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Adolf Glunz

Ritterkreuzträger Profile 16

 - Adolf Glunz

Zusammenfassung:

Autor:Ralf Schumann
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2017
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 50 Seiten mit 125 Abbildungen, davon 29 in Farbe
  • 3 tabellarische Übersichten
  • 4 Farbprofile
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

Adolf Glunz, Jahrgang 1916, gehörte zu den sogenannten Viermot-Assen der deutschen Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg. Diesen Titel bekam man analog zu den normalen Assen, wenn man fünf oder mehr viermotorige Bomber abgeschossen hatte. Mit seinen 20 Viermots gehörte Adolf Glunz zweifelsfrei zu dieser Gesellschaft. Doch nicht nur seine Erfolge bei der Reichsverteidigung unterscheiden ihn von seinen Kollegen, er schaffte es nämlich bei seinen 574 Feindflügen, bei denen es in 238 Fällen auch tatsächlich zu einer Feindberührung kam, völlig unversehrt zu seinem Flugplatz zurückzukehren. Als einer der erfolgreichsten Jagdflieger der Westfront konnte er bis zum Ende des Krieges 72 Luftsiege erringen, dazu kamen noch zehn unbestätigte Abschüsse sowie zwei zerstörte Panzer an der Ostfront. Seine Haupteinsatzgebiete waren die Kanalfront, die Ostfront, die Invasionsfront, die Reichsverteidigung und er nahm auch bei der Operation Bodenplatte Anfang 1945 teil.

 - Adolf Glunz

Adolf Glunz erkannte schon in seiner frühen Jugend seine Affinität zur Fliegerei, damals half er bei der Hitlerjugend beim Bau von Flugzeugen. Schon bald begann er mit der Segelfliegerei und wurde sogar Segelfluglehrer. Am 1. April 1938 meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe, zweieinhalb Jahre später bekam er das Flugzeugführerabzeichen verliehen. Sein erster Einsatzort war die Kanalfront, er wurde der 4. Staffel des Jagdgeschwaders 52 zugeteilt, wo er bis Juli 1941 bleiben sollte. Seine Maschine war die "Weiße 3", eine Messerschmitt Bf-109E-4. Seinen ersten Luftsieg errang er am 7. Mai 1941, eine Spitfire, gefolgt von einer zweiten am 19. Mai. Ende Mai verlegte Glunz mit seiner Einheit vorübergehend an die Ostgrenze des Reiches, allerdings kehrte er schon im Juli wieder an den Kanal zurück. Ab dem 8. Juli 1941 war er beim Jagdgeschwader 26 "Schlageter" im Einsatz. Bis zum Ende des Jahres 1941 standen acht Abschüsse auf "seiner" Liste. Ab Mitte 1942 wurde Glunz mit seiner Einheit zur Reichsverteidigung im Raum Nordfrankreich und Belgien verlegt. Inzwischen flog er seine Einsätze auf der Focke-Wulf Fw-190A.

 - Adolf Glunz

Als "Mosquito-Bezwinger" ging Adolf Glunz am 28. März 1943 in die Geschichte ein, nachdem bereits zahlreiche Piloten zuvor an dem wendigen und vor allem sehr schnellen Flugzeug gescheitert waren. Er konnte an diesem Abend mit seiner Fw-190A-4 sogar gleich zwei der hölzernen Wunder vom Himmel holen, es war sein 28. und 29. Luftsieg. Am 5. April schließlich sollte der erste Viermot dazukommen. Bis Ende 1943 sollten noch sechs weitere hinzukommen. Seine Ernennung zum Staffelführer ließ nicht lange auf sich warten, am 15. Januar 1944 übernahm er die neu geschaffene 5. Staffel des Jg 26. Schon im März 1944 ersetzte er Friedrich Lange als Staffelführer der 6. Staffel, noch immer als Unteroffizier. Seine Ernennung zum Leutnant erfolgte am 1. April 1944. Am 20. Juni 1944 wurde er zum Staffelkapitän ernannt. Nach 65 Luftsiegen wurde ihm am 24. Juni 1944 das 508. Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Seinen letzten Luftsieg errang  Glunz am 1. Januar 1945 bei der Operation Bodenplatte, inzwischen war sein Verband auf die Fw-190D-9 umgerüstet worden. Gegen Ende des Krieges, im März 1945, wurde er auf der Me-262 geschult, im April dem Jagdgeschwader 7 zugeteilt, wo er den Strahljäger im Einsatz fliegen sollte, dazu kam es jedoch nicht mehr. Nach dem Krieg versuchte sich Adolf Glunz eine Zeit lang als Rennfahrer in der Formel 3. Schließlich absolvierte er eine Ausbildung zum Fahrlehrer und gründete eine eigene Fahrschule. Am 1. August 2002 verstarb Adolf Glunz mit 86 Jahren in Lüdenscheid.

 - Adolf Glunz

Das 50-seitige Heft folgt in seiner Aufmachung den 15 bisher erschienenen Ausgaben dieser Reihe. Auf den üblichen 50 Seiten erfahren wir alles Wichtige zur militärischen Laufbahn von Adolf Glunz, angefangen von seiner Zeit bei der Hitlerjugend bis hin zu seiner Rennfahrerkarriere Anfang der 1950er Jahre. Das Heft ist chronologisch aufgebaut, in den jeweiligen Kapiteln erfahren wir wie gewohnt neben den Daten, die Adolf Glunz betreffen, auch einige Fakten zu den Personalien der Geschwader und Einheiten, bei denen er Dienst tat. Seine Erfolge werden sowohl im Fließtext genannt wie auch am Ende des Heftes noch einmal in tabellarischer Form dargestellt. Einzelne Einsätze werden etwas genauer beschrieben, so z.B. die Operation Cerberus, bei der die Schiffe Scharnhorst, Gneisenau und Prinz Eugen von Brest in norwegische Gewässer verlegt wurden.

Das Bildmaterial stammt wohl zu großen Teilen aus dem Nachlass von Adolf Glunz. Gezeigt werden überwiegend Aufnahmen von Glunz selbst oder seinen Weggefährten. Natürlich gibt es auch einige Bilder, die Glunz an seinen Flugzeugen zeigen, oft sieht man aber nur einen Teil der Maschinen. Wie üblich sind auch einige (generische) Fotos der damaligen Gegner enthalten. Für die Modellbauer gibt es einige Farbprofile, die aber nur von mäßiger Qualität sind und wie eingescannt aussehen. Hier gibt es noch jede Menge Potential nach oben. Der Platz im Heft ist ohnehin nur suboptimal ausgenutzt, es gibt viele weiße Stellen und manche Aufnahmen haben mehr so eine Art "Füllcharakter", so z.B. auf Seite 29, wo man Glunz auf drei Bildern beim Einsteigen in seine Maschine zusehen kann. Die Orden und Auszeichnungen z.B. sind praktisch in jedem dieser Hefte abgebildet. Einige Bilder lassen bezüglich der digitalen Bearbeitung zu wünschen übrig, mir scheint als hätte es stellenweise am Ende sehr schnell gehen müssen. Gut hingegen finde ich die tabellarischen Zusammenfassungen seiner Erfolge und der wichtigsten Stationen inklusive der geflogenen Maschinen, teilweise mit Werksnummern.

Fazit:

Diese Ausgabe der Ritterkreuzträger gefällt mir weniger gut, zwar ist der Textteil im Großen und Ganzen gut gemacht und auch sehr informativ, jedoch lassen die Auswahl und die Bearbeitung der Bilder stellenweise zu wünschen übrig. Man könnte den vorhandenen Platz sicherlich etwas sinnvoller nutzen, z.B. mit gescheiten Farbprofilen der Maschinen von Adolf Glunz, wenn es schon kaum Fotos mit Gesamtansichten gibt. Für den Bau historisch korrekter Modelle wohl nur bedingt brauchbar, wer aber etwas mehr über den Piloten Adolf Glunz wissen will, wird sicher mit dem Heft etwas anfangen können.

 - Adolf Glunz

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 20. März 2017

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