Lange Zeit stand er im Schatten des berühmten Hans Joachim Marseille, der zur selben Zeit wie er über Nordafrika eingesetzt war.

 - Werner Schröer

Geboren wurde Werner Schröer am 12. Februar 1918 in Mühlheim an der Ruhr. Schon gleich nach seinem Schulabschluss 1935 leistete er seinen obligatorischen Reichsarbeitsdienst ab, 1937 trat er dann als Freiwilliger in die Wehrmacht ein. Zunächst wollte er gar kein Pilot werden, sondern “begnügte“ sich mit der Aufgabe des Luftwaffenbodenpersonals, wo er bis 1939 im Raum Düsseldorf eingesetzt wurde. Mit seiner Versetzung zur 6. Staffel der II. Gruppe des JG 26 „Schlageter“ begann ab dem 1. Juli 1939 schließlich seine fliegerische Ausbildung. Diese schloss er am 16. Mai 1940 beim Flugkommando in Braunschweig ab. Seine erste Station als Pilot war die Jagdfliegerschule in Werneuchen, wo er auf die diversen Flugzeugmuster dieser Zeit geschult wurde, darunter auch die Bf-109. Nach Beendigung seiner Ausbildung zum Jagdflieger kam er am 20. August 1940 zur I. Gruppe des JG27 an die Kanalfront nach Frankreich. Schon bald darauf erlebte er bei den Einsätzen in der Luftschlacht um England seine Feuertaufe. Seine ersten drei Abschüsse wurden ihm aber mangels Zeugen nicht anerkannt.

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Im April 1941 verlegte Schröer zusammen mit dem JG27 nach Nordafrika, wo sie im Raum Ain-El-Gazalla stationiert waren. Bereits wenige Tage später gelang dem mittlerweile zum Leutnant beförderten Schröer der erste Luftsieg über eine britische Hurricane, die neben der P-40 und der Spitfire der Hauptgegner der deutschen Jagdflieger über Nordafrika war. Bis Mitte September sollten weitere sechs dazu kommen. Es sollte noch bis zum 30. Mai 1942 dauern, ehe sich der nächste Luftsieg einstellte. Inzwischen wurde seine Einheit auf die Me-109F umgestellt und Schröer musste einige Zeit als Adjutant der I. Gruppe des Geschwaders verbringen. Als er am 22. Juni 1942 erstmals die Funktion des Staffelkapitäns der 8. Staffel übernahm, konnte er elf bestätigte Abschüsse vorweisen. Von da an kehrte er regelmäßig mit neuen Luftsiegen zu seiner Basis zurück, nach 33 Luftsiegen erhielt er das Deutsche Kreuz in Gold. Am 4. November 1942 schoss er seinen ersten von 26 Viermots ab, eine B-24 Liberator in der Nähe von Benghasi. Am Ende seiner Afrika-Zeit standen 70 Luftsiege auf seinem Konto.

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Ab 1. August 1943 wurde Schröer mit seiner Einheit zur Reichsverteidigung eingesetzt. Auch hier erwies er sich als äußerst erfolgreicher Jagdflieger. Er blieb noch bis zum 13. März 1944 beim JG27, einen Tag später wurde er zum Kommandeur der III. Gruppe der berühmten Grünherzjäger (JG54). In seiner Messerschmitt Bf-109G übersprang er im Mai 1944 die 100er Marke an Luftsiegen. Im Juni desselben Jahres verlegte er nach Villacoublay in Frankreich und wechselte auf die Fw-190A-8, wo er mit seinen Kameraden die einfliegenden alliierten Bomberverbände bekämpfte. Nach einer Notlandung, bei der er sich schwer verletzte und drei Monate nicht fliegen konnte, wurde er am 5. November Lehrgangsleiter an der Verbandsführerschule in Königsberg. Seine letzte Station als Jagdflieger war das JG3 „Udet“, das er als Kommodore bis zum Ende des Krieges anführen sollte. In den letzten Kriegswochen erzielte Schröer weitere zwölf Luftsiege, für seine Leistungen erhielt er am 19. April 1945 die 144. Schwerter zum Eichenlaub.

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Am 5. Mai 1945 geriet Schröer in britische Kriegsgefangenschaft, wo er bis Februar 1946 verblieb. Nach seiner Rückkehr musste er zunächst als Taxifahrer für den Unterhalt seiner Familie sorgen. Er konnte sich so auch sein Studium finanzieren. Nach einer Zeit in Rom übernahm er die Leitung der Zentralen Protokollabteilung bei MBB, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb. Er starb am 10. Februar 1985 infolge einer schweren Krankheit im Alter von nur 67 Jahren. Er wurde mit militärischen Ehren auf dem Parkfriedhof in Ottobrunn beigesetzt.

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Das 15. Heft der Reihe behält die inzwischen bewährte Aufmachung bei. Nach einer kurzen Einführung erfährt der interessierte Leser alles Wichtige zur militärischen Karriere von Werner Schröer. Zahlreiche zeitgenössische Aufnahmen begleiten den nicht allzu umfangreichen Text. Es finden sich immer wieder auch Informationen zu seinem fliegerischen Umfeld in den Textpassagen. Neben vielen Schwarz-Weiß-Fotos sind auch eine Reihe von Farbaufnahmen im Heft enthalten, einige sind wohl bekannt aus anderen Publikationen, zum Beispiel ein berühmtes Foto der Bf-109 E-4/trop „Schwarze 8“, die Schröer aber nur für diese Propagandaaufnahme geflogen hat. Die Auszeichnungen und Ehrungen Schröers werden ebenfalls ausführlich in Wort und Bild behandelt, genau wie seine ganzen Luftsiege. Einige Farbprofile von den Maschinen Schröers sind ebenfalls enthalten, diese werden sicherlich von den "Experten" einer genauen Prüfung unterzogen. Vielleicht sollte man auf die zum Teil generischen Bilder der abgeschossenen Maschinen verzichten und noch mehr zeitgenössisches Material in die Hefte reinpacken. Wie eine B-17 oder eine P-40 aussehen, wissen ja wohl die meisten Leser dieser doch sehr speziellen Literatur. Der Platz im Heft ist ohnehin nicht besonders gut genutzt, es gibt viele weiße Flächen zwischen den Bildern. Eine detaillierte Abschussliste und eine Übersicht über die Ritterkreuzträger des JG27 runden das Heft ab. 

Fazit:

Das Heft beschreibt ausführlich den Werdegang von Werner Schröer. Knapper, aber sehr informativer Text und viele zum Teil farbige Bilder. Vielleicht sollte man das generelle Layout des Formates überdenken, es wird viel Platz nicht optimal genutzt.

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 23. Juni 2016

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